| | 65 % mehr Dividenden im Juli: Was ich an meinem Depot verändert habe
|
| | Hallo Friend,
vor und nach der Aufnahme des Summer Specials mit Clemens habe ich mich noch einmal intensiv mit den Statistiken meines Depots beschäftigt. Dabei ist mir eine Zahl besonders ins Auge gesprungen: Im Juli lagen meine Dividenden und Ausschüttungen 65 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Das hat mich selbst überrascht. Denn ich habe in diesem Jahr zwar so viel an meinem Depot verändert wie wahrscheinlich noch nie zuvor – aber nur wenig Vermögen zusätzlich investiert.
Deshalb verzichte ich heute auf eine Aufzählung der einzelnen Käufe und Verkäufe. Stattdessen zeige ich dir, was diese Veränderungen bei meinen Dividenden bewirkt haben.
Das haben die Veränderungen bei meinen Dividenden bewirkt Natürlich ist es viel zu früh, daraus schon einen Erfolg abzuleiten. Dafür ist gerade bei einem langfristigen Depot noch viel zu wenig Zeit vergangen.
Aber zwei Dinge haben sich bereits verändert: Erstens ist mein Depot heute ausgewogener. Zweitens ist es deutlich dividendenstärker als zuvor.
Dieser Anstieg setzt sich im Gesamtjahr fort: Bereits Mitte August habe ich mehr Dividenden eingenommen als im gesamten Jahr 2023. Und das, obwohl ich dafür nicht plötzlich große Summen zusätzlich investiert habe. Ein großer Teil dieses Anstiegs kommt tatsächlich durch die Veränderungen in meinem bestehenden Depot. Dazu kommen die jährlichen Dividendensteigerungen der Unternehmen.
So wird mein Dividenden-Schneeball größer
Wenn ich mir die Entwicklung meiner Dividenden seit 2015 anschaue, sieht man ziemlich deutlich, dass es nicht jedes Jahr gleichmäßig nach oben geht.
Es gibt immer wieder Jahre, in denen die Kurve deutlich stärker anzieht.
2019, 2022 und 2024 stechen dabei besonders hervor.
|
| | Quelle: Portfolio Performance, Bruttodividenden
Und ich kann bei diesen Sprüngen ziemlich genau nachvollziehen, woher sie kamen.
2018 habe ich sehr viel frisches Geld investiert. Das hat sich ein Jahr später erstmals deutlich bei den Dividenden bemerkbar gemacht.
2021 habe ich mein Depot zum ersten Mal größer umstrukturiert und unter anderem in einige Corona-Verlierer investiert. Ein Jahr später machte sich auch das bei meinen Dividenden bemerkbar.
Ein besonders anschauliches Beispiel für diesen Effekt sind meine Sparpläne bei Trade Republic.
Warum Sparpläne ein anschauliches Beispiel sind
2023 habe ich bei Trade Republic neue Sparpläne aufgesetzt, die bis heute laufen.
Und gerade dieses kleinere Depot zeigt mir sehr schön, was regelmäßiges Investieren über mehrere Jahre bewirken kann.
Im Juni 2023 kamen dort gerade einmal 10,90 Euro an Dividenden und Ausschüttungen zusammen – ein Jahr später waren es bereits 41 Euro, im Juni 2025 dann 82 Euro. Und in diesem Jahr? 178 Euro.
Und das Interessante daran: Dafür waren nur wenige größere Einmalinvestitionen nötig. Der größte Teil ist durch regelmäßige Sparpläne, Savebacks und Round-ups entstanden. Das Depot läuft im Grunde einfach weiter. Genau das finde ich daran so spannend.
Denn am Anfang passiert scheinbar nicht besonders viel. Ein paar Euro hier, ein paar Euro dort. Die Beträge wirken fast lächerlich klein.
Aber nach einigen Jahren wird daraus etwas, das man plötzlich deutlich spürt.
