Subject: Eine Korrektur an den Börsen und die Folgen

Eine Korrektur an den Börsen und die Folgen
Hallo Friend,

was für ein turbulenter März bisher! In den USA herrscht wieder eine Atmosphäre wie im wilden Westen – es wird mit hohen Zöllen gedroht, und in Deutschland wird über den „Megawumms“ diskutiert, der unser Land wieder wettbewerbsfähig und verteidigungsbereit machen soll. Diese Unsicherheiten wirken sich natürlich auch auf die Börsen aus.

Während man in Deutschland damit rechnet, dass in der kommenden Woche bei der Abstimmung eine Lösung gefunden wird, scheint das Zoll-Hickhack in den USA noch länger anzudauern. Diese vollkommen übertriebene Eskalation bringt am Ende niemandem echte Vorteile. Donald Trump plant sogar, die Zölle auf alkoholische Getränke aus der EU auf 200 % anzuheben, falls die EU ihre geplanten 50 % Zölle auf Produkte wie Whiskey, Jeans und Harleys nicht zurücknimmt.

Die Hauptleidtragenden dieser Zollpolitik sind die amerikanischen Verbraucher, die für viele Produkte noch tiefer in die Tasche greifen müssen, obwohl die Preise ohnehin schon steigen. Besonders erstaunlich finde ich, dass Trumps „Tech-Bros“ dieses Spiel bisher mitmachen – obwohl auch ihre Vermögen deutlich schrumpfen.

"Kaufen Sie BITTE einen Tesla!"

Allein das Vermögen von Elon Musk ist seit der Amtsübernahme von Trump um 118 Milliarden gesunken. Der Börsenwert von Tesla ist sogar um 840 Milliarden gesunken! Viel schlimmer für das Unternehmen ist die Tatsache, dass immer mehr Amerikaner überhaupt keinen Bock mehr auf Tesla haben und sogar teilweise das Logo bzw. den Schriftzug von ihren Autos entfernen und durch andere ersetzen. Die Anfeindungen werden immer größer. Wenn sogar der amerikanische Präsident eine Werbeveranstaltung für Tesla vor dem Weißen Haus (!!!) abhalten muss, ist das schon sehr bedenklich.

Doch nicht nur Elon Musk musste hohe Verluste hinnehmen, sondern auch die CEOs von Alphabet, Amazon, Apple und Meta. Die Aktien der sogenannten „Magnificent Seven“ haben seit Mitte Februar insgesamt 2,3 Billionen Dollar an Börsenwert eingebüßt – das entspricht dem gesamten Wert des deutschen Leitindex DAX! Da die CEOs oft große Aktienpakete halten, sind sie von den starken Rückgängen natürlich auch betroffen. Nun muss man aber so ehrlich sein und zugeben, dass es die Herren diese Verluste allesamt verschmerzen können. 

Leider habe alle genannten Tech-Unternehmen (plus Microsoft, NVIDIA und Broadcom) einen immensen Effekt auf die großen Indizes wie den MSCI World. Sie machen über 20 % des Index aus und haben gerade diesen Index um über 7 % in diesem Jahr nach unten gerissen. Das hat dann auch einen starken Effekt auf die Millionen ETF-Anleger, die das eher weniger so einfach wegstecken können wie Musk, Bezos, Zuckerberg, Cook oder Pichai.  

Es brennt an der Börse

Jedenfalls ist das Geschrei in den (a)sozialen Medien wieder sehr groß. Der Übermut der letzten Jahre ist in vielen Fällen blanker Panik gewichen, denn diese Korrektur ist die stärkste seit dem Corona-Crash 2020. Zu den Börsen gehören solche Korrekturen absolut dazu.

Deswegen sollten wir die aktuelle Situation erstmal nüchtern betrachten: Die US-Märkte waren seit Jahren stark überbewertet, und eine Korrektur war daher nur eine Frage der Zeit. Diese Überbewertung beruht auf zwei Hauptfaktoren: Erstens hat die enorme Marktkapitalisierung von Technologieunternehmen dazu geführt, dass die Top-10 der weltweiten Indizes stark von einer einzigen Branche dominiert werden. Ein solches Ungleichgewicht musste früher oder später problematisch werden.

Zweitens hat die Überbewertung zu einem extrem hohen Anteil der US-Werte in breit aufgestellten Indizes geführt. Im MSCI World machen US-Unternehmen mittlerweile etwa 73 % aus, während ihr Anteil vor zehn Jahren noch bei 55 % lag. Das ist keine echte geografische Diversifikation. Gleichzeitig haben europäische, asiatische und Schwellenländer-Indizes in den letzten Jahren deutlich schlechter abgeschnitten als die amerikanischen Märkte.

