Betreff: So verlierst Du jedes Jahr 413 Euro

So verlierst Du 413 Euro pro Jahr
Hallo Friend,

es mehren sich die Zeichen, dass nun auch jeder mitbekommt, dass die Mickerzinsen nicht gerade förderlich sind. Alle vier Wochen titelt die BILD-Zeitung nun schon das Thema Geld. Auch die Inflation wurde 2017 dort öfter erwähnt. 

Die comdirect hat vergangene Woche eine Pressemitteilung verschickt mit dem Titel "Deutschland spart sich arm". Klingt reisserisch, ist aber leider wahr. Im Jahr verlieren die Deutschen 34,2 Milliarden Euro - zumindest angesichts der gestiegenen Inflationsrate.

626 Liter Super oder 22 Billy-Regale

Für jeden Deutschen bedeutet das einen Verlust von 413 Euro - vom Säugling bis zum Rentner. Pro Haushalt sind das sogar 872 Euro. Das macht umgerechnet 626 Liter Super-Benzin, 103 Kinokarten oder auch 22 Billy-Regale. So ein anschaulicher Vergleich bleibt beim Leser hängen und regt zum Nachdenken an.

Dieser Verlust liegt vor allem daran, dass die Inflationsrate im ersten Quartal des Jahres auf 1,9 % angestiegen ist. Warum die Inflation so gefährlich für das Vermögen ist, erklärt dieser alte Artikel aus der FAZ sehr gut.

Wenn ich jetzt mal meinen Moneyou-Zinssatz von 0,5 % nehme, habe ich von Januar bis März 1,4 % Realzinsverlust gemacht. Jetzt gibt es bei der holländischen Bank noch sehr gute Zinsen. Beim Postbank Goldsparen liegt mein Zinssatz bei 0,01 % - plus mickrigem Goldbonus. Von der gar nicht vorhandenen Verzinsung auf dem Girokonto oder unter dem Kopfkissen spreche ich mal gar nicht.

"Die Zahlen zeigen: Deutschland spart sich arm. Noch nie war der Wertverlust niedrig verzinster Geldanlagen höher als jetzt" sagt Arno Walter, der Vorstandsvorsitzende der comdirect bank AG. Und liefert die Lösung gleich mit: "An Wertpapieren führt beim langfristigen Vermögensaufbau kein Weg vorbei.

Trotz Krise mehr gespart

Problematisch ist diese Situation vor allem, weil die Deutschen seit der Finanzkrise noch mehr Geld an liquiden Mitteln gespart haben als vorher. Insgesamt sind es 36 % mehr. Und diese halbe Billion Euro an zusätzlich erspartem Geld schrumpft durch die hohe Inflationsrate und die Mickerzinsen immer weiter - ohne dass die Sparer es merken.

Jetzt heißt es umdenken, weil die Zinsen auch nur langsam wieder ansteigen werden. Die angestrebte Inflationsrate der EZB sind 2 %. Größere Zinsanhebungen in der EU sind angeblich vor 2019 nicht geplant. Mit einer breit gestreuten Geldanlage und einem ordentlichen Puffer an Tagesgeld bist Du sehr gut aufgestellt. Und gehörst langfristig nicht zu den Verlieren. Nur die 22 Billy-Regale solltest Du Dir davon nicht kaufen, aber das ist eine andere Geschichte.

Rock on
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Wochenrückblick
Während der Finanzwesir die Besucher in den vergangenen Tagen auf der INVEST 2017 in Stuttgart unterhalten hat, musste ich leider absagen - obwohl mich die Messe wirklich gereizt hätte. Mit Christian Röhl, Kolja Barghoorn, Jessica Schwarzer, Lars Wrobbel und Albert waren fünf meiner Podcastgäste vor Ort. Mal schauen, ob ich es im nächsten Jahr schaffe.

Da ich aber Ende März in Düsseldorf auf einer Weiterbildung war und in den kommenden Monaten ständig unterwegs bin, muss ich momentan alle Anfragen absagen.

Was gab es sonst noch Neues?

Mein Interviewpartner Christian Röhl vom Dividendenadel hat vor kurzem seine lesenswerte Dividenden-Studie für Deutschland veröffentlicht. Wen das Thema Dividenden interessiert, sollte hier mal reinschauen.  

Die Capital hat "Der Finanzwesir rockt" in die aktuelle Ausgabe gepackt und als einen von vier Podcast-Tipps empfohlen. Leider falsch geschrieben, aber egal. Es ist trotzdem eine tolle Sache und hat unseren Podcast in die Top 100 bei iTunes gespült - lustigerweise direkt hinter den Finanzrocker-Podcast. Danke dafür an dieser Stelle!

Und die Finanzindustrie fängt langsam an die Finanzblogger wahrzunehmen. Oft habe ich in der Vergangenheit aus der Ecke das Gefühl gehabt, das wir als Praktikanten gesehen werden, die ordentlich ausgenutzt werden können. Nun tauchen wir aber in einem Webinar für Finanzberater auf. Kernfrage: Finanzblogger - Des Beraters Konkurrenz?

Finanzblogger als Konkurrenz?

Ich sehe mich nun wahrlich nicht als Konkurrenz, sonst hätte ich nicht auch schon Berater oder Bankmitarbeiter für den Podcast interviewt. Aber die Banken und Berater sollten von ihrem hohen Ross heruntersteigen und an ihrer Zielgruppenansprache arbeiten. Wenn sie ihren Kunden mal verständlich die Sachverhalte erklären würden und die Banken/Versicherungen/Fondsanbieter nicht nur teure Provisionsprodukte verkaufen würden, hätten Finanzblogger gar nicht so einen Zulauf. 

Damit bin ich wieder beim Einstieg dieses Newsletters angekommen, denn die comdirect ist da auf dem richtigen Weg. Mir ist die anschauliche und gut erklärte Pressemitteilung im Kopf geblieben - trotz der vielen E-Mails, die ich täglich erhalte. Genau da muss der Weg nämlich hingehen, damit die Deutschen die Angst vor Vermögensbildung verlieren. 

Ich wünsche Dir eine schöne Frühlingswoche!

Daniel Korth, Dornbreite 7n, 23556, Lübeck, Deutschland
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