Subject: ZWG Newsletter August 2026

Liebe Zero-Wastler*innen,


es ist Mitte August und Europa kämpft weiterhin mit den Auswirkungen der ungewöhnlich hohen Temperaturen dieses Sommers. Desaströse Waldbrände zwingen nun sogar in Deutschland ganze Ortsteile zur Evakuierung. Ein weiteres alarmierendes Signal dafür, dass wir unseren Umgang mit Ressourcen und Umwelt grundsätzlich verändern müssen.


In dieser Ausgabe sprechen wir über die PPWR und ihre Bedeutung aus gesundheitlicher Sicht. Wir teilen eine Petition von Break Free From Plastic, die Coca-Cola zu mehr Mehrweg auffordert. Außerdem legen wir euch eine sehr gelungene Episode der heute-show ans Herz, die sich mit der Plastikkrise beschäftigt.


Auch aus unseren Mitgliedsvereinen gibt es Neuigkeiten rund um Mehrweg: Zero Waste München lädt im November zur ersten Münchner Mehrwegkonferenz ein. Zero Waste Kiel wiederum freut sich über die Entstehung des Kieler Mehrwegverbunds.

Alle Inhalte auf einen Blick

  • Zero Waste Germany: Die PPWR ist ein Gewinn für die Gesundheit

  • Plenum im August entfällt

  • Aktuelles aus dem Netzwerk: 
    >> BFFP fordert in neuer Petition mehr Mehrweg von Coca-Cola

  • Allgemeines aus der Zero-Waste-Welt: 
    >> heute-show beleuchtet Plastikkrise

  • Neues aus den Mitgliedsvereinen: 

    >> Zero Waste München lädt zur ersten Münchner Mehrwegkonferenz
    >> Zero Waste Kiel freut sich über die Gründung des Mehrwegverbunds

  • Bildhinweise, Vernetzung und Impressum

Zero Waste Germany

Ein Gewinn für die Gesundheit


Seit dem 12. August gilt die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR. Zero Waste Germany begrüßt diesen Schritt. Wie bei vielen europäischen Kompromissen ist auch die PPWR nicht perfekt – aber sie schafft eine wichtige gemeinsame Grundlage für weniger Verpackungsmüll und mehr Kreislaufwirtschaft. Statt unterschiedlicher Vorgaben in 27 Mitgliedstaaten gelten nun stärker harmonisierte Regeln für Verpackungen in der EU.


Besonders wichtig ist für uns, dass neben den Umweltfolgen auch die gesundheitlichen Auswirkungen nicht nachhaltiger Materialien stärker in den Fokus rücken. Denn mit der PPWR gelten ab sofort neue Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Diese sogenannten Ewigkeitschemikalien sind extrem langlebig und werden künftig strenger begrenzt und kontrolliert.


Denn für uns gehört beides zusammen: Eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft muss Umwelt und Gesundheit gleichermaßen schützenEs reicht nicht, Verpackungen nur recyclingfähiger zu machen. Materialien, die wir im Kreislauf halten, müssen auch sicher sein. Wo schadstoffärmere und nachhaltigere Lösungen verfügbar sind, sollten sie zum Standard werden – nicht die Ausnahme.


Die PPWR ist deshalb für Zero Waste Germany kein Endpunkt, sondern eine wichtige Basis, um Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und Gesundheit künftig noch stärker zusammenzudenken

Plenum im August

Das Plenum im August entfällt. Der Grund ist das Netzwerktreffen am vorletzten Augustwochenende in Köln. 

Wir freuen uns, euch dort persönlich begrüßen zu können! Das nächste Online-Plenum findet dann wieder am 28. September statt.


Aktuelles aus dem Netzwerk

Break Free From Plastic: Petition fordert mehr Mehrweg von Coca-Cola 


Laut den Brand Audits von Break Free From Plastic ist Coca-Cola seit sechs Jahren in Folge das Unternehmen, dessen Marken am häufigsten bei weltweiten Plastikmüll-Sammlungen gefunden werden. Schätzungen zufolge bringt der Konzern jährlich rund 137 Milliarden Einweg-Plastikflaschen in Umlauf. Ein Teil davon landet auf Deponien, in der Umwelt oder im Meer.


Seit Ende März steht Henrique Braun als neuer CEO an der Spitze von Coca-Cola. Die neue Petition von Break Free From Plastic richtet sich deshalb an ihn. Die Forderung: Der Konzern soll wiederbefüllbare und wiederverwendbare Verpackungen priorisieren und stärker in bestehende Mehrwegsysteme investieren. Denn das Potenzial ist groß. Mehrwegflaschen aus Kunststoff können dabei bis zu 25 Mal, Glasflaschen sogar bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden. So kann eine einzige Mehrwegflasche im Laufe ihres Lebens zahlreiche Einwegflaschen ersetzen.


