Betreff: Wirecard und Co.: Warum das Lesen einer Bilanz für Aktionäre wichtig ist! (inkl. Verlosung)

Wirecard und Co.: Warum das Lesen einer Bilanz
für Aktionäre wichtig ist! 
Hallo Friend,

das Thema "Bilanz" ist zur Zeit in aller Munde. Der unfassbare Wirecard-Skandal und die jahrelange Bilanzfälschung werden dafür sorgen, dass das Thema auch noch länger in den Medien bleibt. Der abenteuerliche Weg von der kleinen Porno- und Glücksspielbude zum großen Dax-Konzern war letztendlich doch nur ein betrügerisches Märchen ohne Happy End. 

Wirecard hat 1,9 Milliarden Euro auf philippinischen Treuhandkonten verbucht, die gar nicht existierten. Um das machen zu können, wurde ein aufwendiger systematischer Betrug über viele Länder betrieben. Warum eine renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wie Ernst & Young das jahrelang nicht entdeckte, wieso Lobbyisten wie Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sogar noch Ende 2019 bei der Bundesregierung für Wirecard werben konnte und warum die BaFin nichts unternahm, das sind Fragen, die in den nächsten Monaten geklärt werden müssen. Wahrscheinlich wird es auch noch einen spannenden Film darüber geben, bei dem man sich alle 5 Minuten an den Kopf fasst, wieso das über Jahre funktionieren konnte.

Der Märchen-Krimi

Für Wirecard-Anleger, die nicht schnell genug handeln konnten, bedeutet dieser Skandal einen immensen Verlust. Man konnte es nur erahnen, dass etwas nicht stimmt, nachdem die Financial Times die ersten Vorwürfe 2019 veröffentlichte. Allein die Geschichte mit der Financial Times mutet jetzt wie ein ausgedachter Wirtschaftskrimi an. 

Märchenonkel und Wirecard-Vorstand Markus Braun bestritt diese Vorwürfe immer vehement. Spätestens da bin ich aber hellhörig geworden und strich die Aktie auch aufgrund der Achterbahnfahrt an der Börse von meiner Watchlist. Nach dem Auftauchen der Gerüchte entwickelte sich Wirecard zu einem Zockerwert, der ständig stark nach oben und unten ausschlug. 

Die Aktionäre, die den Glauben an die Aktie noch nicht verloren hatten und auf das "tolle" Potenzial des Unternehmens verwiesen, haben gleich zwei blaue Augen bekommen. Aktienfinder-Gründer Torsten Tiedt hat beispielsweise mit seinen Wirecard-Aktien einen bösen Verlust von 25.000 Euro eingefahren. Und er war nicht der Einzige. Es gibt viele Leute, die sogar noch deutlich mehr Geld mit der Aktie verloren haben. Das ist bitter, zeigt aber auch nochmal eindrücklich wie wichtig Diversifikation ist und warum man als Zocker oft der Verlierer ist.

Solche umfassenden Betrügereien sind aber nichts Neues. Erst 2017 wurde bekannt, dass die Unternehmensgruppe Steinhoff, die damals im MDAX vertreten war, über acht Jahre 6,5 Milliarden Euro erfunden hatte. Wie bei Wirecard auch verpuffte nahezu der gesamte Börsenwert - aber in deutlich kleinerem Umfang. 

Auch der italienische Lebensmittelhersteller Parmalat erfand Anfang des Jahrtausends Umsätze in Höhe von 14 Milliarden Euro und meldete 2003 Insolvenz an. Über 100.000 Anleger verloren damals ihr Geld mit Parmalat-Anleihen. Auch der amerikanische Telekomkonzern Enron malte sich 11 Milliarden Euro Gewinn in die Bücher, die nicht da waren. Diese Beispiele werden mit Sicherheit auch nicht die letzten sein.

Warum Bilanzen lesen wichtig ist

Als Anleger hat man keine großen Möglichkeiten, so etwas im Vorfeld rauszulesen. Schon gar nicht wenn Profis wie Wirtschaftsprüfergesellschaften nichts entdecken können. Aber seine Antennen sollte man dennoch bei den Einzelaktien im Depot ausfahren. Solltest du Zweifel an einem Wert haben, wenn beispielsweise hartnäckige Gerüchte wie bei Wirecard auftauchen, solltest du den Wert verkaufen. 

