Subject: ZWG Newsletter Juli 2026

Liebe Zero-Wastler*innen,


der Juli zeigt wieder einmal deutlich, wie spürbar die Folgen der Klimakrise bereits sind: außergewöhnliche Hitze, Trockenheit und Extremwetter gehören in vielen Teilen Europas längst zum Alltag. Umso wichtiger bleibt unser Einsatz für Ressourcenschutz, Kreislaufwirtschaft und weniger Verschwendung – denn Zero Waste ist auch Klimaschutz.


In dieser Ausgabe teilen wir eine Petition von Exit Plastik für Lebensmittel ohne Kunststoffverpackungen, blicken auf zwei neue gesetzliche Entwicklungen zur Rücknahme von Einweg-Vapes und zum Recht auf Reparatur.


Dann gibt es auch Neuigkeiten aus unseren Mitgliedsvereinen: Zero Waste Kiel lädt zu einer Ausstellung über eine Zukunft mit deutlich weniger fossilen Kunststoffen ein, ZeroWasteNürnberg lässt sich von der japanischen Vorzeige-Gemeinde Kamikatsu inspirieren – und aus Bad Vilbel gibt es einen Buchtipp für die Sommerpause.

Alle Inhalte auf einen Blick

  • Einladung zum Plenum im Juli

  • Aktuelles aus dem Netzwerk:
    >> Exit Plastik startet mit zwei Kampagnen in den Juli – inklusive Petition

  • Allgemeines aus der Zero-Waste-Welt:
    >> Neue Rücknahmepflicht für Einweg-Vapes
    >> Ende Juli wird das Recht auf Reparatur gestärkt

  • Neues aus den Mitgliedsvereinen:

    >> Zero Waste Kiel: Eine plastikfreie Zukunft – Waterkant Future Exposition
    >> ZeroWasteNürnberg blickt nach Kamikatsu
    >> Zero Waste Bad Vilbel empfiehlt: Plastik im Kopf

  • Neues aus Team Bildung: 
    >> Team Bildung stellt sich neu auf

  • Bildhinweise, Vernetzung und Impressum

Plenum im Juli

Das nächste Treffen findet am 27. Juli 2026 um 19 Uhr statt – ohne öffentliche Beteiligung. Es richtet sich ausschließlich an unsere Einzelmitglieder und Mitgliedsvereine und deren Vertreter*innen.


Wir besprechen strategische Themen und Ideen zum Dachverband Zero Waste Germany sowie zu den einzelnen Mitgliedsvereinen. Wir freuen uns auf euch!

Aktuelles aus dem Netzwerk

Exit Plastik startet mit zwei Kampagnen in den Juli


Exit Plastik ruft mit Lebensmittel ohne Plastik für alle dazu auf, eine Petition an Bundesumweltminister Carsten Schneider zu unterzeichnen. Die Forderung: Lebensmittel ohne Kunststoffverpackungen sollen flächendeckend und ohne Aufpreis verfügbar seinDenn rund 66 Prozent der Lebensmittel in Deutschland werden in Kunststoffverpackungen verkauft. Begleitet wird die Petition von einem Kampagnen-Reel, das im Bündnis breit geteilt wurde – auch von Zero Waste Germany. Über den Juli folgen weitere Faktenposts zum Thema.


Parallel nutzt Exit Plastik den Plastic Free July für eine Informationskampagne zu verstecktem Plastik im Alltag. In verschiedenen Karussellposts geht es unter anderem um Kunststoffe in Kosmetik, Farben und Lacken, Papierprodukten oder sogar in der Luft. Damit macht die Kampagne deutlich: Kunststoffe sind heute fast unausweichlich – sie stecken nicht nur in Verpackungen, sondern auch in Alltagsprodukten, Baumaterialien und unserer Umgebung.

Allgemeines aus der Zero-Waste-Welt

Rücknahme von Einweg-Vapes wird Pflicht


Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich mehr als 60 Millionen Einweg-E-Zigaretten, auch Vapes genannt, genutzt. Obwohl sie nicht in den Restmüll gehören, landen sie oft dort – mit Folgen für Umwelt, Ressourcen und Sicherheit. Denn die Geräte enthalten Batterien, Kunststoffe und wertvolle Rohstoffe wie Lithium. Werden sie falsch entsorgt oder beschädigt, können Lithium-Batterien Brände in Müllfahrzeugen, Sortieranlagen oder Entsorgungsbetrieben auslösen.


