Subject: ZWG Newsletter Oktober 2026

Liebe Zero-Wastler*innen,


weniger Einweg, mehr Kreislauf – dafür braucht es gute Ideen und klare politische Regeln. Im Oktober schauen wir auf die geplante Plastiksteuer, den Verpackungscheck der Deutschen Umwelthilfe und unseren gemeinsamen Einsatz gegen den Ausbau der Müllverbrennung. Dazu gibt es Impulse aus unseren Mitgliedsvereinen in Köln und Kiel.

Alle Inhalte auf einen Blick

  • Aktuelles aus dem Netzwerk:
    >> Global Week of Action to Stop Incineration

  • Allgemeines aus der Zero-Waste-Welt:
    >> Geplante Plastiksteuer
    >> Verpackungscheck der Deutschen Umwelthilfe

  • Neues aus den Mitgliedsvereinen:

    >> Zero Waste Kiel beteiligt sich an Creative Circular Cities
    >> Zero Waste Köln besucht BNE-Festival NRW

  • Bildhinweise, Vernetzung und Impressum

 

Aktuelles aus dem Netz­werk

 

Gemeinsam gegen den Ausbau der Müllverbrennung


Vom 13. bis 16. Oktober 2026 fand die Global Week of Action to Stop Incineration statt. Die Aktionswoche wurde vom Netzwerk GAIA, der Global Alliance for Incinerator Alternatives, ins Leben gerufen. Sie verbindet lokale Initiativen gegen Müllverbrennung und macht ihre Forderungen international sichtbar.


Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, wertvolle Ressourcen im Kreislauf zu halten. Denn Müllverbrennung verursacht Emissionen, vernichtet Rohstoffe und bindet Geld, das für Abfall­vermeidung und Wiederverwendung fehlt. Zudem brauchen Verbrennungsanlagen dauerhaft große Abfallmengen – und erschweren damit den Wandel zu weniger Müll.


Während der Aktionswoche haben 84 Organisationen aus ganz Europa in einem ge­meinsamen Brief an die EU-Institutionen und nationalen Regierungen einen Stopp neuer und erweiterter Verbrennungskapazitäten gefordert. Der EU-Emissionshandel und das geplante EU-Kreislaufwirtschaftsgesetz sollen den Abbau unnötiger Kapazitäten vor­anbringen. EU-Mittel sollen statt neuer Verbrennungsanlagen die Abfall­vermeidung, Wiederverwendung und das Recycling fördern.


Mit Zero Waste Europe setzen wir uns dafür ein, den Ausbau von Verbrennung­skapazitäten in Europa zu stoppen. Als Zero Waste Germany tragen wir die Botschaft nach Deutschland und haben die Forderungen während der Aktionswoche auch auf Instagram sichtbar gemacht.

 

Allgemeines aus der Zero-Waste-Welt

 

Geplante Plastiksteuer: ein Schritt in die richtige Richtung


Anfang Oktober wurde bekannt, dass die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD eine neue Plastiksteuer planen. Laut dem Gesetzesentwurf sollen ab Juli 2027 pro Tonne Kunststoff in Verpackungen 550 Euro fällig werden. Betroffen wären auch Folien und Verbundverpackungen mit einem Kunststoffanteil von mehr als fünf Prozent.


Die Steuer soll bei Produktion oder Einfuhr anfallen – das heißt, Hersteller und Importeure werden in Verantwortung gezogen. Für Verpackungen aus recyceltem Kunststoff ist auf Antrag eine Befreiung vorgesehen. Ob die Plastiksteuer tatsächlich so umgesetzt wird, bleibt noch offen. Beschlossen ist sie bislang nicht.


Als ZeroWaste Germany begrüßen wir die geplanten Schritte. Eine Plastiksteuer kann Unternehmen einen finanziellen Anreiz geben, weniger Kunststoff für Verpackungen einzusetzen und Abfälle bereits bei der Gestaltung ihrer Produkte zu vermeiden.

Entscheidend ist dabei, dass tatsächlich weniger Verpackungsmüll entsteht. Deshalb ist es wichtig, dass Hersteller nicht einfach auf andere Einwegmaterialien ausweichen, sondern langfristig stärker auf Mehrweg setzen.

 

Verpackungscheck: Die Mehrwegwende lässt auf sich warten


Verpackungsarm einzukaufen bleibt vielerorts schwierig. Der fünfte Verpackungscheck der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt: In klassischen Super­märkten und Discountern in Deutschland dominieren weiterhin Einweg­ver­packung­en. Eine breite Verpackungswende ist auch nach fünf Jahren nicht erkenn­bar.


Für die Untersuchung besuchte die DUH 48 Filialen von zwölf Handelsketten. Alle getesteten Discounter erhielten die rote Karte. Alnatura, Bio Company und Denns schnitten dagegen mit Grün ab: Sie zeigen mit unverpacktem Obst und Gemüse sowie Mehr­weg­lösungen, dass es anders geht. Die Ergebnisse beruhen auf einer nicht repräsentativen Stichprobe.