Unabhängig davon sollte sich jeder aktive Anleger mit Bilanzen beschäftigen und diese auch lesen können. Das vereinfacht es ungemein, die Quartalszahlen und Finanzberichte von Unternehmen zu verstehen. Auf dem Papier klingt das nicht wirklich spannend und viele gute Bücher zu dem Thema gibt es leider auch nicht. Ein gelungenes Beispiel für ein solches Werk ist "Wie man eine Bilanz liest"* von Finanzexperte Reinhold Gagel. Die komplett aktualisierte neue Version ist im Juni über den Finanzbuchverlag erschienen.

Er erklärte seinem Sohn zu Beginn seines Wirtschaftsinformatik-Studiums, warum es wichtig ist eine Bilanz lesen zu können und gab ihm Grundlagenwissen mit. Da es bei seinem Sohn so gut funktioniert hatte und Reinhold Gagel mittlerweile in Rente war, veranstaltete er mehrere Abendseminare, Weiterbildungen für Abiturienten und auch für mittelständische Unternehmen. Dort erklärte er den Teilnehmern, wie man eine Bilanz liest, auf welche Kennzahlen man achten sollte und welche Analysekriterien es gibt. Aus diesen Seminaren entstand dann "Wie man eine Bilanz liest"* im Eigenverlag. Der Finanzbuchverlag hat es jetzt komplett neu aufgelegt.

Das Buch ist in fünf Teile gegliedert und sehr anschaulich geschrieben. Nach der Einführung geht es im ersten Teil um den Lehrgang zur Bilanzerstellung. Im zweiten Teil werden reale Unternehmensbilanzen u.a. von BASF analysiert. Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem Sonderfall Insolvenz. Teil 4 und 5 runden dann mit Kennzahlen, Vorschriften und wichtigen Analysekriterien das Buch ab. Du musst also kein Buchhalter sein, um alles zu verstehen, sondern kannst es relativ schnell lesen und an praktischen Beispielen umsetzen.
Verlosung von 3 Exemplaren

Damit du auch anfangen kannst, eine Bilanz zu lesen und zu verstehen, verlose ich 3 Exemplare vom neu aufgelegten Buch "Wie man eine Bilanz liest"* von Reinhold Gagel. Wer eins der Exemplare gewinnen möchte, schickt einfach bis zum 05.08.2020 um 15 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff "Ich möchte lernen, Bilanzen zu lesen" an gewinnspiel@finanzrocker.net. 

Aus allen Einsendungen werde ich die drei Gewinner/innen ziehen. Jede/r kann nur einmal mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.  

Ich wünsche dir viel Glück bei der Verlosung. Mittlerweile machen jedes Mal einige Hundert Leute mit, so dass die Losfee natürlich nicht jedem hold sein kann. Aber bisher hat auch noch niemand zweimal gewonnen. Versuche es einfach weiter. :-)

Viele Grüße aus Lübeck
Neues YouTube-Format: HGI meets Finanzrocker
Es ist vollbracht: Ab sofort gibt es ein regelmäßiges Talk-Format namens "HGI meets Finanzrocker" auf YouTube. Dieses mache ich gemeinsam mit Stefan Waldhauser. Stefan hatte ich schon zweimal zu Gast im Finanzrocker-Podcast und seine Auftritte kamen immer sehr gut an. 

Deshalb machen wir jetzt zusammen einen Aktien-Talk, der sich aber unterscheidet von anderen Formaten. Wir haben in jeder Folge drei Teile. Der erste Teil beschäftigt sich mit allgemeinen Themen. Im zweiten Teil stellen wir jeweils eine Tech-Aktie anhand der HGI-Kennzahlen vor und im dritten Teil erläutert Stefan die HGI-Kennzahlen ausführlich und erklärt sie anhand der vorgestellten Aktie.