Wie ich meine Dividenden gleichmäßiger verteile
Ich habe dieses Jahr noch an einer anderen Stellschraube gedreht.
Bisher waren meine Dividendenzahlungen relativ ungleichmäßig über das Jahr verteilt. Es gab zwei, drei richtig starke Monate – und dazwischen deutlich weniger.
Aus diesem Grund habe ich im März mit Unterstützung von KI mein Depot einmal unter einem anderen Gesichtspunkt analysiert:
Wie kann ich meine Dividendenzahlungen über das Jahr hinweg gleichmäßiger verteilen?
Ich habe deshalb Unternehmen und ETFs mit unterschiedlichen Ausschüttungsmonaten miteinander kombiniert und dabei darauf geachtet, die großen Lücken in meinem bisherigen Ausschüttungskalender zu schließen.
Die entsprechenden Anpassungen habe ich im März und April umgesetzt. Und schon im zweiten Quartal waren erste Veränderungen sichtbar. Im dritten Quartal wird der Effekt jetzt noch deutlicher. |
| | Quelle: Portfolio Performance Quartalsübersicht Dividenden, Bruttodividenden
Dabei geht es mir gar nicht darum, jeden Monat exakt denselben Betrag zu bekommen. Das wäre bei einem Depot aus Einzelaktien und ETFs ohnehin unrealistisch.
Aber ich finde es spannend zu sehen, dass man mit der Zusammensetzung eines Depots durchaus beeinflussen kann, wann die Dividenden eigentlich bei einem ankommen.
All diese Veränderungen wirken vor allem durch einen Effekt, der erst nach Jahren richtig sichtbar wird: den Zinseszins.
Und dann beginnt der Zinseszinseffekt zu wirkenBei all diesen Zahlen darf man einen Punkt nicht vergessen: Mein Depot gibt es mittlerweile seit 13 Jahren, wobei der richtige Vermögensaufbau eigentlich erst 2015 losging. Und damit wird auch der Zinseszinseffekt langsam immer sichtbarer. Denn wenn ich Dividenden nicht ausgebe, sondern wieder investiere, kaufe ich mit den Ausschüttungen neue Anteile. Diese neuen Anteile zahlen wiederum Dividenden. Und irgendwann kaufen die Dividenden selbst neue Dividenden. Der jährliche Zuwachs meiner Dividenden von 2015 bis 2025 liegt bei einer CAGR (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate) von 30,7 Prozent. Das klingt zunächst enorm. Doch die Zahl erzählt nur die halbe Geschichte. Die CAGR von 30,7 Prozent darf man aber nicht mit organischem Dividendenwachstum verwechseln. Ein großer Teil des Anstiegs kommt durch neues Kapital und Veränderungen in meinem Depot zustande. Dazu kommen die Dividendenerhöhungen der Unternehmen und die Wiederanlage der Ausschüttungen. Der große Schneeball-Effekt – bei dem die Ausschüttungen selbst immer stärker für weiteres Wachstum sorgen – kommt aber erst nach und nach. Meine Berechnungen zeigen: Ab etwa 2035 könnte dieser Effekt deutlich stärker werden. Dann fließt ein immer größerer Teil der Dividenden wieder zurück ins Depot und erzeugt dadurch neue Erträge. Und aus diesem Grund muss man für den Zinseszinseffekt auch nicht zwingend ausschließlich auf Einzelaktien setzen. ETFs funktionieren genauso. Bei mir ist es mittlerweile eine Mischung aus beidem – auch bei den Sparplänen, die ich bei Trade Republic laufen habe. |
| Mein Fazit