Für uns ist klar: Abfallarmes Einkaufen muss überall einfacher werden. Dafür braucht es mehr unverpackte Angebote und verlässliche Mehrwegsysteme – auch über Getränke hinaus. Die Verantwortung darf nicht allein bei den Kund*innen liegen. Der Handel muss die passenden Angebote schaffen.


Auch das Netzwerk Break Free From Plastic untersucht mit seinem jährlichen weltweiten Supermarkt-Audit den Umgang des Handels mit Verpackungen. Wir sind gespannt, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich zum DUH-Check zeigen werden.

 

Neuig­keiten aus unseren elf Mit­glieds­vereinen

 

Zero Waste Kiel: Kreative Ideen für die Kreis­lauf­wirtschaft


Wie können Kunst und Kultur die Kreislaufwirtschaft voranbringen? Im EU-Projekt Creative Circular Cities entwickeln sechs Städte im Ostseeraum dafür Ansätze. Mit dabei sind Gdynia, Riga, Aarhus, Turku, Tallinn und Kiel.


Beim Reparatur- und Upcycling-Festival sowie einer Ausstellung auf dem Waterkant Festival konnten Besucher*innen erleben, wie sich Materialien länger nutzen und neu gestalten lassen. Im Kurzprojekt Goldmine entstanden in Kooperation mit der Muthesius Kunsthochschule aus weggeworfenen Materialien neue Produkte. So wurde Kreis­lauf­wirt­schaft konkret und erlebbar.


Umgesetzt wird das Projekt in Kiel vom Anscharcampus, der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein und Zero Waste Kiel. Es wird durch Interreg Baltic Sea Region mit EU-Mitteln gefördert. Hier geht's zur Übersicht des Projekts.

 

Zero Waste Köln: Bildung für eine nachhaltige Zukunft


Beim BNE-Festival NRW stand im Mittelpunkt, wie aus Wissen nachhaltiges Handeln wird. Das Festival fand im September erstmals in Köln statt. Pia Wroblewski, Vorstandsmitglied von Zero Waste Köln, war dabei. BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie soll Menschen befähigen, ver­ant­wortungsvolle Entscheidungen zu treffen und eine nachhaltige Gesellschaft mitzugestalten.


Pia Wroblewski nahm vor allem Anregungen für spielerische Bildungs­angebote mit. Ein Anliegen des Vereins: Neben Recycling soll auch die Vermeidung von Abfällen stärker in der Bildungs­arbeit verankert werden. Dafür bietet Zero Waste Köln bereits einen Bildungs­koffer für Grundschulen und einen Zero-Waste-Parcours ab Klasse 5 an. Hier geht's zum vollständigen Bericht.

 
 

Bildhinweise

Titelbild von: Maggie Yap, Unsplash

Bild für Aktuelles (Zero Waste Europe) von: Zero Waste Europe
Bild für Allgemeines (Plastiksteuer) von: sergeyryzhov, Getty Images via Canva

Bild für Allgemeines (Verpackungscheck) von: VLG, Getty Images via Canva

Bild für Zero Waste Kiel: YouTube
Bild für Zero Waste Köln : Zero Waste Köln

 

Vernetzung


Du bist in einem Mitgliedsverein aktiv, fühlst dich aber noch nicht gut vernetzt? Dann fülle das Anmeldeformular aus und profitiere von unserem Zero-Waste-Netzwerk.

Du bist in einer Zero Waste Initiative oder Verein, aber noch nicht Mitglied bei Zero Waste Germany und möchtest das ändern?! Dann melde Dich gerne bei uns: contact@zerowastegermany.de


Du interessierst Dich für Zero Waste und möchtest aktiv werden, jedoch gibt es in deiner Nähe keinen Verein/keine Initiative? Schreibe uns gerne an: contact@zerowastegermany.de


Du möchtest einen Beitrag für den nächsten Newsletter einreichen, einen Veranstaltungstipp teilen oder hast Fragen und Anregungen? Schicke deine Anfrage an unser Zero-Waste-Germany-Redaktionsteam:

redaktion@zerowastegermany.de

 

Impressum

gemäß §5 TMG


Hauptsitz: Zero Waste Germany e. V., Adelheidstr. 28, 24103 Kiel
Postanschrift: Michael Cieslik c/o Zero Waste Germany e. V., Prälat-van-Acken-Str. 1 50935 Köln

Vereinsregister VR 7263 KI | Registergericht: Amtsgericht Kiel

Vertreten durch Michael Cieslik, Nora Stroetzel, Olaf Deller, Sarah Jordan

               Redaktionell verantwortlich: Michael Cieslik                


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