Betreff: Die verrücktesten Schlankheitsmittel der Geschichte



Was gibt es Neues?

Bevor wir zu unserem Schwerpunkthema kommen, erst ein Update von unserem 10 Wochen Intensivkurs. Die Hälfte ist fast um, und damit die intensivste Phase. Nach der 2. Woche gab es einen Wochenend-Workshop (Online, sowie einige Damen hier in unseren Räumen), wo die ganzen Ernährungsprotokolle, Stresstagebücher etc ausgewertet wurden. Es war für einige Teilnehmerinnen wirklich ein „Eye Opener“. Sie erkannten plötzlich die Muster hinter ihren Essattacken. Oder stellten fest, dass sie viel mehr Kalorien zu sich nahmen, als sie dachten. Eine gute Basis, die jetzt noch gefestigt werden muss


Im Augenblick regt sich ja die Netzgemeine über eine Z-Promi Dame auf, die sich 4 Rippen hat entfernen lassen. Eine ältere Dame hier in der Nachbarschaft meinte: Ja, die Welt wird immer verrückter, zu meiner Zeit (wann immer das war) haben wir auch auf unsere schlanke Linie geachtet aber sowas hat es nicht gegeben….

Klar, es hat auch kein Internet gegeben wo alles geteilt wurde. Aber abgedrehte Methoden um schlank zu werden, gibt es schon länger.
Eigentlich war dieser Bericht heute als reine Ironie gemeint, aber bei der Recherche musste ich erkennen, dass es einige Methoden immer noch gibt oder sie wiederkommen.

Fangen wir mit den heftigen Sachen an:

Arsen

Im viktorianischen Zeitalter gab es Wunderkuren für fast alles, einschließlich Übergewicht. Diejenigen, die schnell etwas Fett verlieren wollten, und es sich leisten konnten, kauften sich irgendwelche dubiosen Pillen, auch solche, die Arsen in kleinen Mengen enthielten. Natürlich war es den Käufern gar nicht klar, was sie da nahmen und auch Werbung wurde dafür nicht gemacht. Aber wie man sich denken kann, kam es zu „Unfällen“, wenn die übereifrigen eine zu hohe Dosis nahmen. Man wollte ja schnell abnehmen….Todesfälle kamen also vor.
Arsen war nur eine Zutat dieser Pillen. Es gab auch solche mit Seife (sollte wohl das Fett auflösen) oder Schmalz. Was damit bezweckt wurde, ist leider nicht überliefert.
Das Erschreckende: bei meiner Recherche stieß ich auf ein Detox Mittel auf Tonerdebasis, das nachweislich auch Arsen enthält. Die Nutzerinnen des Mittels machen trotzdem weiter….
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Bandwurm (20er Jahre bis 50er Jahre des 20. Jahrhunderts)

Jetzt wird es richtig eklig: die Bandwurm Diät. Dabei wurden Bandwurmeier oder Larven in eine Kapsel verbracht und dann geschluckt. Es wurde angenommen, dass Bandwürmer sehr gefräßig sind und dem „Wirt“ das Essen quasi wegfressen. Das ist nicht mal erwiesen. Statt dessen können die Larven im Körper wandern und große Schäden anrichten.
Angeblich hat die Opernsängerin Maria Callas mit dieser Methode sehr viel Gewicht verloren, obwohl sie es immer abgestritten hat. Und heute noch kursiert das Gerücht, dass diese Methode von Models angewandt wird Aber egal, ob Tatsache oder Märchen: es ist schon erschreckend, wie weit Menschen (wahrscheinlich meistens Frauen) gehen, um abzunehmen.

Zigarette statt Abendesses

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Werbung immer einflussreicher. Um mehr Zigaretten zu verkaufen, warb die Firma Lucky Strike mit dem Slogan: „Greife lieber zur Zigarette statt zur Schokolade“. Damit versuchte man vor Allem, weibliche Kunden zu gewinnen. Diese agressive Werbekampagne wurde vor allem in Tageszeitungen und Modezeitschriften veröffentlicht. Schlanke, knabenhafte Figuren waren in und man sprach daher gezielt modebewußte Frauen an.
Erstaunlicherweise hat sich damals die Modeindustrie zur Wehr gesetzt und gekontert, dass Süßigkeiten zu einer ausgewogenen Ernährung dazugehören. Trotzdem war Lucky Strike sehr erfolgreich.

