Betreff: Vitamine im Kampf gegen die Pfunde - Was ist da dran?



Was gibt es Neues?

So allmählich kommen wir in die arbeitsreiche Phase unseres 10-Wochen Kurses. Die Teilnehmerinnen werden im Laufe der nächsten Woche ans Eingemachte gehen: die Auswertung der Ernährungsprotokolle, Identifizierung der Stressoren und vieles mehr. Sehr intensive Arbeit, aber der wichtigste Punkt, um Änderungen einzuführen. 
Wer sich für die nächste Runde interessiert, kann sich HIER das Video ansehen.
Der nächste Kurs ist für Ende August, also zum Ende der Ferienzeit geplant. Aber jetzt geht es erst mal zu den Vitaminen:

Vitamine bringen Pfunde zum Schmelzen - Fakt oder Fake News?

Immer wieder gibt es Schlagzeilen, die Vitamine al sein Mittel gegen überflüssige Pfunde anpreisen. Sind das lediglich „Fake News“ oder steckt etwas dahinter?
Zunächst einmal sind Vitamine Nährstoffe, die der Körper dringend benötigt, aber bis auf wenige Ausnahmen nicht selbst herstellen kann.
Es sollte eigentlich klar sein, dass kein Vitamin in der Lage ist, Gewicht zu verlieren. Auf der anderen Seite kann ein Mangel in bestimmten Vitaminen das Abnehmen schwieriger machen. Unterm Strich ist es aber immer die Kalorien, die zählen (mit Ausnahme einer ketogenen Ernährungsweise).
Wenn man sich aber sehr kalorienarm ernährt, kann es vorkommen, dass man nicht alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente bekommt, die der Körper braucht um optimal zu funktionieren. Wenn Du glaubst, dass Du unter einem Vitaminmangel leidest, lass es besser von einem Arzt überprüfen. Man kann zwar alle Vitamine in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen, aber das ist nicht ohne Risiko.
Aber schauen wir uns doch einige der Kandidaten näher an:

Vitamin A und unser Stoffwechsel

Vitamin A gehört zu den fettlöslichen Vitaminen, das heißt, der Körper braucht Fett, um es zu verwerten. Als ob wir davon nicht genug hätten….
Verschiedene Ursachen wie Stress, Infektion, Rauchen, Alkoholkonsum, viel Sonnenlicht, Bildschirmarbeit, Fernsehen und Lesen können zu einem Vitamin A Mangel führen. Hört sich doch ganz nach unserem Alltag an, oder? Wenn dann noch Medikamenten (Abführmitteln, Schlafmitteln) Diabetes und Schilddrüsen Unterfunktion dazu kommen, wird klar, dass eine Unterversorgung leicht möglich ist.
In amerikanischen Studien hat man festgestellt, dass bei einem Mangel die Schilddrüse nicht ausreichend arbeitet. Eine Unterfunktion wiederum kann zur Gewichtszunahme führen. Und so kam dann die Schlagzeile zu Stande. Bei Verdacht auf einen Mangel sollte man daher die Schilddrüse untersuchen lassen und bei Unterfunktion entsprechend Medikamente nehmen. Aber Vorsicht: ein Zuviel an Vitamin A kann ebenfalls zu Gesundheitsstörungen führen, also nicht auf Verdacht zuführen.

Vitamin A Quellen: Kalbsleber, Thunfisch in Öl, Hühnereier, Butter, Vollmilch. Pflanzliche Quellen: Kohlsorten, Möhren, Spinat Aprikosen sowie Pfirsiche, also grüne und gelbe Obst und Gemüsesorten.
Vitamin D und Gewichtsverlust

Vitamin D wird zur Herstellung des Hormons Calcitrol benötigt. Eine Besonderheit: Vitamin D kann auch durch Sonnenlicht aufgebaut werden.
Bei Erwachsenen mit Vitamin D Mangelzuständen kann ein erhöhtes Osteoporose Risiko, Verlust des Gehörs und Ohrensausen, gestörtes Immunsystem mit wiederholten Infekten, Muskelschwäche sowie ein erhöhtes Risiko für Dickdarm- und Brustkrebs entstehen.
Soweit die Gesundheitsrisiken, aber in den Fokus geriet Vitamin D 2009 in einer Studie (The Endocrine Society's 91st annual meeting): dort entdeckte man, dass höhere Level von Vitamin D im Blut die Gewichtsabnahme fördern. Daraus schloss man dann gleich, dass zusätzliche Gaben von diesem Vitamin auch helfen können. Genährt wurde diese Aussage von einer weiteren Studie, wo man rausfand, dass Calcium plus Vitamin D bei einer kalorienreduzierten Diät zu einem höheren Verlust von Körperfett führte.

Vorsicht, selbst die Wissenschaftler gaben zu, dass weitere Studien nötig sind, um Ursache und Wirkung eindeutig zu belegen. Wie bei vielen Studien im Bereich Ernährung können auch andere Faktoren eine Rolle spielen.

Vitamin D Quellen: Hering, Lachs, Heilbutt, Thunfisch, Hühnereier; Kalbsleber und Käse im pflanzlichen Bereich sind es die Steinpilze, Pfifferlinge und Zuchtchampignons.

