Betreff: Warum riskante Geldanlage mit großen Versprechungen oft nichts taugt!

Warum riskante Geldanlage mit großen Versprechungen oft nichts taugt!
Hallo Friend,

als ich Mitte Januar das erste Mal in meinem Leben den berühmten Hollywood Boulevard in Los Angeles besuchte, blieben mir eigentlich nur zwei Sachen wirklich hängen. Die erste Erinnerung: Arnold Schwarzenegger hat für seine Größe sehr kleine Füße. Und die zweite war der schier unendliche Einfallsreichtum der Amerikaner, wenn es um Geld verdienen geht.

Gegenüber vom Chinese Theatre, in dem die Hand- und Fußabdrücke der ganzen Hollywood-Stars zu finden sind, hielt ein gelber Ferrari auf der gegenüberliegenden Seite als wir vorbeigingen. Der Fahrer stieg aus und wühlte im Kofferraum. Als wir eine Stunde später wiederkamen, lagen auf der Windschutzscheibe Pappschilder mit dem Angebot "30-minütige Fahrt mit dem Ferrari für 90 $". Ok, mal davon abgesehen, dass die Pappschilder nicht wirklich zum Auto gepasst haben, ist das eine grandiose Idee.

Der Hollywood Boulevard steht für Stars und Glamour, alle Sightseeing-Busse halten direkt hinter dem Ferrari und die Quote von Menschen, die auch mal Star spielen wollen, ist hier sehr hoch. Hinterher habe ich gesehen, dass der Anbieter mehrere Ferraris hat und zusätzlich bei Tripadvisor einige Angebote inseriert. Natürlich weiß ich nicht, ob sich das Angebot tatsächlich auch für den Anbieter lohnt, aber die Idee ist wirklich gut und durchdacht. Die Story, dass viele Menschen den Traum haben, in einem tollen Auto durch L.A. zu fahren, machen sie sich zunutze. Schaut man sich aber die weiteren Kosten an, ist das absolut kein Schnäppchen.
Aufhänger, Story, Angebot

Generell sind die Amerikaner auf dem Gebiet absolute Meister im Vermarkten, was ich überall in den USA sehen konnte. Ich lese gerade das jüngst auf deutsch erschienene Buch "Dotcom Secrets" von Russel Brunson*. Da geht es genau um solchen Erfindungsreichtum bei der Gestaltung von Angeboten nach dem Motto "Aufhänger, Story, Angebot". Es dreht sich alles um Upselling, Produktangebote, Geheimformeln oder Verkaufskanäle. 

Wie bei Tony Robbins*, Tim Ferriss* oder Robert Kiyosaki* auch werden da atemberaubende Geschichten erzählt, ständig darauf verwiesen, wie geil man doch ist und die megasuperdupergeile Finanzielle-Freiheit-Geschichte mit einzigartiger Strategie durchgekaut. Wenn man weiß, was einen erwartet und es richtig einordnet, kann man auch einiges aus diesen Büchern mitnehmen und sich unterhalten lassen. 

Dank Russell Brunson weiß ich wenigstens wie ich ein iPhone für 750.000 Dollar anbieten kann, so dass Interesse besteht. Ich muss einfach nur die richtige Geschichte mit dem passenden Haken für die Zielgruppe erzählen. Natürlich liegt dem Buch auch noch ein Lesezeichen mit kostenlosem Online-Kurs inkl. Upselling bei, damit sich jede/r sofort die praktische Umsetzung ansehen kann.
Achtung Abzocke!

Aber was hat das Ganze jetzt mit riskanter Geldanlage zu tun? Nun eine ganze Menge, denn ich habe in allen Büchern gelernt, dass ich nur die richtige Geschichte erzählen muss, um viele Fische an den Angelhaken zu bekommen. Das haben natürlich auch viele andere gemerkt. Viele Anbieter machen sich diese Geschichten auch bei der Geldanlage immer öfter zunutze. 

Beste Beispiele: Kryptowährungen (richtig ausgeklügelte Konzepte), Nachhaltigkeit (zieht immer mehr bei der Geldanlage -> siehe auch die Vorhalle bei der INVEST mit Abzocke ohne Ende), P2P-Kredite (da waren in der Vergangenheit einige schwarze Schafe drunter) oder auch Immobilien. Mal abgesehen von den üblichen Marktschreiern aus dem Abzockerbereich, gibt es auch auf den ersten Blick valide Angebote, die viele Leute ziehen und das Blaue vom Himmel versprechen.