Gibt es endlich einen europäischen Weg?

Das zunehmende Konfliktpotenzial, wie etwa durch Handelszölle, wird vor allem den amerikanischen Unternehmen schaden. Diese sind weltweit aktiv und könnten bei neuen Regulierungen, beispielsweise durch die EU, stark betroffen sein – etwa bei höheren Steuern für Tech-Unternehmen in Irland, wo Firmen wie Meta, Apple und Alphabet aus steuerlichen Gründen ansässig sind. Am Ende tragen die Unternehmen, die Verbraucher und die Anleger die Konsequenzen. Dazu kommt: Erwartete steigende Preise erschweren Zinssenkungen der US-Notenbank, was die Attraktivität von Aktien mindert. Und es gibt Anzeichen auf eine mögliche Rezession in den USA aufgrund der Zollpolitik.

All diese Entwicklungen zeigen, dass sich Deutschland und die EU neu positionieren müssen, da sie sich nicht mehr auf die USA und das unberechenbare Verhalten der Trump-Regierung verlassen können. Ein Beispiel ist das deutsche Sondervermögen, das möglicherweise eine Sonderkonjunktur für heimische Unternehmen in den kommenden Jahren anstoßen könnte. Ähnliche Entwicklungen könnte es auch in anderen europäischen Ländern geben.

Europa hat bisher mit seiner langsamen, unorganisierten und stark regulierten Arbeitsweise gegenüber den USA deutliche Nachteile. Wenn die EU sich jetzt nicht neu strukturiert, wird es künftig nur noch schwieriger. Insbesondere rechte Parteien streben eine komplette Umgestaltung der EU an, was gravierende wirtschaftliche Folgen für die Mitgliedsstaaten hätte. Es ist daher entscheidend, dass Europa jetzt geschlossen handelt und entschlossen vorgeht. Dies könnte langfristig sogar zu einer stärkeren Gewichtung Europas im MSCI World führen, wo der Anteil derzeit lediglich bei 17 % liegt, weil europäische Unternehmen von diesen Maßnahmen profitieren werden.
Was mache ich mit meinem Depot?

Kommen wir zurück zur Geldanlage: Mein Depot hat seit Anfang März ebenfalls deutlich an Wert verloren, und auch bei mir herrscht derzeit große Unsicherheit. Im Februar habe ich Teilverkäufe bei zwei überbewerteten Aktien vorgenommen – und nur eine Woche später sind genau diese Werte stark gefallen. Das freigewordene Geld habe ich bislang nicht neu investiert, und ehrlich gesagt weiß ich noch nicht, wann der richtige Zeitpunkt dafür kommen wird.

In Zeiten wie diesen sind Sparpläne eine ideale Strategie. Ich werde sie jetzt wieder hochfahren, da sie im Vergleich zu größeren Einmalkäufen die bessere Wahl sind. Niedrigere Kurse bieten gerade bei Sparplänen die Möglichkeit, mehr Anteile zu erwerben. Vorerst gehe ich mit Bedacht vor und setze auf meine bewährte Branchendiversifikation.
Vergleiche ich mein Aktien-Depot mit dem MSCI World, zeigt sich ein interessanter Unterschied: Die Entwicklungen in diesem Jahr verliefen bisher komplett unterschiedlich. Während der März in meinem Depot schlechter lief als im MSCI World – vor allem wegen stark gefallener Einzelpositionen – konnte ich seit Jahresbeginn dennoch eine bessere Performance erzielen. In den ersten drei Monaten liegt mein Depot über 3 % vor dem MSCI World, auch wenn der Vorsprung Ende Februar sogar noch über 4 % betrug.

Das liegt vor allem an meiner breiten Branchen-Diversifikation, die mich weniger abhängig von Technologiewerten macht. Zu den Gewinnern der letzten Wochen zählen europäische ETFs, deutsche Unternehmen wie DHL oder Münchener Rück sowie Konsumgüterhersteller wie Hershey, Unilever und British American Tobacco. Diese Unternehmen haben im MSCI World oder ACWI nur ein geringes Gewicht, was sich bei mir im Portfolio aber positiv auswirkte.