Auch heute noch, wo man als Raucher fast ein Außenseiter ist, greifen viele Frauen zur Zigarette, um ihr Gewicht zu halten. Rauchen unterdrückt zwar tatsächlich den Appetit, aber was hat man von einer schlankeren Figur, wenn man im Gesicht Jahre älter aussieht? Wer mehr zum Thema lesen will, findet hier mehr Information: http://www.fit-und-in-form-40plus.com/rauchen-macht-schlank.html

Gummi

Nein, keine Gummibärchen, sondern die Art Gummi, die man zur Reifenherstellung nutzt. Charles Goodyear hatte mitte des 19. Jahrhunderts den Prozess der Vulkanisierung entwickelt. Mit dem Einsetzen der industriellen Revolution hatte man plötzlich die Möglichkeit, Gummi massenhaft zu vielen Produkten zu verarbeiten. Zu diesen Produkten zählten auch Corsagen und Unterhosen. Man glaubte damals, dass Fett dadurch eingeschnürt wird und letztendlich schmilzt. Klar, heiß wurde einem in diesen Dessous allemal. Es war mit sicherheit kein Spaß für die Träger: da die Haut ständig feucht war, kam es zu Hautreizungen und Entzündungen. Die edlen Stücke wurden übrigens von Männern und Frauen getragen.
Dieser Trend hörte dann mit dem 1. Weltkrieg auf. Da brauchte man den Rohstoff für andere Zwecke.
Uns bleibt heute die Shapewear, die zwar für die Haut besser ist, aber meiner Meinung nach trotzdem unbequem. Und die Trägerinnen heute wissen, dass man dadurch nur vorübergehend schlanker ist und kein Gewicht verliert.


Essig

Promis, die irgendwelche Diäten popular machen, gab es auch schon im 19. Jahrhundert, lange vor Facebook und Instagram.

Einer der Leute, die heute bestimmt viele Follower hätten, ist Lord Byron (George Gordon Byron, ein englischer Dichter und Poet). Er startete eine der ersten „Celebrity Weight Loss“ Obsessionen, und dies wurde auch in den Zeitungen verbreitet. Dauerte nur alles etwas länger als heute. Aber auch seine Fans wollten aussehen wie er und ahmten seine Geheimdiät nach: Essig! Viel Essig, pur, mit Kartoffeln oder mit Reis. Als Nebeneffekt gab es Erbrechen und Durchfälle.

Byron hatte eine panische Angst zuzunehmen. Zur Kontrolle wog er sich mehrmals täglich. Es wird berichtet, dass er sich von 88 kg auf 57 kg runterhungerte, bei 1,74 m Größe.
Da er einen großen kulturellen Einfluss hatte, waren die Leute natürlich besorgt, dass die Jugend ihm nacheiferte. Teenager, männlich wie weiblich, wollten wie Byron dünn und blass sein.
Würde er heute leben, hätte er vermutlich ein Buch über seine Diät geschrieben und dieses Buch wäre auf der Bestsellerliste.
Seit dieser Zeit haben sich in der Gesellschaft feste Mahlzeiten etabliert.Die Menschen machten sich erstmals Gedanken um ihre Figur und ihr Gewicht. Selbst Queen Victoria war davon nicht ausgenommen: laut Berichten hatte auch sie eine panische Angst, zuzunehmen.

Bildquellen:
Von Thomas Phillips - NPG, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=374342
Von Thomas Phillips - BBC Your Paintings object page; image, Gemeinfrei, ttps://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11540297


Nackt vor einem Spiegel essen

Vor einigen Jahren habe ich in den USA ein Buch entdeckt, dass die „Geheimnisse“ von schlanken Frauen gesammelt hat. Es war ironisch gemeint, und stellenweise musste ich laut lachen. Man bekam einen Spiegel vorgehalten und musste erkennen, wie weit viele Frauen gehen, um schlank zu sein. Und dabei musste man erkennen, dass man selbst auch dazu gehört. Ein schönes Beispiel: die Autorinnen hatten einen Tipp bekommen, den sie als wirklich zu heftig empfanden: sich zum Essen nackig vor einen Spiegel setzen…..da würde den meisten Frauen die Lust am Essen vergehen.
Welche verrückten Methoden kennt ihr noch? Die Liste, die ich hier präsentiert habe, ist mit Sicherheit nicht vollständig……
Aber bitte nicht nachmachen. Niemals auch nur ansatzweise. Es schadet Körper und Psyche.
 

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Bis dahin wünsche ich Euch eine schöne Zeit und genießt den Sommer!

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