| | Warum ich mir wieder mehr Pausen vom Getöse gönne |
| | Hallo Friend,
der letzte Newsletter ist schon über zwei Monate her. Seitdem ist so viel passiert, dass es sich deutlich länger anfühlt. Und ehrlich gesagt hatte ich auch keine große Lust, mich an einen längeren Text zu setzen. Die tägliche Flut an negativen Nachrichten hat mich einfach nur noch genervt. Also habe ich mich lieber mit anderen Dingen beschäftigt.
Wenn man in den letzten Wochen in die News geschaut hat, war eigentlich jeden Tag etwas dabei, das den Puls in die Höhe treibt. In den USA sorgte Trump wieder für Daueraufregung. Allein am 1. Weihnachtstag soll er unglaubliche 140 Posts auf den sozialen Medien veröffentlicht haben, und keiner davon hatte irgendetwas mit dem „Fest der Liebe“ zu tun. Stattdessen folgte ein Hasspamphlet mit Selbstbeweihräucherung nach dem anderen.
Und in Deutschland? Ständig Meldungen darüber, wie schwach die Wirtschaft dasteht, wie langsam die Regierung agiert oder wie schlecht es um Sozialsysteme bestellt sei. Dazu das Trump-Theater in Davos, eine ständig uneinige EU und natürlich weiterhin der grausame Krieg in der Ukraine. Kein Wunder, dass man irgendwann einfach abschaltet.
Auf X und Facebook potenziert sich das Ganze noch. Hass und Hetze bringen Reichweite, und die Algorithmen belohnen es. Das ist auf Dauer einfach Gift fürs Gehirn. Ich versuche im Moment, mich dort so gut es geht fernzuhalten und meinen Blick wieder auf andere Dinge zu richten. |
| Ein Blick über den Tellerrand
Dabei hilft mir unter anderem der Podcast "Meckel & Matthes" vom Handelsblatt. Auch wenn es ein News-Podcast ist, schafft er genau das Gegenteil dieser täglichen Aufregung. Die Gespräche zwischen Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes und Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel sind reflektiert, ruhig und angenehm unaufgeregt. Das tut richtig gut. Zwei Folgen sind mir besonders im Gedächtnis geblieben: Zum einen die Weihnachtsfolge über die Zukunft des Lesens. Das Thema hat mich erst abgeschreckt, dann aber komplett gepackt. Im Anschluss habe ich sogar zwei der empfohlenen Bücher bestellt. Denn wer verlernt zu lesen, verlernt auch zu denken – und verliert am Ende seine Fantasie. Stattdessen konsumieren viele nur noch Reels und TikToks, weil für mehr einfach oft die Aufmerksamkeitsspanne fehlt. Zum anderen die Neujahrsfolge über die Kunst des Neuanfangs und Jobverluste durch KI. Auch hier: ohne Drama, ohne Überschriften-Geschrei. Genau das, was mir derzeit gut tut. |
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Vom News-Getöse zu den Börsen
Interessanterweise findet man dieses ständige Auf und Ab auch an den Börsen wieder. Eine Woche schreit Trump Strafzölle für die „bösen EU-Staaten“ und die Kurse fallen. In der nächsten steigen sie wieder, weil gute Unternehmenszahlen beruhigen. Zuletzt kündigten Meta, Amazon und Alphabet Investitionen in Milliardenhöhe für KI-Infrastruktur an – mit der Folge, dass viele Tech-Werte prompt in den Keller gingen. In meinem Depotrückblick 2025 habe ich mich wieder dafür gerechtfertigt, warum meine Performance im Vergleich zum MSCI World so schlecht war. Das liegt in erster Linie daran, dass ich keinen Tech-Klumpen in meinem Portfolio habe - und zwar ganz bewusst.
In der letzten Woche hat sich diese Ausrichtung mal wieder ausgezahlt. Der MSCI World hat einen Tech-Anteil von 27 %. Die meisten der Top-Unternehmen im Index mussten vergangene Woche Verluste hinnehmen. Das wirkt sich dann natürlich stark auf die Performance des Index aus. |
| | Quelle: Portfolio Performance
Auch mein Themen-ETF-Portfolio hat in der letzten Woche stark gelitten, ist aber dafür im Januar stark angestiegen. Man merkt, dass die Investoren jetzt verstärkt wieder in weniger riskante Unternehmen gehen, weil diese KI-Wetten immer teurer werden. Kaum jemand glaubt so recht, dass damit tatsächlich so viel Geld verdient werden kann, um die hohen Bewertungen zu rechtfertigen. Meine Top-Werte im Jahr 2026 sind Industrieunternehmen wie Deere oder Caterpillar und Konsumgüterhersteller wie Hershey oder Church & Dwight, die allesamt um die 20 % in diesem Jahr zugelegt haben. Performancetechnisch ganz hinten stehen Salesforce, Microsoft und Qualcomm. Aber wie im letzten Jahr auch, ist das nur eine Momentaufnahme, die sich auch schnell wieder ändern kann. Letztes Jahr hatte ich Ende Februar auch eine deutlich bessere Performance als der MSCI World und am Ende des Jahres ist davon nichts übrig geblieben, weil die KI-Werte dann doch wieder stark angestiegen sind.