Seit dem 1. Juli 2026 müssen deshalb in Deutschland auch Kioske, Tankstellen, Vape-Shops und andere Verkaufsstellen ausgediente Einweg-E-Zigaretten zurücknehmen. Die Rückgabe der alten Geräte ist dabei nicht an einen Neukauf gebunden. Das regelt das geänderte Elektro- und Elektronikgerätegesetz, kurz ElektroG.


Andere Länder gehen bereits über eine Rücknahmepflicht hinaus: In Belgien gilt seit Januar 2025 ein Verkaufsverbot für Einweg-Vapes, in Frankreich seit Februar 2025 und im Vereinigten Königreich seit Juni 2025. Australien hat den Import von Einweg-Vapes bereits seit Januar 2024 verboten.

Reparieren statt Wegwerfen: Ende Juli wird das Recht auf Reparatur gestärkt


Ab dem 31. Juli 2026 bekommt das Recht auf Reparatur in Deutschland mehr Gewicht. Mit dem neuen Gesetz wird eine EU-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Künftig kann ein Produkt als mangelhaft gelten, wenn es nicht reparierbar ist – obwohl Reparierbarkeit bei dieser Art von Produkt üblich und erwartbar wäre.


Entscheiden sich Verbraucher*innen während der Gewährleistungszeit bei einem mangelhaften Produkt für dessen Reparatur anstatt für einen Ersatz, soll sich die Gewährleistungsfrist um zwölf Monate verlängern. Außerdem erhalten Verbraucher*innen bei bestimmten Produkten wie Smartphones, Tablets, Waschmaschinen oder Geschirrspülern ein Recht auf Reparatur gegenüber dem Hersteller. Hersteller müssen Reparaturen zu einem angemessenen Preis anbieten – Ersatzteile sowie Werkzeuge ebenfalls.


Aus Zero-Waste-Sicht ist das ein wichtiger Schritt: Reparieren spart Ressourcen, verlängert die Lebensdauer von Produkten und hilft dabei, Elektroschrott zu vermeiden.

Neuigkeiten aus unseren elf Mitgliedsvereinen

Zero Waste Kiel zeigt Vision einer plastikfreien Zukunft


Wie könnte eine Welt im Jahr 2100 aussehen, in der fossile Kunststoffe nur noch dort eingesetzt werden, wo sie wirklich notwendig sind? Mit dieser Frage beschäftigt sich Zero Waste Kiel in seinem Ausstellungsbeitrag Exposition 2100 auf der Waterkant Future Exposition in Kiel.


Der Beitrag verbindet Humor, Ironie und wissenschaftlich fundierte Informationen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Meeresverschmutzung, Mikroplastik sowie die gesundheitlichen Auswirkungen von PFAS und Bisphenol A in Alltagsprodukten. Gleichzeitig zeigt Zero Waste Kiel, welche Lösungsansätze bereits heute entstehen: europäische Regelungen, echte Kreislaufwirtschaft und die wichtige Rolle von zivilgesellschaftlichen Initiativen. Der Beitrag ist zudem ein Prototyp für eine größere Ausstellung mit Partnern aus dem Ostseeraum.


Die Waterkant Future Exposition bringt über 60 Aussteller*innen zusammen. Interessierte können sie bis September jeweils am Wochenende kostenlos auf dem MFG5-Gelände in Kiel besuchen.

ZeroWasteNürnberg blickt nach Kamikatsu


ZeroWasteNürnberg startete mit einem besonderen Impuls in den Sommer: Am 30. Juni gab Dr. Dina Barbian (eco2050 Institut, Klimabeirat der Stadt Nürnberg) Einblicke in die Zero-Waste-Gemeinde Kamikatsu (Japan) – ein weltweit anerkanntes Vorzeigeprojekt.


Die 1.500-Einwohner*innen-Gemeinde erreicht eine Recyclingquote von rund 80 Prozent – ohne Müllverbrennung oder Deponie. Möglich wird das durch mehr als 40 Abfallfraktionen und ein starkes Bewusstsein für Kreislaufwirtschaft in der Bevölkerung. Dr. Barbian, die das Projekt vor Ort besucht und aus deutscher sowie Nürnberger Perspektive erforscht hat, machte deutlich: Der Schlüssel liegt nicht allein in Technik oder Infrastruktur, sondern vor allem in der Haltung.


In Nürnberg geht es weiter mit Austausch und Vernetzung: Am 31. Juli lädt ZeroWasteNürnberg zum nächsten Monatstreffen ein. Im September folgen die Transition-Mitmach-Konferenz in Frankfurt sowie eine Podiumsdiskussion zur Verpackungssteuer im Haus Eckstein.