Wenn ich mir die Entwicklung der vergangenen elf Jahre anschaue, nehme ich vor allem eine Erkenntnis mit: Am Anfang macht vor allem das eigene Geld den Unterschied. Später beginnt das Depot immer stärker, selbst für weiteres Wachstum zu sorgen. Das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum langfristiges Investieren am Anfang oft so langweilig wirkt. Wie oben beschrieben: Die ersten Jahre wirken wenig spektakulär – aber irgendwann verändert sich die Dynamik. Dann sind es nicht mehr nur die 100, 200 oder 500 Euro, die man jeden Monat investiert. Dann arbeitet das bereits aufgebaute Kapital mit. Allerdings gibt es dabei einen Faktor, den man ebenfalls nicht unterschätzen darf: die Steuern. Meine Steuerquote auf die Dividenden ist von 0 Prozent im Jahr 2015 – damals hat mein Freistellungsauftrag noch sämtliche Erträge abgedeckt – auf inzwischen 23,9 Prozent gestiegen (25% + 5,5% Soli = 26,375%, reduziert durch Sparer-Pauschbetrag). Bei meinen Bruttodividenden im Jahr sind das jetzt schon vierstellige Summen, die nicht mehr in meinem Depot landen und dort weiterarbeiten können. Das ist Kapital, das nicht mehr compoundet. Und genau hier wird für mich auch der Anteil thesaurierender ETFs im Depot interessanter. Die Erträge werden automatisch wieder angelegt, sodass das Geld zunächst weiter im Depot arbeiten kann. Das ist für mich ein interessanter Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau. Allerdings darf man dabei die Vorabpauschale nicht vergessen. Sie reduziert den Steuervorteil gegenüber ausschüttenden ETFs, denn auch bei Thesaurierern kann bereits während der Haltedauer Steuer anfallen. Von einer komplett steuerfreien Wiederanlage kann also keine Rede sein.
Die steuerlichen Regeln sind dabei natürlich etwas komplexer als bei einem einfachen „keine Steuer“, aber für den langfristigen Vermögensaufbau ist die Steuerstundung trotzdem ein interessanter Aspekt. Am Ende geht es nicht nur darum, möglichst hohe Dividenden zu bekommen. Es geht auch darum, wie viel von diesem Geld tatsächlich wieder für mich arbeiten kann.
Genau deshalb finde ich den Blick auf die Entwicklung über zehn oder 15 Jahre viel spannender als die Frage, ob ein Depot in diesem Jahr fünf oder zehn Prozent Rendite gemacht hat.
Denn am Ende geht es nicht darum, einen besonders guten Monat zu erwischen. Es geht darum, einen Schneeball so lange rollen zu lassen, bis er groß genug ist, um sich ein Stück weit selbst zu bewegen.
Und genau dafür legen wir doch unser Geld auch an. Um mehr Optionen zu haben. Um die Rentenlücke zu schließen. Und um im Leben etwas flexibler agieren zu können. Wenn in einem Rückblick dann die ersten Erfolge sichtbar werden, motiviert es einfach noch mehr, genau so weiter zu machen. |
| | | | Neue Podcastfolge: Finanzrocker-Podcast |
|
| Welche Aktie lief im ersten Halbjahr am besten? Welche war der größte Rohrkrepierer? Genau darüber sprechen wir in unserem diesjährigen Summer Special nicht.
Zum mittlerweile vierten Mal habe ich mich mit Finanzblogger Clemens Faustenhammer zusammengesetzt. Statt Gewinner und Verlierer aufzuzählen, schauen wir diesmal auf unsere Entscheidungen: Was hat funktioniert? Wo lagen wir daneben? Und würden wir heute wieder genauso handeln? |
| | | Neue Podcastfolge: Mehr Mut zum Glück |
| | Mit 13 entdeckt Chris Di Febo seine Leidenschaft für AC/DC. Mehr als zehn Jahre später macht er die Musik zum Beruf – trotz Rückschlägen, geopferter Urlaube und mancher Freundschaft, die dabei auf der Strecke blieb.
