Betreff: Warum Dividenden bei hoher Inflation und steigenden Schwankungen hilfreich sein können

Warum Dividenden bei hoher Inflation und steigenden Schwankungen hilfreich sein können
Hallo Friend,

der April war an den weltweiten Börsen ein sehr schwankungsreicher Monat. Gefühlt gab es auch nur schlechte Nachrichten, die für die starke Volatilität gesorgt haben. Der fürchterliche Krieg in der Ukraine, die u. a. daraus resultierende Inflation, Dauer-Lockdown in Shanghai (was zu massiv gestörten Lieferketten führt und wieder höheren Preisen) und dann auch noch die überwiegend durchwachsenden Quartalszahlen großer Unternehmen.

Als Anleger hilft momentan das Motto von André Kostolany: „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ Hin und Her traden macht gerade gar keinen Sinn!

Viele Anleger haben gerade Erntezeit und bekommen von den deutschen Unternehmen üppige Dividenden ausgeschüttet. Diese Erträge sind für viele eine Beruhigungspille bei den Kursschwankungen und natürlich auch bei den steigenden Preisen. 

Leider schütten die deutschen Unternehmen nur einmal im Jahr und verstärkt in den Monaten April und Mai aus. Ansonsten herrscht Ebbe bei den Einkommensströmen. Gerade amerikanische und englische Unternehmen zahlen in der Regel viermal im Jahr, was die Planbarkeit immens erleichtert. Mit dem Fokus auf deutsche Werte (Home Bias) kommt man da nicht weit.

Regelmäßige Erträge machen nicht nervös

Wenn ich mich an meine Interviews mit Alexander von Rente mit Dividende erinnere, hat er bei hohen Kursverlusten nur mit den Schultern gezuckt und gesagt: "Gewinne und Verluste an der Börse interessieren mich nicht." Ihm geht es ausschließlich um die monatlichen Erträge, die bei ihm 2022 auf fast 1.200 Euro angewachsen sind. Während des Corona-Crashs ist Alexanders Depot 80.000 Euro kleiner geworden. Die monatlichen Einnahmen sind damals aber nicht groß gesunken.

Im zweiten Interview brachte er das Beispiel, welche monatlichen Kosten er mit seinen Dividenden abdeckt. Das fängt klein an mit dem Streaming-Abo, geht dann über zu den gesamten Lebensmittelkosten im Monat und ermöglicht schließlich sogar die gesamte Miete mit Dividenden zu bezahlen. 

Mit 1.200 Euro monatlicher Dividende lässt sich eine ganze Menge anstellen. Der Ansatz als Einkommensinvestor ermöglicht es, relativ entspannt auf die starken Schwankungen an der Börse zu schauen. Außerdem lassen sich so temporär höhere Kosten und eventuelle Einnahmeverluste wie beispielsweise bei der Kurzarbeit auffangen.

Auch mit ETFs möglich

Du musst aber nicht ausschließlich auf Einzelaktien setzen, um monatlich Ausschüttungen zu erhalten. Mit nur drei breitgestreuten ETFs, die in unterschiedlichen Monaten ausschütten, erhältst du jeden Monat Geld auf dein Verrechnungskonto. Die Durchschnittskostenrate (TER) beträgt im Schnitt 0,47 Prozent, während die Ausschüttungsrendite bei 4,38 % liegt. Die drei ETFs kommen auch noch von drei Anbietern: iShares, SPDR und Invesco.

Franz Rieber vom EXTRA-Magazin hat zu dieser Thematik ein eigenes Webinar gemacht, das die Thematik gut beleuchtet. Ergänzend wurde auch noch eine sehr anschauliche Übersichtsseite mit allen dazugehörigen Statistiken gebaut. Dort werden die drei ETFs ausführlich vorgestellt.

Mittlerweile kann ich als Anleger sehr gut selbst bestimmen, auf welche Strategie ich setze - ohne große Kosten zu haben. Gerade während der aktuellen Situation mit hoher Inflation und schwankenden Kursen kann das Thema Ausschüttungen psychologisch eine große Rolle spielen. 

Neben Einzelaktien und ETFs gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, um regelmäßige Ausschüttungen zu erhalten. Darum geht es in meiner kommenden Podcast-Episode am Mittwoch - speziell um Einkommensinvestoren und das Investieren in Sammelanlagen. 