Dass das funktionieren kann, zeigt unter anderem der Blick auf die Philippinen: Dort wird fast die Hälfte der Coca-Cola-Produkte in wiederbefüllbaren Glasflaschen verkauft. Umso kritischer sieht Break Free From Plastic, dass Coca-Cola sein früheres Ziel aufgegeben hat, bis 2030 einen Anteil von 25 Prozent wiederverwendbarer Verpackungen zu erreichen.

Allgemeines aus der Zero-Waste-Welt

TV-Tipp: heute-show spezial zur Plastikkrise


Plastik ist längst nicht nur ein Müllproblem: Es findet sich in Meeren, auf Gletschern und sogar im menschlichen Körper. Genau darum geht es im neuen heute-show spezial: Ist das Kunststoff oder kann das weg? Fabian Köster und Lutz van der Horst sprechen mit Wissenschaftler*innen und Politiker*innen über die Plastikkrise und mögliche Lösungen. Besonders spannend ist das Interview mit Helmut Maurer.


Unsere Empfehlung für alle, die sich kompakt und unterhaltsam über das Thema informieren möchten. Ein großes Dankeschön an die heute-show, dass sie diesem so wichtigen Thema 35 Minuten Sendezeit widmet.


Die Sendung ist in der ZDF-Mediathek oder auf YouTube verfügbar.

Neuigkeiten aus unseren elf Mitgliedsvereinen

Zero Waste München lädt zur ersten Münchner Mehrwegkonferenz


Zero Waste München engagiert sich seit Jahren für Mehrweg. Nun rückt der Verein das Thema Mehrweg in der Gastronomie bei einer eigenen Fachkonferenz in den Mittelpunkt. Am 10. November 2026 bringt die erste Münchner Mehrwegkonferenz Akteur*innen aus München und ganz Deutschland zusammen.


Im Fokus stehen ganz praktische Fragen: Welche Herausforderungen bringt Mehrweg im Gastro-Alltag mit sich? Welche Lösungen funktionieren bereits gut – und was können wir von den Erfahrungen anderer Städte lernen? Die Konferenz verbindet fachliche Impulse mit Workshops, Austauschformaten und Einblicken in bestehende Mehrweglösungen. Auch ein Panelgespräch und Messestände gehören zum Programm.


Eröffnet wird die Konferenz von der frisch gewählten 2. Bürgermeisterin Mona Fuchs. Eingeladen sind alle, die Mehrweg in der Gastronomie mitdenken, umsetzen oder weiter voranbringen möchten. Die Teilnahme ist kostenlos. Alle Informationen zur Konferenz und den Anmeldelink findet ihr auf dieser Webseite.

Zero Waste Kiel freut sich über Mehrwegverbund


Auch aus dem hohen Norden gibt es Neuigkeiten zum Thema Mehrweg. Zero Waste Kiel beschäftigt sich schon lange mit dem Thema und beteiligt sich unter anderem regelmäßig am Runden Tisch Mehrweg der Stadt. Umso mehr begrüßt der Mitgliedsverein, dass das Thema nun auch in einer neuen Allianz vorangetrieben wird.

Denn in Kiel haben sich Gastronomiebetriebe, Verkaufsstellen und die Landeshauptstadt zum Kieler Mehrwegverbund zusammengeschlossen, der 18 Betriebe und mehr als 100 Verkaufsstellen vereint.

Gemeinsam verfolgen sie ein ambitioniertes Ziel: Der Mehrweganteil bei Heißgetränken, der aktuell auf rund sieben Prozent geschätzt wird, soll langfristig auf 50 Prozent steigen. Erreichen will der Verbund das unter anderem mit einem sichtbaren Mehrwegangebot, gezielter Information und Schulungen. Ein grüner Mehrweg-Aufkleber kennzeichnet teilnehmende Betriebe.

Bildhinweise

Titelbild von: Michael Förtsch, Unsplash

Bild für Zero Waste Germany (PPWR) von: Marc Bruxelle, Getty Images / Canva

Bild für Aktuelles (BFFP) von: justhavealook, Getty Images Signature / Canva

Bild für Allgemeines (heute-show) von: SUMALI IBNU CHAMID, Alemedia.id / Canva

Bild für Zero Waste München : Jas Min, Unsplash
Bild für Zero Waste Kiel: Medvedkof, Getty Images/Canva

Vernetzung


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redaktion@zerowastegermany.de

Impressum

gemäß §5 TMG


Hauptsitz: Zero Waste Germany e. V., Adelheidstr. 28, 24103 Kiel
Postanschrift: Michael Cieslik c/o Zero Waste Germany e. V., Prälat-van-Acken-Str. 1 50935 Köln

Vereinsregister VR 7263 KI | Registergericht: Amtsgericht Kiel

Vertreten durch Michael Cieslik, Nora Stroetzel, Olaf Deller

               Redaktionell verantwortlich: Michael Cieslik                


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