Heute ist er Gitarrist, Songwriter und Gitarrenlehrer. Im Gespräch geht es um die Frage, was es kostet, einen Traum niemals aufzugeben. |
| | Neue Podcastfolge: Mehr Mut zum Glück |
| | Mit 25 Jahren kam Pegah Tavakkolkhah allein nach Deutschland. Für ihre Promotion an der LMU München. Familie und Freunde blieben im Iran. Mitgebracht hatte sie einen ungewöhnlichen Traum: In ihrer ersten Woche wollte sie sich ein Fahrrad kaufen. Aus diesem Fahrrad wurden später mehrtägige Radreisen durch Europa.
Im Podcast sprechen wir darüber, warum Pegah heute am liebsten allein unterwegs ist, weshalb sie Freiheit ganz anders definiert als viele andere Menschen und warum ausgerechnet eine schwierige Zeit ihren Blick auf das Leben verändert hat.
|
| | | | | Ich gebe es zu: In den letzten Wochen habe ich mich etwas weniger um Finanzrocker und „Mehr Mut zum Glück“ gekümmert. Stattdessen war ich auf Konzerten und Festivals und habe neben der Arbeit lieber den Sommer genossen.
Dementsprechend stand auch der Newsletter nicht ganz oben auf meiner To-do-Liste. Inzwischen haben sich aber schon wieder drei neue Folgen angesammelt und bevor in zwei Wochen die nächste Finanzrocker-Folge erscheint, wurde es Zeit für einen neuen Newsletter. In der Zwischenzeit habe ich das obligatorische Summer Special mit Clemens als Video und Podcast aufgenommen und zwei neue Folgen von „Mehr Mut zum Glück“ produziert. Vor allem die Folge mit Chris Di Febo war für mich als Rockmusik-Fan ein echtes Herzensprojekt. An der Durchhörquote sehe ich, dass das Interview über einen Traum, den Chris mit aller Konsequenz verfolgt, auch bei Euch gut ankommt. Vorletzte Woche habe ich außerdem die nächste Finanzrocker-Folge aufgenommen. Darin geht es um den schwierigen Weg zum fokussierten Anleger und die vielen Herausforderungen und Verlockungen, die einem dabei immer wieder begegnen. Es ist eine Hörerfolge, in der ich mich auch mit einigen Fragen beschäftige, die mir in den vergangenen Monaten immer wieder gestellt wurden. Für „Mehr Mut zum Glück“ geht meine Leitung in der kommenden Woche nach Schweden. Dort sprechen wir unter anderem um die Herausforderungen beim Auswandern und darum, wie man sich in einem neuen Land zurechtfindet. Und dann gibt es zumindest schon einen Aufnahmetermin für die letzte Folge von „Der Finanzwesir rockt“. Der Termin ist im September, sodass ich momentan von einer Veröffentlichung im Oktober ausgehe. Auch wenn wir seit zwei Jahren keine neue Folge veröffentlicht haben, sind die Downloadzahlen weiterhin erfreulich. Das zeigt ziemlich deutlich, wie gut dieser Podcast altert. Die meisten Themen, über die Albert und ich damals gesprochen haben, sind zeitlos. Genau darauf hatten wir die Gespräche auch angelegt – und offenbar hat das ziemlich gut funktioniert.
Der nächste Newsletter wird jetzt nicht so lange auf sich warten lassen. Ich wünsche dir nun einen schönen Spätsommer. |
| | Disclaimer: Vom Versender dieses Newsletters gehandelte Aktien, ETFs, P2P-Kredite, Anleihen und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge etc.) dienen allein der Bildung und der privaten Unterhaltung.
*Affiliate-Link: Dir entstehen durch einen Klick weder Nachteile noch irgendwelche Kosten. Wenn Du Dich für ein Produkt entscheiden solltest, zahlst Du denselben Preis wie sonst auch. Aber Du unterstützt damit meine Arbeit und ich erhalte eine kleine Provision, wenn Du Dich nach einem Klick für das Produkt/Angebot entscheiden solltest. Vielen Dank im Voraus. Ich weiß das sehr zu schätzen.
|
| |
|