Es ist ja so: Unsere technisch-industriell getriebene Menschenwelt vernichtet alles nichtmenschliche Leben, ja, das Leben schlechthin. Denn Leben, das ist das sich selbst organisierende und in einem fortwährenden Stoffwechselstrom sich immer wieder aus sich selbst heraus neu Schöpfende.
Ja, aus sich heraus schöpfend; da ist kein Schöpfer im Außen, wie es der Zellbiologe Predrag Slijepčević in seinem Buch »Biozivilisationen« so ausführlich wie überzeugend darlegt. Denn das Leben will leben, und auch wir Menschen gewinnen Leben, wenn wir dieser Lebenskraft Raum geben und sie – da, wo es uns nach menschlichem Maß zu langsam geht – mit Wissen und tauglichem Tun unterstützen. Was da möglich ist (und den Medien oft nicht berichtenswert erscheint) ist überaus erstaunlich, wie Judith D. Schwartz in ihrem Buch »Die Regeneration der Erde ist möglich« an vielen Beispielen zeigt.
Um Wiederherstellung geht es auch James C. Scott: Wenn wir die Flüsse aus ihrem Korsett befreien, entfesseln wir ihre nährende, lebensspendende Kraft.
Und die finden wir nicht nur in der Natur um uns herum. Das Wunderwerk unseres Körpers erzählt mit jedem Atemzug, mit jedem Herzschlag von dieser Kraft, denn auch unser Körper ist Natur: Er lässt uns lieben und denken und uns bewegen, ist eingebunden in den Kraftstrom allen Lebens. Mit der poetischen und zugleich wissenschaftlich fundierten Darstellung von Abigail Rose Clarke finden wir Heimat in unserem Körper.
Nicht nur bei den Naturvölkern, auch bei uns gibt es Menschen, die diesen Kraftstrom allen Lebens ätherisch verkörpert sehen in Naturwesen, Elfen oder wie auch immer sie erscheinen mögen. Davon erzählt Julia Ahniaa aus ihrer unmittelbaren Schau.
So hoffe ich, Euch mit unserem Herbstprogramm wieder viele Zugänge zum lebendigen Sein zu eröffnen.
Herzlichst Euer Andreas Lentz |