In der ersten Folge sprechen wir über eine eventuelle Blase bei Tech-Aktien, Aktienstrategien, High Growth-Investing, die Zscaler-Aktie und das Enterprise Value. Morgen um 18 Uhr kommt schon die zweite Folge, wo es darum geht, wie viele Einzelaktien in ein Depot gehören. Darüber hinaus stellen wir Slack vor und erklären die Rule of 40. 
Neue Artikel in den letzten Wochen
“Mit 25 hatte ich keine Ahnung von Aktien, heute bin ich Millionär” – Interview mit Marcel von der Freiheitsmaschine

Im letzten Interview der fünften Finanzrocker-Staffel geht meine Leitung zu Marcel. Er betreibt als Maschinist den Blog Freiheitsmaschine, arbeitet als Millionär im Angestelltenverhältnis und hat mehrere Jahre in den USA gelebt und gearbeitet. Im Interview erzählt Marcel von seinem Weg in die finanzielle Freiheit, wir sprechen wir über die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland und er erzählt, warum er als Millionär trotzdem noch weiter in Vollzeit arbeitet.
“Das Leben wird um so leichter, je kleiner die Erwartungen sind” – Interview mit dem Surfer und Berufsschullehrer Andreas Brendt

In Folge 4 von “Mehr Mut zum Glück” habe ich den weltreisenden Surfer und Berufsschullehrer Andreas Brendt zu Gast. Er hat schon eine ganze Menge erlebt, viele Länder und Menschen kennengelernt und sieht mittlerweile alles etwas differenzierter. Wir sprechen darüber, warum ein Job ein wichtiger Anker sein kann, dauerhaftes Reisen nicht zwangsläufig glücklich macht und wieso im Ausland immer alles gut ausgeht – auch wenn man die Sprache nicht spricht.
„Viele niedrigbewertete Aktien haben fast den Charakter einer Resterampe” – Interview mit Christian W. Röhl

Zum zweiten Mal nach Anfang 2017 begrüße ich Christian W. Röhl im Finanzrocker-Podcast. Wir sprechen in dieser Episode über die Corona-Krise, daraus resultierende Änderungen in Christians Portfolio, den Einfluss von Aktienrückkäufen auf die Märkte und die Frage, ob Value-Investing eigentlich tot ist. Mit über 75 Minuten ist es wieder eine ausführliche Folge mit sehr viel Inhalt geworden. Viel Spaß beim Hören!
Hörerfragen Teil 2: Ihr fragt, wir antworten – Der Finanzwesir rockt 92

Wir sind zurück mit neuen Hörerfragen. Im zweiten Teil reicht die Palette der Fragen von topseriös (ETF-Sparen oder Geld für die Immobilie zurücklegen) bis zu halbseiden (Zockerfragen). Es ist wieder mal alles dabei und wir haben uns sehr über die Vielfalt der Fragen gefreut. Vielen Dank fürs Mitmachen und viel Spaß beim Hören!
P2P-Kredite in der Krise? So ändert sich jetzt mein P2P-Portfolio!

Das Geschrei im März und April 2020 war groß: Kommt es zum Exodus für P2P-Kredite in der Krise? Nein, kam es nicht, aber viele P2P-Plattformen hatten extrem mit den Abbuchungen der Investoren zu kämpfen. Mittlerweile hat sich das alles wieder relativiert, aber die Folgen der Corona-Krise lassen sich so langsam auch auf den Kreditmärkten erkennen. Wie die aussehen und was ich dagegen unternehme, erzähle ich dir in diesem Artikel.
Monatsrückblick
So, seit gestern ist es soweit und ich bin komplett selbstständig. Die vergangenen Wochen konnte ich noch meinen Resturlaub genießen und ab sofort zählt Finanzrocker ein ganzes Stück mehr in meinem Leben. Passenderweise macht sich genau jetzt auch die Corona-Krise bei mir und meinen Einnahmen bemerkbar. So muss ich jetzt noch vorausschauender planen als ohnehin schon.

