Subject: ZWG Newsletter Juni 2026

Liebe Zero-Wastler*innen,


der Hochsommer steht vor der Tür – und mit ihm viele aktuelle Zero-Waste-Themen. In dieser Ausgabe geht es um die Auswirkungen von Mikroplastik auf unsere Gesundheit, neue Ideen für alltagstaugliches Mehrweg, politische Entwicklungen rund um die Kreislaufwirtschaft sowie die Umweltfolgen von Zigarettenkippen. Außerdem verabschieden wir Joan Marc Simon, Gründer und prägende Persönlichkeit der europäischen Zero-Waste-Bewegung.

Alle Inhalte auf einen Blick

  • Zero Waste Germany: Aktualisiertes Positionspapier zu Mikroplastik

  • Einladung zum Plenum im Juni

  • Aktuelles aus dem Netzwerk:
    >> Danke, Joan Marc!
    >> Break Free From Plastic: Supermarkt-Audit 2026

  • Allgemeines aus der Zero-Waste-Welt:
    >> Freiburg: Rückgabe von Recup-Mehrwegbechern wird einfacher
    >> Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie

  • Neues aus den Mitgliedsvereinen:

    >> Zero Waste Nürnberg sammelt Zigarettenkippen

  • Neues aus Team Bildung:

    >> Updates zur Bildungsbox

  • Bildhinweise, Vernetzung und Impressum

Zero Waste Germany

Bündnis Exit Plastik: Aktualisiertes Positionspapier zu Mikroplastik


Unser Bündnis Exit Plastik hat sein Positionspapier zu Mikroplastik überarbeitet. Im Mittelpunkt der neuen Fassung steht die Frage, was Mikroplastik für unsere Gesundheit bedeutet. Denn die mikroskopisch kleinen Plastikpartikel sind mittlerweile überall zu finden: in der Luft, in Böden und in Lebensmitteln – und gelangen so auch in unseren Körper.


Immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Mikroplastik und die darin enthaltenen oder anhaftenden Chemikalien mit chronischen Entzündungen, Störungen des Hormonhaushalts, beeinträchtigter Fruchtbarkeit und sogar Krebs in Verbindung stehen.


Deshalb ist es besonders problematisch, dass viele Alltagsprodukte Mikroplastik und gesundheitsschädliche Zusatzstoffe enthalten. Eine aktuelle, alarmierende Untersuchung von Greenpeace zeigt, dass Mikroplastik sogar in Babybrei aus Kunststoff-Quetschbeuteln nachweisbar ist.


Leider ist das nur ein Beispiel von vielen. Deshalb fordern wir entschlossenes politisches Handeln: ein Verbot absichtlich zugesetzten Mikroplastiks, wirksame Maßnahmen gegen unbeabsichtigte Einträge wie Reifenabrieb oder Kunststoffpellets, schadstofffreie Produkte und mehr Transparenz über die in Kunststoffen eingesetzten Chemikalien. Denn der wirksamste Schutz vor Mikroplastik ist, seine Entstehung von Anfang an zu verhindern.

Plenum im Juni

Das nächste Treffen findet am 29. Juni 2026 um 19 Uhr statt – ohne öffentliche Beteiligung. Es richtet sich ausschließlich an unsere Einzelmitglieder und Mitgliedsvereine und deren Vertreter*innen.


Wir besprechen strategische Themen und Ideen zum Dachverband Zero Waste Germany sowie zu den einzelnen Mitgliedsvereinen. Wir freuen uns auf euch!

Aktuelles aus dem Netzwerk

Joan Marc Simon verabschiedet sich von Zero Waste Europe


Nach 20 Jahren an der Spitze von Zero Waste Europe verabschiedet sich Gründer Joan Marc Simon aus seiner Rolle und schlägt ein neues Kapitel auf. Als Abschiedsgeschenk gibt uns Joan Marc einen faszinierenden Rückblick auf zwei Jahrzehnte Zero Waste.


Denn was heute eine europaweite Bewegung ist, wurde durch seine Vision, seinen Mut und seinen unermüdlichen Einsatz entscheidend mit aufgebaut. Joan Marc blickt auf das Gelernte zurück und erzählt in dieser Präsentation, wie eine Bewegung Städte, Unternehmen, Wissenschaft und Politik zusammenbringen kann – und was es für die Zukunft braucht. Wir legen euch die Lektüre sehr ans Herz.


