Betreff: Wechseljahre und Gewichtszunahme – muss das so sein? Teil 1



Was gibt es Neues?

Das heutige Schwerpunktthema kam auf Anregung meiner Kursteilnehmer zustande. Für mich ist das immer die größte Lernerfahrung: zu erfahren, wo meine Kunden Informationsbedarf haben.
Der Kurs geht inzwischen in die 2. Hälfte und das ist die Phase, wo sich Routine einstellt. Neu erlernte Verhaltensweisen festigen sich. Erste Erfolge sind jetzt auch für Außenstehende zu sehen. Aber es passiert auch, dass sich die ein oder andere schlechte Gewohnheit wieder einschleicht. Die Mädels arbeiten dran…..


Die meisten Kundinnen, die zu mir kommen, sind Mitte 40 bis Ende 50 und suchen Hilfe. Das Problem: Gewichtszunahme, und das bei gleichbleibenden Essgewohnheiten. Alle Diäten, die früher mal funktionierten, enden mit…..MEHR GEWICHT. Willkommen im Jo-Jo-Club.
Aber hier wollen wir keine Mitglieder sein. Wir wollen uns nicht so überrumpeln lassen.
Warum ist es jetzt noch schwerer, abzunehmen oder einfach nur sein Gewicht zu halten?
Im heutigen Newsletter spreche ich erst mal über die „Übeltäter“, die Hormone. Aber die machen auch nur ihren Job. Nächste Woche, in Teil 2, gibt es dann die Möglichkeiten, wie wir wieder die Kontrolle übernehmen können.
Eines vorweg: wir sind gestandene Frauen, die viel erlebt und viel geleistet haben. Es gibt absolut keinen Grund, uns selbst schlecht zu machen. Wir sind keine 20 mehr und sehen nicht mehr so aus. Aber wollen wir das? Nein. Wir brauchen nicht in Größe 34 zu passen. Wir sollten aber unsere Gesundheit, Beweglichkeit und Gelassenheit bewahren oder wiederherstellen.

Östrogen

Die weiblichen Fettzellen sind in der Lage Östrogen zu produzieren. Wenn der Östrogenspiegel zu sinken beginnt, werden die Fettzellen aktiv, greifen ein und unterstützen die Ovarien, die anfangen faul zu werden. So ist es keine Überraschung, dass üppige Frauen mit mehr Fettzellen weniger Beschwerden (Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen) in den Wechseljahren haben.
Damit die Fettzellen ihren Job machen können und mit etwas Östrogen aushelfen, werden Enzyme aktiviert, die Fett speichern. Enzyme, welche die Fettverbrennung unterstützen, werden deaktiviert. Nicht unbedingt das, was eine figurbewusste Frau sich wünscht.

Insulin

Wenn der Östrogenspiegel sinkt, muss die Bauchspeicheldrüse härter arbeiten, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Aber mehr Insulin im Blut führt dazu, dass Nahrung als Fett gespeichert wird und nicht als Energie verbrannt wird.
Unsere Lebensweise tut ein Übriges: wenn man sich von einfachen Kohlenhydraten ernährt (Brötchen, Pasta, Reis, Schokolade und andere Süßigkeiten), erhöht sich der Insulinspiegel rapide, um den Zucker aus dem Blut zu entfernen. Nach dem „Schokoladen High“, dem angenehmen, entspannenden Gefühl, wenn wir Schokolade essen, kommt der Absturz: der hohe Insulinpegel im Blut senkt den Blutzuckerspiegel unter den normalen Wert, wir fühlen uns müde und nur der nächste Zuckerschub hilft. 