Sammelanlagen an der Börse
Zu dem Thema wurde im März von Luis Pazos und Anton Gneupel das Buch "Closed-end Funds verstehen und bewerten"* über den Finanzbuchverlag veröffentlicht. 

Ich habe das Buch von Luis im März zugeschickt bekommen und bin wirklich sehr angetan. Mit dieser Form der Sammelanlagen habe ich mich bisher nur am Rande auseinander gesetzt, weil ich eben kein reiner Einkommensinvestor bin. Mit Luis habe ich mich schon letztes Jahr ausführlich über Sammelanlagen an der Börse unterhalten.

Auch mich und meine Einkommensströme trifft die gegenwärtige wirtschaftliche Situation stark. Dazu kommt der völlig überfüllte Podcast-Markt, der es für unabhängige Podcaster wie mich sehr schwer macht, Werbekunden zu bekommen. Die Folge: Ich kann einfach nicht mehr vernünftig planen. Schlechte Monate überbrücke ich gerade mit den in besseren Zeiten generierten Rücklagen und auch Dividenden.

Was sind denn nun CEFs schon wieder?

Genau in solchen Situationen können zusätzliche Ausschüttungen ein Stück weit Sicherheit geben. Der Vorteil der Closed-end Funds (CEFs) ist, dass es börsennotierte Investmentfonds sind, die breit gestreut sind und hohe Ausschüttungsquoten bieten. 

Mit den in Deutschland berühmt-berüchtigten geschlossenen Fonds (bspw. Schiffsfonds, Medienfonds etc.) haben die CEFs aber nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Sie gehören zu den ältesten Fonds, die es überhaupt gibt. In Kontinentaleuropa spielten sie aber bisher keine große Rolle.  

"Closed end" heißt in dem Zusammenhang, dass es eine im voraus begrenzte Anzahl von Anteilsscheinen gibt. Wenn das geplante Volumen erreicht ist, wird der Fonds geschlossen und die Ausgabe von Anteilsscheinen eingestellt. Über die Börse können die Anteilsscheine aber weiterhin ge- und verkauft werden. 

Außerdem gibt es unterschiedliche Anlagestrategien bei den CEFs wie Dividende, Fixed Income, Optionsstrategie und eine Mischung daraus. In den USA wird von den Anlegern damit häufig ein passives Einkommen oder auch ein Teil der privaten Rente generiert, weil die Ausschüttungsquote oft höher als bei ETFs oder anderen Fonds ist. 

Du siehst: Es ist ein komplexes Thema und Wunderdinge sollte hier keiner erwarten, aber das Buch hat mir dabei geholfen diese Anlagevehikel besser zu verstehen und einzuordnen. Wenn dich das Thema interessiert, hör am besten in die Podcast-Folge am Mittwoch rein.

Auch hier gibt es wieder spezielle Risiken und Fallstricke, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Für vierstellige Dividenden-Einnahmen ist eine sechsstellige Investition nötig. Es ist also kein reich machendes Wundermittel. Das sollte man an dieser Stelle nicht vergessen.
Fazit

Mittlerweile investiere ich auch in CEFs als Beimischung. Gemeinsam mit den wachsenden Dividenden aus dem Einzelaktien-Portfolio kann ich jetzt schlechtere Monate in der Selbstständigkeit überbrücken ohne an das Ersparte ran oder Aktien verkaufen zu müssen.

Die Kursschwankungen machen mich jetzt auch nicht nervös, da mein Ziel der langfristige Vermögensaufbau bleibt. Wenn meine monatlichen Dividenden mir dabei helfen, die momentanen Mehrkosten und Einkommenseinbußen zu überbrücken, ist schon viel gewonnen.

Was nicht passen würde, wären Notverkäufe von Aktien zu deutlich niedrigeren Preisen. Die Dividenden helfen mir dabei, dass ich gerade nichts verkaufen muss. Für mich ist mein regelmäßiges Einkommen an der Börse deshalb gerade sehr hilfreich.

Viele Grüße aus Lübeck
Live-Börsen-Quiz: Schlag den Finanzblogger
Im Vorfeld der Invest gibt es noch eine coole Online-Veranstaltung mit vielen teilnehmenden Bloggern der Bloggerlounge. Organisiert wird das Ganze von der Börse Stuttgart und dem Anlegerclub. Das Quiz ist kostenlos

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So funktioniert das Live-Börsen-Quiz

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Neues Video bei YouTube
Im neuen Video sprechen Stefan Waldhauser und ich über den Absturz der Krisengewinner und warum es dazu kommen konnte.