Aktuell fliegt Exporo, einer Immobilien-Crowdinvesting-Plattform aus Hamburg, ein Projekt nach dem anderen um die Ohren. Vor allem das gehypte Projekt "Am Hamburger Stadtpark", die Mitfinanzierung einer GmbH-Immobilie von Ex-Fußballnationalspieler Jerome Boateng, gerät zum Fiasko. Baumängel im Hinterhaus, drohender Abriss und dabei ist mit dem Bau noch gar nicht begonnen worden. Ein Großteil der 2,5 Millionen Euro hohen Crowdfunding-Summe ist wohl weg. 

17 weiteren Exporo-Projekten soll ein ähnliches Schicksal drohen. Für die Anleger ist so etwas der Super-GAU. Aber sie haben nicht genau auf das Rendite-Risiko-Profil geachtet, sondern in erster Linie auf die tolle Story. Mit 500 Euro pro Projekt sind Anleger dabei und erhalten zwischen 4-6 % Rendite. Immobilien gehen in Deutschland immer und Investments in eine Immobilie in toller Lage und einem Mitinvestment von Jerome Boateng sind doch vermeintliche "No-brainer". Ganz ehrlich: Bei dem immens hohen Risiko müssen mindestens 10 % Rendite geboten werden, damit sich das Risiko überhaupt rechnet. Für 4-6% pro Jahr kann ich doch gleich am Aktienmarkt bleiben bei einem viel, viel geringeren Risiko.

Darüber hinaus ist bei Exporo vieles eher Schein als Sein, wie Christian Kirchner von Finanz-Szene schon des öfteren berichtete. Wundersame 5-Sterne Bewertungen, ein heimlicher Neustart unter neuer, unbelasteter Marke, fehlende Transparenz oder andere Dinge tragen nicht wirklich zu mehr Vertrauen bei.

Wenn ich dann noch sehe, dass der Hauptsitz von Exporo im teuersten Viertel von Hamburg (siehe Foto) liegt und hier auf Prestige mehr geachtet wird als auf gut strukturierte Immobilienprojekte, dann kann ich mich nur noch mehr darüber aufregen. Ich habe mehrere Jahre im Nebengebäude in der Hafencity für eine IT-Firma gearbeitet und weiß, dass die Mieten dort einfach unverschämt teuer sind. Exporo sollte sich mal ein Beispiel an Estateguru nehmen, die meines Wissens nach bis heute noch nicht einen endgültigen Verlust von Anlegergeldern hatte und darüber hinaus eine deutlich höhere Rendite bieten. 

Lass dich nicht locken! 

Bei den großen Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum wird das sehr hohe Risiko auch mit einer entsprechenden Rendite aufgewogen. Leider kommen auch hier immer wieder irgendwelche Abzock-Stories zum Vorschein, die sich mittlerweile auf mehrere Hundert Millionen Euro summieren. Die Leichtgläubigkeit der Menschen wird gnadenlos ausgenutzt, eine spannende Geschichte erzählt und am Ende wundert man sich über den schlechten Ausgang der Geschichte. 

Egal ob der gelbe Ferrari, die hohe Rendite bei vermeintlich megasicheren Kryptoprojekten oder attraktive Immobilienprojekte von Fussballstars, lass dich nicht von solchen Geschichten locken. Sei bitte sensibel und lass dich nicht von hoher Rendite, finanzieller Freiheit oder sonstigen Ergüssen locken. Ok, die Ferrari-Geschichte ist natürlich etwas anders gelagert, aber trotzdem sehr teuer. Und der Ferrari-Vermieter hat wahrscheinlich auch Russell Brunson gelesen: Ein exklusives Go-Pro-Video der eigenen Tour wird im Nachgang zum Kauf angeboten. Upselling par Excellence!

Alles fake?

Und wenn Christian W. Röhl, andere Blogger/Finfluencer oder ich dir irgendetwas "Kryptotastisches" auf sozialen Medien andrehen wollen, dann ist das zu 100 % ein Fake-Profil. Bitte sofort melden und demjenigen gleich Bescheid geben. Leider fallen so viele auf diese Sachen rein, weil sie so unbedarft im Internet agieren. Der arme Christian hatte am vergangenen Donnerstag 6 (!!!!) Instagram-Profile, von denen 5 Fake-Profile waren, die seine Follower mit Kryptoschwachsinn massiv angeschrieben haben. Und er ist nicht der Einzige. Fast alle größeren Accounts aus dem Finanzbereich sind betroffen. 

