Betreff: Die erste Korrektur des Jahres ist da!

Die erste Börsen-Korrektur des Jahres ist da!
Hallo Friend,

jetzt ist es mal wieder passiert: Elon Musk ist vergangene Woche um 25 Milliarden Dollar ärmer geworden. Zugegeben, die letzte Börsenwoche war schon hart, aber für die Medien ist das natürlich ein gefundenes Fressen. Allein bei n-tv gab es an einem Tag vier Artikel über die "Horrorwoche" an den Börsen.

Wenn es solche Nachrichten gibt, dann ist die Panikmache nicht fern. Es ist nicht mal drei Wochen her als es noch hiess: "Elon Musk: 32 Milliarden Dollar reicher - an einem Tag". Ja, was denn nun? Das ist ja nicht schlimm, wenn der gute Elon einen Teil seiner Tagesgewinne Anfang Januar in einer Woche verliert. Und ärmer ist der Mann nun wirklich nicht geworden. Genau jetzt kommt die Zeit der Investmentpornographie und Panikmache. Viele bekommen es dann mit der Angst zu tun und handeln panisch wie die Wahnsinnigen. Daher ist es an der Zeit, das Ganze mal vernünftig einzuordnen.
Was ist denn genau passiert?

Die Inflation ist in den vergangenen Wochen und Monaten nochmal gewaltig angestiegen. Seit Januar 2021 hat sich die Inflationsrate von 1,0 % auf 5,3 % stark verteuert. An den Preisen in den Supermärkten können wir diese Entwicklung sehr gut sehen. Auch die Energiepreise sind ordentlich angestiegen. In den USA ist die Entwicklung noch extremer, denn da betrug die Inflationsrate ganze 7 %. Welche Bedeutung das für die Wirtschaft hat, hat Professor Dr. Hartmut Walz hier sehr gut erläutert.

Ein Mittel, um diese Inflationsraten wieder zu senken, sind Zinserhöhungen. Wegen der Corona-Krise gab es diese schon lange nicht mehr. Die Erhöhung von Zinsen hat einen großen Einfluss auf die Börsen. Außerdem sollen die Wertpapierkäufe zur Stützung der Konjunktur stark abgebaut werden. Diese Maßnahmen gab die US-Notenbank FED im Dezember und Anfang Januar bekannt. Seitdem sind die Börsen im Korrektur-Modus.

Auf den ersten Blick kann man jetzt sagen: Aber die Zinsen müssen doch auch mal wieder steigen. Richtig, früher oder später müssen die Staaten auch wieder aus dem Corona-Krisenmodus raus. Diese Zinserhöhungen haben aber ein sehr großen Einfluss auf die vielen heißgelaufenen und überbewerteten Tech-Werte.

Gerade diese Werte arbeiten mit einem hohen Fremdkapital-Hebel, also Schulden. Kommt es zu Zinserhöhungen hat das einen großen Einfluss auf die Gewinne wachstumsstarker Firmen wie Apple, Amazon, Meta, Netflix oder auch Alphabet, weil sich die Kredite verteuern. Laufen deren Kurse schlecht, hat es wegen der hohen Marktkapitalisierung der Unternehmen auch einen großen Effekt auf die großen Indizes. 

Darüber hinaus betrifft es aber auch viele kleinere Werte, die noch keine Gewinne erwirtschaften. Dazu gehören dann ganz viele Werte aus dem High-Growth-Sektor, die während der letzten 2 Jahre zu den absolut gehypten Gewinnern gehörten. 

Seit Anfang Januar verlor der Technologieindex Nasdaq ganze 2.000 Punkte bzw. 11 %. Einschlägige Themen-ETFs wie beispielsweise aus dem Cloud Computing-Sektor verloren sogar über 16 %, weil viele Werte aus dem Bereich völlig überbewertet waren. Man kann also sagen, dass ganz viel heiße Luft gerade aus diesen Werten rausgelassen wurde.

Was also tun?

An dieser Stelle verweise ich mal wieder auf die unabdingbare Diversifikation. Wer nur Tech-Werte in seinem Portfolio hat, wird auch künftig immer wieder von Zinserhöhungen getroffen werden. Diese einseitige Anlage mag vielleicht über einen längeren Zeitraum gut funktioniert haben, weil die Zinsen immer wieder gesenkt wurden. Aber wenn die Zinsen erhöht werden, dreht sich das Ganze dann um. Deswegen sind viele unterschiedliche Branchen für eine geringe Volatilität wichtig. So sank der MSCI World mit einer breiten Streuung nur um 6 % im Januar.

Von Zinserhöhungen profitieren auf lange Sicht vor allem Anleihen, aber auch Banken, die von den teureren Krediten profitieren. 