Ich muss allerdings zugeben, dass mein US-Anteil immer noch höher ist als im MSCI World. Er ist bei mir jedoch deutlich besser über verschiedene Branchen gestreut. Dennoch ist es für mich entscheidend, künftig stärker auf Europa und Asien zu setzen, um von den aktuellen Umbrüchen in der Weltwirtschaft und -politik langfristig mehr profitieren zu können. Und das mache ich persönlich auch eher über breitere ETFs (Beispiele: ex-USA, Stoxx 600, Japan oder Pacific Asia) als mit Einzelaktien. Damit fühle ich mich wohler als in einzelne asiatische oder europäische Aktien zu investieren.

Fazit

Fallende Kurse gehören dazu und sollten dich nicht aus der Ruhe bringen. Langfristig ist die Rendite entscheidend, und dabei sind auch negative Jahre ganz normal. Seit 2009 hatten wir eine außergewöhnlich gute Phase an den Börsen, daher ist es nicht überraschend, wenn nun 3-4 Jahre mit stärkeren Schwankungen folgen. Das gehört einfach dazu. Hier gilt es einfach, Ruhe zu bewahren.

Wenn dir eine hohe Aktienquote in solchen Zeiten Bauchschmerzen bereitet, könnte es sinnvoll sein, über eine Umschichtung in sicherere Anlageklassen nachzudenken. Dazu zählen Tagesgeld, kurzlaufende Anleihen oder auch Gold. Ich selbst habe meine Portfolioaufstellung schon vor einigen Jahren festgelegt und bleibe trotz hoher Verluste gelassen. Es schadet aber nicht, auch mal etwas Risiko aus dem Depot zu nehmen.

Ich nehme nur minimale Anpassungen vor, denn eines ist klar: Jede hektische Reaktion kostet oft mehr, als sie bringt. Der alte Spruch „Hin und her macht Taschen leer“ trifft hier den Nagel auf den Kopf – vor allem, wenn man die Steuern bedenkt, die bei Verkäufen fällig werden!
Aufmunternde Grüße aus Lübeck,
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Bei "Wohnen und Finanzieren" hatte ich im neuesten Interview das Thema "Immobilie erben und vererben". Angesichts des demografischen Wandels spielt es in den kommenden Jahren eine sehr große Rolle. 

Worauf man dabei achten sollte und warum das Testament auch bei jungen Menschen eine Rolle spielen sollte, habe ich mit dem Rechtsanwalt und Steuerberater Helge Schubert besprochen. 

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Monatsrückblick
Ursprünglich hatte ich vor, diesen Newsletter dem 10-jährigen Jubiläum des Finanzrockers zu widmen. Der erste Artikel auf meinem Blog ging passenderweise am 15.03.2015 online – es fühlt sich wirklich surreal an, dass seitdem schon ein Jahrzehnt vergangen ist. Allerdings haben mich die Turbulenzen an den Börsen und die allgemeine Lage in der Welt so überrumpelt, dass ich aktuell keinen Jubiläums-Newsletter schreiben kann und möchte.

Hinzu kommen zahlreiche Dienstreisen und Vorträge, die in den letzten sowie kommenden Wochen stattgefunden haben bzw. noch anstehen. Deshalb habe ich mich entschieden, stattdessen eine Einordnung der aktuellen Ereignisse zu verfassen. Der Jubiläums-Newsletter wird dann eben später nachgeholt.

In den vergangenen zwei Wochen hatte ich bei zwei Veranstaltungen meines Arbeitgebers endlich mal wieder die Gelegenheit, auf einer Bühne zu stehen. Es ist schon einige Jahre her, dass ich größere Vorträge gehalten habe, und ich musste feststellen, dass ich ein wenig aus der Übung war.

Eine Erkenntnis aus meinen Finanzrocker-Erlebnissen der letzten zehn Jahre möchte ich dennoch teilen: Wenn man etwas mehrfach erfolgreich umgesetzt hat, wird es irgendwann zur Routine – ähnlich wie Auto- oder Fahrradfahren. Und obwohl ich vor solchen Auftritten immer ziemlich aufgeregt bin, muss ich zugeben, dass mir das Ganze tatsächlich Spaß macht. Bilder und ein kurzes Video findest du auf meinem LinkedIn-Kanal.

Was den Finanzrocker-Podcast angeht: Ich habe ihn bereits bis zum Sommer komplett durchgeplant und bin sehr happy mit der Themenauswahl. Die nächste Folge erscheint am 25.3. 

Wir lesen uns schon bald wieder. Bis dahin wünsche ich dir alles Gute!
Disclaimer: Vom Versender dieses Newsletters gehandelte Aktien, ETFs, P2P-Kredite, Anleihen und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge etc.) dienen allein der Bildung und der privaten Unterhaltung.

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Daniel Korth, Dornbreite 7n, 23556, Lübeck, Deutschland
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