Ein paar Gedanken zu KI und Medien Ich sehe diesen KI-Hype weiterhin kritisch. Besonders bei Meta und Alphabet frage ich mich, was am Ende wirklich dabei herauskommt. Zuckerberg lag mit der Wette auf das Metaverse schon daneben, konnte die hohen Verluste aber durch steigende Werbeeinnahmen kaschieren. Der operative Verlust der Meta Reality Labs lag 2025 bei enormen 19,7 Mrd. US-Dollar. Die Ausgaben in KI liegen aber noch viel, viel höher. Als Investor frage ich mich da schon, wo das hinführen soll? Bei Alphabet läuft vieles über YouTube und die Google-Suche, die inzwischen stark mit KI verknüpft sind. Interessanterweise kursieren gerade Berichte, dass YouTube künftig - auch mithilfe der KI - weniger "Rage bait"-Videos ausspielen will. Das wäre tatsächlich ein Schritt in die richtige Richtung.
Generell hat Alphabet auch deutlich mehr Anwendungsfelder als Meta, wodurch auch ein anderes Risiko entsteht. Am Ende ist aber auch das eine Wette. Profitieren von diesen ganzen KI-Ausgaben tut in erster Linie NVIDIA. Am Ende merke ich, wie ähnlich sich all diese Themen anfühlen: Nachrichten, Social Media, Märkte oder KI. Überall dominieren Tempo, Lärm und Reizüberflutung. Manchmal lohnt es sich einfach, kurz auszusteigen, statt ständig mitzurauschen.
Ich versuche gerade, mich mehr auf das zu konzentrieren, was Bestand hat – beim Lesen, beim Investieren und im Alltag. Weniger Lärm, mehr Substanz. Vielleicht ist das ohnehin der wichtigste Vorsatz für dieses Jahr. Und um das auch wirklich umzusetzen, werde ich mir ab sofort öfter bewusst Pausen gönnen und einfach Dinge tun, die nichts mit all dem zu tun haben.
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| | | | Neue Podcastfolge: Finanzrocker-Podcast |
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| Altersvorsorge ist eines der Themen, bei denen Privatanleger besonders leicht den Überblick verlieren – zwischen politischen Reformversprechen, Versicherungsprodukten und immer lauteren Stimmen auf Social Media. In der ersten Interviewfolge des Finanzrocker-Podcasts 2026 spreche ich mit Professor Dr. Hartmut Walz über genau diese Gemengelage – und darüber, was für die eigene finanzielle Zukunft wirklich relevant ist.
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| | | Neue Podcastfolge: Mehr Mut zum Glück |
| | Was passiert, wenn alte Sicherheiten bröckeln? Wenn sich Krisen überlagern, Gewissheiten verschwinden und Zukunft nicht mehr planbar scheint? In Folge 67 von „Mehr Mut zum Glück“ spreche ich mit Nico Gramenz über eine Frage, die viele Menschen aktuell umtreibt: Wie kommen wir raus aus dem Problemdenken – und rein in Verantwortung, Gestaltung und Zuversicht? |
| | Neue Podcastfolge: Finanzrocker-Podcast |
| | Das Anlagejahr 2025 war anstrengend, volatil und voller Überraschungen – vor allem bei den Top- und Flop-Werten im Depot. Welche Aktien das konkret waren, wie ich mit den Rücksetzern umgehe und welche Lehren ich ziehe, erfährst du in diesem Depotrückblick. Wie gewohnt stelle ich alle meine Asset-Klassen vor, nenne meine Fehler offen und zeige die größten Gewinner und Verlierer des Jahres.
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| | | Neue Podcastfolge: Finanzrocker-Podcast |
| | In der diesjährigen Weihnachtsfolge habe ich Achim Teske aus Hamburg zu Gast. Achim hat viele Jahre als Portfolio-Manager im Investmentbanking in London und Singapur gearbeitet. 2017 hat er sich als Honorarberater selbstständig gemacht und setzt bei seinen Mandanten auf prognosefreien Vermögensaufbau.
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| | | Zum Schluss noch ein kurzer Blick hinter die Kulissen: In den vergangenen zwei Monaten habe ich wieder einiges veröffentlicht – allerdings vor allem beruflich und weniger unter dem Finanzrocker-Label. Trotzdem lassen sich viele Erkenntnisse daraus auch auf den Podcast übertragen.
Besonders das Thema YouTube ist für mich inzwischen zu einem wichtigen Kanal geworden. Reine Podcast-Folgen haben früher auf YouTube ganz gut funktioniert, aber durch die jüngsten Algorithmus-Änderungen laufen mittlerweile vor allem Interview-Videos. Mein Gespräch mit Alexander von "Rente mit Dividende" war bisher das erfolgreichste Video-Interview auf dem Finanzrocker-Kanal.
Mein aktuellstes Video mit Prof. Dr. Hartmut Walz steht allerdings kurz davor, dieses Ergebnis zu übertreffen. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch mit „Wohnen und Finanzieren“ gemacht: Das neue Video über "Hauskauf 2026" läuft dort richtig stark – und selbst ältere Videos bekommen durch die Google- und YouTube-Anpassungen wieder mehr Reichweite. Wenn man ein paar Spielregeln beachtet, funktioniert das erstaunlich gut. Kein Wunder also, dass der Kanal von "Wohnen und Finanzieren" so erfolgreich ist.
Auf dem Finanzrocker-Kanal wird es aber weiterhin nur ausgewählte Video-Interviews geben. Zum einen ist der Aufwand dafür neben der Arbeit recht groß, zum anderen möchten nicht alle Gäste auch vor der Kamera erscheinen. Das nächste Gespräch wird daher wieder ein klassisches Podcast-Interview – und ich bin mir ziemlich sicher, dass es ein echtes Highlight wird. Du kannst dich Anfang März darauf freuen.
Wir lesen uns dann im März wieder. Bis dahin wünsche ich dir eine gute Zeit und viele ruhige Momente zwischen all dem Alltagstrubel. |
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