Mein Aktienportfolio mit einer breiten Branchen-Diversifikation sank im Januar um 6,78 %. Selbst mein breites Themen-ETF-Portfolio sank nur um 8,85 % und damit weniger als der Nasdaq. Meine Kryptowährungen sind mit -30 % auch wieder komplett unter die Räder gekommen, was aber angesichts der letztjährigen Performance keine Überraschung ist.

Dafür sind meine langjährigen Verliererwerte British American Tobacco, Altria, Royal Dutch Shell und AT&T im Januar sogar im Plus. Das liegt u. a. daran, dass diese Werte nicht so stark an den steigenden Zinsen hängen und zumindest bei den Tabakfirmen das Geschäft nach wie vor hochprofitabel ist. Gerade in den USA sind die Zigaretten so teuer, dass die Marge immer noch profitabel ist, selbst wenn immer weniger Menschen rauchen.

Fazit

Zinserhöhungen hin oder her, wenn die Wirtschaft weiterhin boomen sollte und die Unternehmen gute Zahlen präsentieren, werden sich auch die Indizes wieder erholen und entwickeln. Seit dem März 2020 waren so viele Übertreibungen im Markt, dass es jetzt einfach an der Zeit für eine Korrektur war und die ganzen Überbewertungen abgebaut werden. 

Ganz deutlich hat man es in der vergangenen Woche bei Netflix gesehen. Zwar gab es mit "Squid Game" und "Don't look up" extrem erfolgreiche Serien bzw. Filme, aber die Abonnentenzahlen blieben trotzdem knapp unter der eigenen Voraussage. Das Ergebnis: Die Netflix-Aktie fiel wie ein Stein auf das Niveau von April 2020! Und ausgerechnet dann erhöht das Unternehmen aus Los Angeles ordentlich die Preise in den USA. 

Der Kampf um die Streaming-Kunden wird in den nächsten Jahren noch viel stärker werden. Aber bisher überzeugt Netflix mit Qualität und Vielfalt, was bei den anderen Konkurrenten nicht so wirklich da ist. Und so niedrig war das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Netflix jetzt mit 35 noch nie. Bis April lag das KGV noch bei 80. Netflix konnte den Nettogewinn allein im letzten Jahr fast verdoppeln (von 2,7 Mrd. auf 5,1 Mrd. Dollar). Typische Überreaktion also wie bei einigen anderen Werten auch, aber absolut kein Grund zur Panik.

Es ist auch nur eine Frage der Zeit bis das nächste Magazin oder die nächste Zeitung schreibt: "Elon Musk ist wieder xy % an einem Tag reicher geworden." Im Gegensatz zu Netflix ist Tesla aber nach wie vor völlig überbewertet (KGV = 305). Wenn die Aktie mal richtig fällt, wird da auch die Luft herausgelassen. Und ehrlich gesagt, interessiert mich das als Privatanleger überhaupt nicht und ist auch kein Maßstab für den Vermögensaufbau, was mit Elons Vermögen passiert. Aber viele Medien wissen halt nicht, was sie anderes schreiben und aufbauschen sollen. So eine Elon Musk-Clickbait-Headline zieht in der Regel immer.      

Deswegen lautet mein 5-Euro-Phrasenschwein-Schlussatz: Abwarten, nichts überstürzen und leckeren Tee trinken. Auch wenn ich im Januar höhere fünfstellige Buchverluste erleiden musste, bin ich ganz weit weg vom Panik-Modus - trotz der vielen schlechten Börsennachrichten. Das musste einfach mal gesagt werden. 

Viele Grüße
Januar-Verlosung
Das Jahr ist erst drei Wochen alt und schon gibt es ein Finanzbuch auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste. Die Rede ist von "Das einzige Buch das du über Finanzen lesen solltest"* von Finanzfluss-Mitgründer Thomas Kehl und seiner Kollegin Mona Linke. Schon im Herbst war das Buch nach der Ankündigung Platz 1 bei den Amazon-Büchern. Beides ist eine absolut tolle Leistung, vor der ich meinen Hut ziehe. Aber hält der Titel, was er verspricht? 

Das Buch ist eine Mischung aus Anekdoten von Thomas und dem wichtigsten Wissen aus den Finanzfluss-Videos. Es liest sich sehr gut und vermittelt das Basis-Wissen auf unterhaltsame Weise. Für fortgeschrittene Anleger oder Einzelaktien-Investoren gibt es da nicht viel Neues zu entdecken, aber Anfänger erfahren alles, was sie wissen müssen, um loszulegen. In jedem Fall ist das Buch lesenswert und nicht ohne Grund so erfolgreich.