Muskeln

Ab dem 35 Lebensjahr verlieren wir ungefähr ein halbes Pfund Muskelmasse pro Jahr. Dies hört sich nach recht wenig an, aber es summiert sich. Dazu kommt, dass wir in dieser Zeit mit Kindererziehung oder Karriere (oder Beidem) beschäftigt sind und die Zeit für regelmäßiges sportliches Training fehlt. Körperliche Inaktivität beschleunigt diesen Prozess leider noch.
Dies hat zweierlei Auswirkungen:
  • Muskelmasse ist viel schwerer als Fett. Das heißt ein Pfund Muskelmasse beansprucht viel weniger Platz als ein Pfund Fett. Das Bild rechts zeigt beide Gewebetypen im direkten Vergleich. Selbst wenn unser Gewicht absolut gleichbleibt, brauchen wir mehr Platz in unseren Kleidern, wenn wir Muskeln verlieren und Fett aufbauen. 
  • Muskelmasse verbraucht wesentlich mehr Energie, sprich Kalorien, als Fettgewebe. Wenn sich das Verhältnis zugunsten von Fett verschiebt, benötigen wir also weniger Energie um unser Gewicht zu halten. Wenn wir jetzt noch die meiste Zeit sitzend verbringen, und weniger Energie für Bewegung aufwenden, ist es logisch was wir beobachtet haben: wir essen genauso viel wie mit 20 und nehmen zu. 

Aber auch strikte Diäten bauen Muskulatur ab. Daher sollten Frauen in der Lebensmitte darauf achten, die Kalorien nicht zu stark einzuschränken. Und nicht länger als 48 Stunden fasten.

Schilddrüse

Jeder von uns hat schon gehört, dass eine faule Schilddrüse der Grund für eine Gewichtszunahme sein kann. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion schaltet der Stoffwechsel einige Gänge zurück. Diese Personen frieren, sind müde, haben keine Energie. Umgekehrt, bei einer Überfunktion ist der Motor überdreht. Man wird hyperaktiv, kann mehr essen und verliert trotzdem an Gewicht.
Mit nachlassender Östrogenproduktion wird oft auch die Schilddrüse faul und produziert weniger T3 und T4. Das muss noch keine behandelbare Unterfunktion sein, aber der Körper registriert kleinste Schwankungen. Daher schaltet der Stoffwechsel einige Gänge zurück. Man friert, ist müde, hat keine Energie.
Manchmal treiben wir auch selbst unsere Schilddrüse dazu ihre Arbeit einzustellen: wenn wir über längere Zeit eine strikte Diät einhalten und die Kalorienzufuhr unter ca. 1200 Kalorien pro Tag senken, greift ein Selbstschutzmechanismus ein: der Körper wittert eine Hungersnot und schaltet den Stoffwechsel drastisch zurück, indem er weniger Schilddrüsenhormone produziert. 

Serotonin

Mit nachlassender Östrogenproduktion sinkt auch das Serotonin in unserem Körper. Serotonin ist ein Neurotransmitter in unserem Gehirn, der für Wohlbefinden sorgt. Wenn dieser Botenstoff niedrig ist, schreit unser Gehirn nach süßen oder stärkehaltigen Nahrungsmitteln. Was hilft? Schokolade! Schokolade lässt nachweislich den Serotoninspiegel ansteigen. Es stimmt also, Schokolade macht glücklich, wenn auch nur für kurze Zeit. Nach dem Zucker High kommt der Kater. Aber es gibt Möglichkeiten mit unserer Ernährung hier einzugreifen. Keiner soll für den Rest seines Lebens auf Schokolade zu verzichten. 


Das wäre Stress und wie wir in der nächsten Woche erfahren können, trägt Stress gerade bei Frauen in den Wechseljahren erheblich zur Gewichtszunahme bei. Nicht nur das, durch dauerhaften Stress wird die Reserve da eingelagert, wo wir es gar nicht wollen: im Bauchraum. Mehr darüber und Wege aus diesem Teufelskreis gibt es dann nächste Woche.


Hast Du Fragen zu diesem oder anderen Themen, die Du gerne beantwortet hättest?
Oder sind es bestimmte Schwerpunkte, über die Du mehr wissen möchtest?
Lass es uns wissen, wir werden es gerne in einem der nächsten Newsletter aufnehmen?
Unser nächster Newsletter erscheint am 26. Juli. Das Schwerpunktthema ist Teil 2 von "Wechseljahre und Gewicht": wie Du wieder die Kontrolle übernimmst.
Bis dahin wünsche ich Euch eine gute Zeit und viel Sonne.



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