Wir möchten Joan Marc herzlich für seinen außergewöhnlichen Beitrag zur europäischen Zero-Waste-Bewegung danken. Sein Engagement hat unzählige Menschen inspiriert und wichtige Veränderungen angestoßen. Für seinen weiteren Weg wünschen wir ihm von Herzen alles Gute und freuen uns darauf zu sehen, welche Impulse er auch künftig setzen wird.

Supermarkt-Audit 2026: Schaut hin. Schreibt's auf. Macht Plastik sichtbar! 


Ihr möchtet etwas gegen unnötige Plastikverpackungen im Supermarkt unternehmen? Dann habt ihr noch bis zum 30. Juni Zeit, beim Supermarkt-Audit von Break Free From Plastic mitzumachen.


Die Idee ist einfach: Ihr meldet euch an und schaut euch die Anleitung an. Beim nächsten Einkauf füllt ihr dann einen kurzen Fragebogen aus und dokumentiert, wie viel Plastik euch im Supermarkt begegnet.


Die gesammelten Daten helfen dabei, weltweit sichtbar zu machen, welche Supermärkte Verantwortung übernehmen und wo dringend nachgebessert werden muss. Denn Supermärkte spielen eine Schlüsselrolle dabei, wie Produkte verpackt werden – und wie viel Einwegplastik am Ende bei uns zu Hause landet.


Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Alle Infos und die Anmeldung findet ihr hier. Wie wirksam das sein kann, zeigt das Ergebnis des Supermarkt-Audits 2025. Den Bericht könnt ihr hier lesen.

Allgemeines aus der Zero-Waste-Welt

Mehrweg wird einfacher: Rückgabeautomaten in Freiburg


In Freiburg ist die Rückgabe von Mehrweg-Kaffeebechern jetzt einfacher geworden: Die Firma Tomra Reuse hat am Hauptbahnhof zwei neue Rücknahmeautomaten aufgestellt.


Statt den Mehrwegbecher von Recup bei teilnehmenden Cafés oder Restaurants zurückzugeben, können Pendler*innen ihn nun direkt am Automaten abgeben. Die Pfandgebühr wird automatisch erstattet. So wird das Mehrwegsystem in Freiburg erweitert – und im Alltag deutlich praktischer.


Wie gut das funktionieren kann, sieht man in Aarhus: Seit Anfang 2024 stehen in der Stadt verteilt über 30 Rückgabeautomaten. Verbraucher*innen haben bisher bereits mehr als zwei Millionen Becher zurückgebracht; die Rücklaufquote liegt bei 89 Prozent.


In Zukunft könnten solche Automaten auch weitere Mehrweggefäße zurücknehmen. Wir sind gespannt, wie sich das System in Deutschland weiterentwickelt.

Nationale Kreislaufwirtschaftstrategie: Bundesregierung veröffentlicht Aktionsprogramm 


Die Bundesregierung hat ein Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschafts-strategie beschlossen. Das Aktionsprogramm übersetzt die bereits 2024 beschlossene Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie in konkrete Schritte. Es legt fest, welche Maßnahmen die Bundesregierung in den kommenden Jahren umsetzen will, um Rohstoffe länger im Kreislauf zu halten und Abfälle zu vermeiden.


Geplant sind unter anderem eine neue Plattform für Kreislaufwirtschafts-Projekte, Förderprogramme für Innovationen und Investitionen, mehr Produkte aus Recyclingmaterial in der öffentlichen Beschaffung sowie eine stärkere Digitalisierung – etwa durch Produktpässe und KI-Anwendungen. Auch rechtlich soll nachgeschärft werden, unter anderem beim Kreislaufwirtschafts-, Verpackungs- und Textilrecht sowie beim geplanten Verbot von Einweg-E-Zigaretten.


Für die Zero-Waste-Bewegung ist es ein wichtiges Signal, dass die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie weiter vorangetrieben wird. Gleichzeitig sehen wir fehlende verbindliche Quoten für Abfallvermeidung und Ressourcenschutz kritisch. Ein Aktionsprogramm, das über weite Strecken auf Freiwilligkeit setzt, droht schnell zu einer zahnlosen Absichtserklärung zu werden.