Thomas hat mir drei Bücher zur Verlosung angeboten und ich bin sicher, dass die Nachfrage groß sein wird. Herzlichen Dank an dieser Stelle! Wenn du eins der drei Bücher gewinnen möchtest, dann schicke einfach eine Mail mit dem "Das einzige Buch, das ich gewinnen will!" als Betreff an gewinnspiel@finanzrocker.net. Einsendeschluss ist der 26.01. um 15 Uhr. Danach ziehe ich die glücklichen Gewinner. Bitte nur einmal mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wer mehr über Arno und Thomas, die beiden Gründer von Finanzfluss, erfahren möchte, kann auch in die beiden hörenswerten Podcast-Interviews reinhören. Da kannst du die Entwicklung von YouTubern zu Unternehmern sehr gut nachverfolgen.
Neue Artikel in den letzten Wochen
Depotrückblick 2021 und Ziele 2022 (+ Podcast)

Auch für das Jahr 2021 gibt es wieder einen Depotrückblick und meine Ziele für das kommende Jahr. Denn zumindest an der Börse war es ein sehr erfolgreiches Jahr. Wie gehabt stelle ich alle meine Assets vor und hebe die Top- und Flop-Aktien des Jahres hervor. Den Rückblick gibt es wie gehabt als Artikel und in längerer Form auch als Podcast.  
“Vom Arzt zum Radiomoderator bis hin zum Abenteurer” – Interview mit Dr. Dirk Rohrbach

Dirk Rohrbach entwickelte auf Reisen durch die USA eine starke Leidenschaft für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Nach einer sechsmonatigen Reise auf dem Fahrrad quer durch Nordamerika beendete er seine Tätigkeit als Arzt. Fortan arbeitete er nur noch als Radiomoderator. Nach einer weiteren langen Reise kündigte er 2010 auch diesen Job. Seit elf Jahren ist er nun als Fotograf, Abenteurer, Buchautor und Podcaster unterwegs. Seine spannende Geschichte erzählt er in Folge 23 von “Mehr Mut zum Glück”.
Monatsrückblick
In der aktuellen Podcastfolge von "Mehr Mut zum Glück" habe ich es ja schon erwähnt: Ich bin im November in die USA geflogen und konnte mein zweites Weihnachtsfest im Ausland verbringen. Für mich war es das allererste Mal in Amerika und nach fast anderthalb Jahren Dauer-Lockdown am Schreibtisch war es tatsächlich wie in einer anderen Welt.

Denn während in Deutschland nach wie vor vieles untersagt ist, gab es in den USA kaum Restriktionen. Alles was ich geplant hatte, konnte ich auch umsetzen. Was aber für mich persönlich noch viel wichtiger war: Ich konnte viele Unternehmen aus meinem Depot hautnah erleben und mir ein gutes Bild abseits der Kennzahlen machen. Das war teilweise überraschend, teilweise erschreckend und manchmal auch sehr positiv. Zwar habe ich deswegen keine Aktie verkauft, aber aufgrund des Aufenthalts schon Aktien nachgekauft. 

Zu meinem Roadtrip mit fast 10.000 Kilometern durch 11 US-Bundesstaaten, meine Erlebnisse mit Kredit- und EC-Karten, Besonderheiten in den USA und einigen Aktien aus meinem Portfolio wird es im Februar eine etwas längere Solo-Podcast-Folge geben.

Meinen Depotrückblick 2021 habe ich übrigens in verschiedenen Hotels in Texas erstellt und dann in einer texanischen Blockhütte aufgenommen, die nicht mal einen richtigen Tisch hatte. Hier musste ich mal etwas improvisieren, aber die Folge kommt bisher sehr gut an und man hört ihr die Umstände (hoffentlich) nicht an. Für den Trip musste ich mir extra ein neues Mikrofon zulegen, das nicht so viel Platz wegnimmt und trotzdem eine gute Qualität hat.

Kurz vor Weihnachten hatte ich noch ein Podcast-Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Das habe ich aus einem Hotelzimmer im Nordwesten von Florida aufgenommen. Im Interview für das Medienmagazin ging es darüber, wie man über den Aktienboom in Deutschland am besten berichtet.  

Neben mir war auch Joscha Bartlitz vom Hessischen Rundfunk dabei. Er ist einer der Mitentwickler des sehenswerten TikTok-Kanals Your.Money, der mir persönlich sehr gut gefällt - auch wenn ich überhaupt nicht die Zielgruppe bin. Herausgekommen ist ein interessantes Interview, das am Ende eigentlich zu kurz war. Wir hätten noch viel mehr erzählen können. Hört doch mal in die 30 Minuten rein.

Am Mittwoch gibt es auch endlich wieder ein neues Interview im Finanzrocker-Podcast. Dann habe ich ein Hörerinterview mit einem ehemaligen Kollegen von mir. Er erzählt, warum der Vermögensaufbau so eine zentrale Rolle in seinem Leben spielt und wie er sich über einige schwierige Umwege ein Vermögen aufbauen konnte. 

Ich melde mich im Februar wieder mit einem neuen Newsletter und wünsche Dir bis dahin alles Gute.

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Daniel Korth, Dornbreite 7n, 23556, Lübeck, Deutschland
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