Frühjahrstreffen des Unterausschusses Gartenbau
Gestern am 27.03.2025 fand das Frühjahrstreffen des Unterausschusses Gartenbau im Berufsbildungswerk des sächs. Garten-, Landschafts- und Wasserbaus e.V. statt.
Dieses Gremium, bestehend aus Bildungsberater*innen, Bildungsträgern, Lehrer*innen der Berufsschulen, Vertretern der grünen Verbände, Vertretern des LflUG(Referat 91-Berufliche Bildung) und Überbetriebliche Ausbildung und Unternehmer*innen aus ganz Sachsen, trifft sich 2x im Jahr, um sich über die derzeitige Ausbildungs- und Prüfungssituation auszutauschen.
Zusammen wurde die aktuelle Statistik der Ausbildungszahlen in 2024 besprochen.
Allgemein sind die Ausbildungszahlen in allen Fachbereichen des Gartenbaues um 9,3% im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Gründe dafür sind:
Rückgang der geburtenstarken Jahrgänge,
Interesse der Jugendlichen eher in digitalen und technischen Bereichen, mit teils auch höheren Ausbildungsentgelten
Unternehmen haben aufgrund der wirtschaftspolitischen Lage im letzten Jahr z. B. nur mit 1, statt 5 Auszubildenden Verträge geschlossen.
Positiv ist zu verzeichnen, dass 82% der Lehrlinge haben ihre Prüfung in 2024 bestanden haben, 1% mehr als im Vorjahr. Und laut der Umfrage wollen 84% in Ihrem gewählten Beruf verbleiben. Das sind 2% mehr als im Vorjahr. Auch die Absicht sich fortzubilden und z.B. einen Meisterlehrgang zu besuchen, ist im Vergleich zum Vorjahr um 3% gestiegen. Im Meisterlehrgang hat sich die Durchschnittsquote von 2,06 (2023) auf 1,83 (2024 ) verbessert.
Weiterhin wurde ein Best Practice Beispiel eines Unternehmens im Gartenbau vorgestellt.
Es gibt 1x im Monat einen sog. „Tag des Lehrlings“.
Dort bekommt der Lehrling Zeit:
Sein Berichtsheft zu pflegen / Nachweise vorzulegen,
Ein Projekt auf dem Betriebshof wird in Anlehnung an den Ausbildungsrahmenplan in kleinteiligen Arbeitsschritten vom Ausbilder/Chef erklärt und mit dem Azubi besprochen und durchgeführt.
Es wird eine „Pflanze der Woche“ vorgeschlagen, die der Azubi ins Herbarium bringen muss
Es gibt Feedbackgespräche zur derzeitigen Situation in der Ausbildung.
Mit diesen Methoden kann der Unternehmer entgegenwirken, dass sich die Quote der Nichtzulassung zu Prüfungen erhöht. Denn die Gründe dafür sind meistens viele Fehltage und fehlende Ausbildungsnachweise sowie große Lücken im Berichtsheft. Weiterhin trägt es dazu bei, dass der Azubi sich gesehen und wertgeschätzt fühlt, als Teil des Teams.
Am Nachmittag fand mit dem Geschäftsführer Toralf Purschwitz eine Besichtigung auf dem Gelände des Berufsbildungswerkes statt. Dort wurde 2021-2023 die Basis für ein ökologisches und nachhaltiges Betriebsgelände durch eine dezentrale Regenwassernutzung geschaffen, um langfristig den natürlichen Wasserhaushalt, die Biodiversität und das Kleinklima im urbanen Raum zu verbessern. Hierfür wurde eine Fassadenbegrünung an das Unterrichtsgebäude angebracht und Regenwasserbecken gebaut. Diese Fassadenbegrünung, die es in solchen Dimensionen momentan nur in Großstädten wie Berlin oder Paris gibt, soll ein Modellbeispiel für moderne und nachhaltige Stadtentwicklung in Dresden werden. Weiterhin wird das gewonnene Regenwasser u.a. für den Gemüseanbau der Dresdner Tafel genutzt und steht zukünftig für das geplante Biotop und die ökologisch angelegten Mustergärten zur Verfügung.
Für weitere Informationen:
https://www.bbw-galabau.de/projekte/urbane-wassernutzung3
Weiterhin bietet das Berufsbildungswerk auch Seminare und Schulungen an. Für Übernachtungsgäste gib es auch ein Gästehaus.
https://www.bbw-galabau.de/weiterbildung
https://www.bbw-galabau.de/berufsbildungswerk/gaestehaus