Hier findet ihr die ausführliche Einordnung des Bündnisses Exit Plastik zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie aus dem Jahr 2024

Neuigkeiten aus unseren elf Mitgliedsvereinen

1.500 Kippen in zwei Stunden: Zero Waste Nürnberg klärt auf


Bei einem Aktionstag in Nürnberg wurden innerhalb von nur zwei Stunden rund 1.500 Zigarettenkippen gesammelt. Für Zero Waste Nürnberg war das Anlass, sich intensiver mit diesem spezifischen Abfallproblem zu beschäftigen.


Denn Zigarettenkippen bestehen nicht nur aus Kunststofffasern, sondern enthalten auch Schadstoffe wie Nikotin, Schwermetalle und andere Giftstoffe. Studien zeigen: Eine einzelne Kippe kann Gewässer erheblich belasten – mit Folgen für Algen, Fische und Mikroorganismen. Langfristig können Schadstoffe außerdem über Böden, Wasser und Nahrungsketten weitergegeben werden.


In Zukunft möchte die Zero Waste Nürnberg das Thema noch stärker in die Öffentlichkeit tragen – zum Beispiel mit weiteren Kippen-Sammelaktionen. Denn solche Aktionen beseitigen nicht nur Müll, sondern sprechen Menschen direkt an und sensibilisieren für ein oft unterschätztes Problem. Wer tiefer einsteigen möchte, kann einen Blick in diese Studie werfen.

Neues aus dem Team Bildung

Bildungsbox Plastikfrei: Nächster Schritt Richtung Pilotprojekt


Wie bringen wir Zero Waste in die Klassenzimmer? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Team Bildung von Zero Waste Germany. Beim Juni-Treffen tauschten sich die Teilnehmenden mit Bildungsexpertin Yana Laber vom Welthaus Fürth darüber aus, wie Schulen und Lehrkräfte für das Thema begeistert werden können.


Im Mittelpunkt stand die Bildungsbox Plastikfrei – das interaktive Lernangebot, das Kindern und Jugendlichen die Folgen von Plastikverschmutzung und die Möglichkeiten eines ressourcenschonenden Lebensstils näherbringt. Die Erfahrungen aus der Bildungsarbeit zeigen: Spielerische Formate und persönliche Begegnungen schaffen oft den größten Lernerfolg.


Gemeinsam mit dem Unverpacktverband und Zero Waste Nürnberg wird ein Pilotprojekt für die Metropolregion Nürnberg/Fürth vorbereitet. In den kommenden Wochen entsteht dafür ein Grobkonzept, das auch Grundlage für einen Förderantrag sein soll. Besonders wichtig bleibt dabei der Ansatz, die Bildungsbox nicht nur auszuleihen, sondern ihren Einsatz durch persönliche Kontakte, Vorführungen und lokale Netzwerke zu begleiten.

Bildhinweise

Titelbild von: Claudio Testa, Unsplash

Bild für Zero Waste Germany von: SivStockMedia, Canva

Bild für Aktuelles (Joan Marc) von: Zero Waste Europe
Bild für Aktuelles (Supermarkt-Audit) von: Getty Images, Canva

Bild für Allgemeines (Tomra Reuse) von: RECUP, Julian Schoell

Bild für Allgemeines (Aktionsprogramm) von: Getty Images, Canva

Bild für Zero Waste Nürnberg : Gabriel Almanzar, Unsplash

Bild für Team Bildung: Roland Mietke, Mistral AI, Le Chat

Vernetzung


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Du interessierst Dich für Zero Waste und möchtest aktiv werden, jedoch gibt es in deiner Nähe keinen Verein/keine Initiative? Schreibe uns gerne an: contact@zerowastegermany.de


Du möchtest einen Beitrag für den nächsten Newsletter einreichen, einen Veranstaltungstipp teilen oder hast Fragen und Anregungen? Schicke deine Anfrage an unser Zero-Waste-Germany-Redaktionsteam:

redaktion@zerowastegermany.de

Impressum

gemäß §5 TMG


Hauptsitz: Zero Waste Germany e. V., Adelheidstr. 28, 24103 Kiel
Postanschrift: Michael Cieslik c/o Zero Waste Germany e. V., Prälat-van-Acken-Str. 1 50935 Köln

Vereinsregister VR 7263 KI | Registergericht: Amtsgericht Kiel

Vertreten durch Michael Cieslik, Nora Stroetzel, Olaf Deller

               Redaktionell verantwortlich: Michael Cieslik                


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