Zero Waste Bad Vilbel empfiehlt: Plastik im Kopf


Wer für den Sommerurlaub noch eine spannende Lektüre für den Pool, den Balkon oder die Zugfahrt sucht, bekommt von Zero Waste Bad Vilbel einen Sachbuch-Tipp: Plastik im Kopf von Manfred Spitzer.


«Eine notwendige Lektüre für alle, die sich mit dem Zusammenhang von Mikroplastik und Gesundheit beschäftigen», erklärt Olaf Deller. Spitzer mache deutlich, wie Mikroplastik in verschiedene Bereiche des Körpers gelange und welche gesundheitlichen Gefahren damit verbunden sein können. Dabei arbeite Spitzer mit aktuellen Forschungsergebnissen – bis Mitte 2025.


Spitzers Thesen und Erkenntnisse seien verständlich beschrieben. Das heißt: Auch wenn es kein leichter Sommerroman ist, eignet sich das Buch gut als vertiefende Urlaubslektüre. Olaf Deller bekräftigt: «Es ist ein spannendes Buch voller neuer Erkenntnisse – und eine wichtige Unterstützung für fundierte Diskussionen nach dem Urlaub!»

Neues aus dem Team Bildung

Team Bildung stellt sich neu auf


Im Team Bildung steht ein Wechsel an: Roland Mietke hat sich in der letzten Sitzung als Leiter des Teams verabschiedet. Zero Waste Germany bedankt sich herzlich bei ihm für sein Engagement und dafür, dass er das Team Bildung in den vergangenen Jahren mit aufgebaut und geprägt hat.


Nach der Sommerpause trifft sich das Team Bildung am 3. September um 19 Uhr. Beim ersten Treffen im neuen Schuljahr sollen die Schwerpunkte für die kommenden Monate festgelegt werden. Außerdem sucht das Team zwei bis drei Personen, die künftig die Leitung übernehmen möchten. Auch ein möglicher Projektantrag beim Umweltbundesamt soll besprochen werden. Arbeitstitel des Projekts ist Schule gestalten – Zero Waste im Blick – mit, für und durch alle Beteiligten.


Das Team Bildung freut sich über neue interessierte Teilnehmende aus unterschiedlichen Bereichen – ob Schule, außerschulische Bildung, Nachhaltigkeitsarbeit oder Vereinskontext. Für Anmeldungen und Fragen könnt ihr euch gerne bei Olaf Deller melden: olaf@zerowastegermany.de.

Bildhinweise

Titelbild von: Adam Rabshau, Unsplash

Bild für Aktuelles (Exit Plastik) von: Exit Plastik

Bild für Allgemeines (Vape-Rücknahmepflicht) von: Tatiana Kutina, Canva

Bild für Allgemeines (Recht auf Reparatur) von: vi_Kalinka, Unsplash

Bild für Zero Waste Kiel : Nora Stroetzel, Zero Waste Kiel
Bild für ZeroWasteNürnberg: Roland Mietke, ZeroWasteNürnberg

Bild für Team Bildung: Element5 Digital, Unsplash

Vernetzung


Du bist in einem Mitgliedsverein aktiv, fühlst dich aber noch nicht gut vernetzt? Dann fülle das Anmeldeformular aus und profitiere von unserem Zero-Waste-Netzwerk.

Du bist in einer Zero Waste Initiative oder Verein, aber noch nicht Mitglied bei Zero Waste Germany und möchtest das ändern?! Dann melde Dich gerne bei uns: contact@zerowastegermany.de


Du interessierst Dich für Zero Waste und möchtest aktiv werden, jedoch gibt es in deiner Nähe keinen Verein/keine Initiative? Schreibe uns gerne an: contact@zerowastegermany.de


Du möchtest einen Beitrag für den nächsten Newsletter einreichen, einen Veranstaltungstipp teilen oder hast Fragen und Anregungen? Schicke deine Anfrage an unser Zero-Waste-Germany-Redaktionsteam:

redaktion@zerowastegermany.de

Impressum

gemäß §5 TMG


Hauptsitz: Zero Waste Germany e. V., Adelheidstr. 28, 24103 Kiel
Postanschrift: Michael Cieslik c/o Zero Waste Germany e. V., Prälat-van-Acken-Str. 1 50935 Köln

Vereinsregister VR 7263 KI | Registergericht: Amtsgericht Kiel

Vertreten durch Michael Cieslik, Nora Stroetzel, Olaf Deller

               Redaktionell verantwortlich: Michael Cieslik                


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