Der eigentliche Kanal wird von denen geblockt, so dass man persönlich den Fake-Account nicht sehen kann. Mir selbst ist es auf Facebook passiert und bei Instagram habe ich auch einen selten dämlichen Scam-Fake-Kanal. Wenn Meta sich nicht darum kümmert und sich das weiter so exponentiell entwickelt, ist es gefährlich dort einen Kanal zu betreiben. Als Kanalinhaber kann ich rein gar nichts dagegen machen und Meta reagiert einfach nicht. Deswegen meldet diese Fake-Accounts bitte gleich und gebt den Betroffenen Bescheid.

Fazit

Jedenfalls beschäftigt mich das Thema riskante Geldanlage in Verbindung mit abstrusen Verkaufsgeschichten derzeit stark, weshalb ich in diesem Newsletter mal ein wenig Dampf ablassen muss und auf die Probleme aufmerksam machen will.

Statt endgeiler Verkaufsgeschichten mag ich viel lieber Geschichten amerikanischer Autoren, die einen wirklich harten Weg hatten und nicht tausendfach erzählen müssen, wie geil sie sind. Mir persönlich ist das einfach zu stumpf. Die Story von Alex Banayan beispielsweise war im letzten Jahr da mein liebstes Buch, aus dem ich eine ganze Menge mitnehmen konnte.

Ich hoffe, dass ich dich mit meiner Story um den gelben Ferrari und dubiose Geldanlage an diesem grauen Sonntag sinnvoll unterhalten und gleichzeitig für diese Themen sensibilisieren konnte.

In diesem Sinne: Viele Grüße & einen schönen Sonntag
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Wer mich kennt, weiß dass ich bei Kryptowährungen eher zurückhaltend agiere und mich nicht so leicht begeistern lasse. Das Thema ist so komplex und hat so viele Fallstricke, dass es lange braucht, bis man es durchdringt.

Neben sehr vielen halbseidenen Angeboten im Netz gibt es aber auch herausragende Bildungsangebote - auch beim Thema Kryptowährungen. Eins dieser Angebote ist die "Crypto Assets Conference", die online gestreamt wird und letztes Jahr über 5.000 Teilnehmer hatte. 

Über 80 Blockchain-Experten sind dort am Start und berichten über aktuelle Entwicklungen in dem Bereich. Die Speakerliste reicht von der Bafin über Coinbase oder der Börse Stuttgart bis hin zur Deutschen Bank. Mitveranstalter des Ganzen ist das Blockchain Center der Frankfurt School of Finance und meinem Podcast-Gast Professor Dr. Philipp Sandner. Die Vorträge sind auf deutsch und englisch.

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Monatsrückblick
Die vergangenen zwei Wochen standen ganz im Zeichen der Akklimatisierung nach zehn Wochen in den USA. Außerdem musste ich den Trip ja noch in eine Podcast-Folge gießen, was gar nicht so einfach ist, wenn neben der Reise das Thema Finanzen im Vordergrund stehen soll. Jedenfalls dauerte das alles wesentlich länger als gedacht und am Ende kam eine fast zwei Stunden lange Podcastfolge mit meinen Erfahrungen, Aktien aus meinem Portfolio und auch den Kreditkarten-Learnings bei raus. 

Auf Instagram werde ich aber noch eine ganze Weile Bilder und Videos von dem langen Trip zeigen. Wer die Reiseroute und Erlebnisse dort verfolgen möchte, klickt einfach hier.

Seit der Rückkehr stehen aber fast wieder nur Finanzthemen auf der Agenda. Die kommende Finanzrocker-Podcast-Folge ist im Kasten, El-Dinero-Themen und Aufnahmen sind geplant und auch neue YouTube-Videos werden kommen. 

Darüber hinaus habe ich nun auch Interviews für Antenne Deutschland und den Focus gegeben bzw. geplant, was schöne Möglichkeiten sind, um einer größeren Reichweite das Thema Finanzen schmackhaft zu machen. Das Interesse am Thema Finanzen wächst immer mehr und das finde ich großartig. Hier ist aber wichtig, dass man auch auf die oben genannten Fallstricke aufmerksam macht.

Wir lesen uns wieder im März. Bis dahin wünsche ich dir eine schöne Zeit und alles Gute.

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Daniel Korth, Dornbreite 7n, 23556, Lübeck, Deutschland
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