Als Beispiele diskutieren wir über die heftigen Kursstürze bei Zoom, Peloton und Netflix. Wie sieht die Zukunft aus und mit welchen künftigen Herausforderungen haben diese Unternehmen zu kämpfen.

Ganz zum Schluß sprechen wir noch über den AT&T-Spinoff von Warner Bros. Discovery und den Absturz von Teladoc, einem weiteren Corona-Gewinner.


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Monatsrückblick
Ich habe es oben im Newsletter schon erwähnt: Der Podcast-Markt ist durch die Corona-Pandemie so aufgebläht, dass es unabhängige Podcaster immer schwerer haben, gefunden zu werden und damit Geld zu verdienen.

Ich muss es auch ganz klar sagen: Heute würde ich allein keinen Podcast mehr starten. Mit einem großen Medienhaus, Verlag oder Vermarkter im Rücken mag das noch gut funktionieren, aber ansonsten geht man gnadenlos unter.

Im Finanzbereich finde ich das auch bedenklich, wie da für die Podcasts getrommelt und kopiert wird. Zieht die Headline nicht beim Publikum, hat die Folge deutlich schlechtere Zahlen. So ist man quasi gezwungen, Investment-Pornografie wie die Börsenmagazine zu verwenden, damit Aufmerksamkeit generiert wird und es vernünftig läuft. 

Es gibt jetzt auch einen großen Verlag, der das Ganze mit nervigen Headlines auf die Spitze treibt und dann oberflächliche 20-minütige Gespräche á la "Get rich quick" veröffentlicht. Überraschenderweise orientiert der Podcast sich dann bei einigen Gästen an meinen Podcasts. Scheinbar kommt aber genau das beim Publikum an. Ich musste die Folgen beim Hören abbrechen.

Anders sein hilft

Das ist der Grund, warum ich dieses Jahr einiges anders machen will. Richtig aufwendige Folgen produzieren diese Fastfood-Copycats nämlich nicht. Meine USA-Folge war auf ihre Art einzigartig, mit 2 Stunden sehr lang und sehr aufwendig.

Mein aktuelles NFT-Special im Finanzrocker-Podcast war sogar die bisher aufwendigste Folge, die ich je gemacht habe. In erster Linie wollte ich über das Thema abseits vom momentanen Hype berichten. Welchen Einfluss haben NFTs auf die arg gebeutelte Musikindustrie? Lohnt sich das auch für die Kunstszene?Und wo liegen die Fallstricke? 

Herausgekommen sind 105 Minuten mit 5 Gästen, einer Story drumherum und ganz vielen Themen. Das bisherige Feedback ist sehr gut und freut mich natürlich. Hier habe ich übrigens auch ganz bewusst auf eine effektheischende Überschrift verzichtet, was mich aber einige Tausend Hörer gekostet hat.

Aber keine Angst: Die normalen Interviews bilden auch weiterhin das Rückgrat. Bis Mitte Juni habe ich jetzt fast alle Finanzrocker-Folgen schon aufgenommen und nur Gäste vor dem Mikro, die noch nie da waren. 

Die vielen Aufnahmen hatten den Grund, dass ich vor der Invest plane zu einem größeren, börsennotierten Unternehmen zu fahren und ein exklusives Podcast-Interview darüber zu führen. Ich bin also im Mai viel unterwegs und kann nur wenige Aufnahmetermine machen.

Bisher habe ich so eine Folge nur ein einziges Mal gemacht und damals hatte die Episode wegen der Corona-Pandemie ein schlechtes Timing. Die Folge mit der Deutschen Euroshop hat mir aber sehr gut gefallen und ich konnte eine Menge mitnehmen. Das war auch das Feedback vieler Hörer, die damals ebenfalls einiges mitnehmen konnten. Ich bin gespannt wie die kommende Episode wird.

Morgen gibt es wieder eine neue Folge von El Dinero zu hören. Dieses Mal ist es eine längere Diskussion über ein ETF-Thema geworden.
Alles Gute und bis bald.

Disclaimer: Vom Versender dieses Newsletters gehandelte Aktien, ETFs, P2P-Kredite, Anleihen und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge etc.) dienen allein der Bildung und der privaten Unterhaltung.

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Daniel Korth, Dornbreite 7n, 23556, Lübeck, Deutschland
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