Vitamin C und die Fettverbrennung

2005 wurde eine Studie veröffentlicht, nach der übergewichtige Menschen einen niedrigeren Level von Vitamin C haben. Eine Erhöhung von Vitamin C soll nach Aussage der Autoren dieser Studie helfen, bei mäßig intensiven Sporteinheiten mehr Fett zu verbrennen. 
Eindeutige Beweise gibt es auch hier nicht. Und wenn man keinen Sport treibt, tut sich da auch mit Megadosen an Vitamin C nichts. Da Vitamin C wasserlöslich ist, wird ein Zuviel einfach wieder ausgeschieden. Es kann also nichts schaden, Vitamin C zu nehmen, allerdings können zu hohe Dosen zu Magenproblemen und Durchfall führen.
Vitamin C Quellen: Zitrusfrüchte, Beerenfrüchte, Paprika, Kiwis, Blumenkohl, Grünkohl, Tomaten, Papaya, Brokkoli, Rosenkohl, Erdbeeren.
Vitamin B und Energiehaushalt

Es gibt insgesamt 8 B-Vitamine, die alle wasserlöslich sind. Ohne jetzt auf die Einzelheiten einzugehen, ist es wichtig zu wissen, dass die Vitamine eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung spielen. Da kommen natürlich windige Experten auf die Idee, diese Vitamine, als Gruppe oder Einzelkämpfer, zu Energieboostern zu erklären.
Auch wenn ich ungern Hoffnungen zerstöre: dem ist nicht so und eine isolierte Zuführung von einem oder mehreren B Vitaminen hilft keinesfalls. 

Natürlich ist es wichtig, für alle Stoffwechselprozesse, ausreichend B Vitamine zu sich zu nehmen. Aber das gilt für alle B Vitamine und man kann sich nicht nur eines heraussuchen. Vitamin B12 schien eine Zeit lang sehr populär zu sein. Eine Dermatologin erklärte mir dann, dass sie das in ihrer Praxis zu spüren bekommt: Vitamin B12 ist billig und sehr hohe Dosen können zu Hautunreinheiten führen. Das ist zwar nicht gefährlich, braucht aber keine Frau..
Hier Quellen von einigen der B Vitamine:

B1: Schinken, Schweinefleisch, Geflügel, Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, Hafermehl sowie Sonnenblumenkerne.
B2: Jogurt, Leber vom Kalb, Bierhefe, Champignons, Spinat sowie in Milch Käse, Fleisch, Geflügel und Fisch.
B6: Kartoffeln, Bananen, Linsen, Spinat, Leber vom Kalb, Fisch, Fleisch, Äpfel, Soja und Rosenkohl sowie Vollkornprodukte.
B12: Kalbsleber, Hering, Miesmuscheln, Rinderfilet, Hühnereier, Vollmilch sowie Buttermilch und Quark.

Fazit:
Das Wundervitamin, das Pfunde zum Schmelzen bringt, gibt es nicht. Meistens ist es die Pharmaindustrie, die immer wieder Aussagen aus Studien aus dem Zusammenhang zitiert, um neue Umsatzquellen zu schaffen.
Es ist also unnötig, irgendwelche Vitamine auf gut Glück zu nehmen.
Aber: die Durchschnittsernährung besteht heute aus mehr Fertigprodukten und weniger frischen Zutaten. Man ist zwar dazu übergegangen Vitamine zuzusetzen, aber besser ist es natürlich gleich Produkte zu essen, die wenig verarbeitet sind. Selbst wenn wir das tun und reichlich Obst und Gemüse im Speiseplan enthalten sind, diese Produkte stammen von ausgelaugten Böden und haben oft lange Transportwege hinter sich. Vitamine sind sehr empfindlich und werden bei Lagerung schnell abgebaut. Und wer baut schon Gemüse im eigenen Garten an.
Letztendlich kann unser Verdauungssystem oft die Nahrung nicht optimal verwerten. In vielen Fällen ist ein Mangel an Magensäure der Grund. Es ist ein Kapitel für sich, aber viele Menschen schlucken routinemäßig Antazida, Mittel, um erhöhte Magensäure zu binden, obwohl sie wahrscheinlich gar keine erhöhten Säurewerte haben.
Gehen wir einfach davon aus, dass die meisten Frauen sich nicht optimal ernähren, aber einen erhöhten Bedarf haben. Daher empfehle ich in jedem Fall erst mal abklären zu lassen, wo ein Mangel vorliegt und dann entsprechend zu ergänzen.
Und dann kann man natürlich seine Ernährung überprüfen (lassen), um zu sehen, wo man etwas verbessern kann.

Eine Tabelle mit dem Vitaminbedarf für Frauen 40+ findest Du als PDF Dokument auf meiner Website, im Newsletter Archiv, unter der heutigen Ausgabe:
Du hast Fragen zum Thema Vitamine und Vitaminbedarf? Oder sonst Fragen rund ums Thema Ernährung und Fitness? 
Unser nächster Newsletter erscheint erst am 12. Juli. 

Das Schwerpunktthema: ziemlich abgedrehte und nicht immer ganz ernst gemeinte Tipps zum Abnehmen.
Beispiel gefällig? Nackt vor dem Spiegel essen...
Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gab es dann noch den Ratschlag, Arsen zum Abnehmen zu nutzen. Kommentar überflüssig und Erfahrungsberichte gab es auch nicht.

Bis dahin wünsche ich Euch eine schöne Zeit und genießt den Sommer.
 


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