Dennoch muss ich sagen: Die Selbstständigkeit hat mir seit 2015 noch ein viel besseres Verständnis für Betriebswirtschaft, Steuern und auch allgemeine Finanzen beschert. Solche Themen habe ich vor Finanzrocker gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Heute will ich das nicht mehr missen, weil es mir extrem weitergeholfen hat. Deswegen macht es mir jetzt auch nichts mehr aus, Bücher über Bilanzen zu lesen. ;-) Vorher konnte man mich damit jagen. 

Hierzulande wird Selbstständigkeit ja immer mit einer Menge Vorurteile überhäuft.  Es gibt aber viele unterschiedliche Ansätze: vom Freiberufler über Kleinunternehmer und nebenberuflich Selbständigen bis hin zum Unternehmer mit eigener Holding.

Um mal einen besseren Einblick in Selbstständigkeit und Unternehmertum zu geben, haben der Finanzwesir und ich uns mit Natascha von Madame Moneypenny und Bastian von Talerbox zusammengesetzt, um genau darüber zu diskutieren. Herausgekommen ist ein sehr schöner Blick über den Tellerrand, der auch Angestellten ein paar Aspekte mitgeben kann. Ich werde hier im Newsletter und im Podcast weiterhin über meinen Weg berichten, der mit Sicherheit noch so einige Überraschungen parat haben wird.

Podcastplanung 

Der Finanzrocker-Podcast ist jetzt bis Ende August in seine alljährliche Sommerpause gegangen. Mit 31 Folgen und einer knappen Million Downloads war die fünfte Staffel die bisher erfolgreichste. Die ersten beiden Folgen (Folge 142 mit Saidi und die Jubiläumsfolge 150) haben in diesem Jahr die Marke von 40.000 Downloads überschritten und vor allem die Entwicklung vor Corona war der Knaller. Bis Ende Februar hatten alle neuen Folgen 2020 im Schnitt 35.000 Downloads erreicht. Dann kam das Corona-Virus und die Zahlen haben sich zwischendurch auf 18.000 halbiert. Viele Hörer sind nicht mehr zur Arbeit gefahren und das hat sich natürlich auch bei den Podcasts bemerkbar gemacht. In der Zwischenzeit haben sich die Zahlen zwar wieder erholt, aber der Sturz war extremer als an der Börse.

Einen Sturz nach unten gab es bei "Mehr Mut zum Glück" noch nicht zu verzeichnen. Dafür ist der Podcast einfach viel zu klein. Die zweite Folge mit Apnoetaucherin Anna von Boetticher hat vergangene Woche erst die 10.000-Downloads-Marke erreicht. Dafür ist es mein Herzensprojekt, wo ich mich ohne irgendwelche Themenzwänge ausleben kann. Das hört man dann auch in den Interviews, die richtig gut geworden sind. Aber es ist ein kompletter Neustart, der auch nur mit wirklich guten Inhalten aus dem Wust der Podcast-Veröffentlichungen herausragen kann. Meine Gästeliste ist aber schon sehr gut gefüllt und es kommen noch richtig tolle Folgen. Die nächste Folge erscheint am 20. August. Dann habe ich eine Musikerin zu Gast, die ihre Erfolge vor allem ihrem Durchsetzungswillen und dem Glauben an sich selbst zu verdanken hat. Mit Rock und Metal hat sie aber nichts zu tun und in Deutschland ist sie durch ihre Fernsehauftritte bekannt. ;-)

Bei "Der Finanzwesir rockt" gibt es im August gleich 3 komplett unterschiedliche Folgen zu hören. Morgen haben wir eine spezielle Episode zum Thema "Marken und Patente" gemacht. Dieses Thema hat erstaunlich viel mit Börse und großen Unternehmen zu tun. Danach gibt es ein "richtiges" Duell zu hören, bei dem die Gäste extrem gegensätzlicher Meinung waren. Und schließen werden wir mit einem Thema, das wir schon zweimal besprochen haben. Dieses Mal haben wir uns aber einen Experten eingeladen mit dem wir darüber diskutieren. 

Ansonsten wird es im August noch zwei neue Folgen von "HGI meets Finanzrocker" bei YouTube geben. Im September wird es dann das erste komplette Video-Interview geben, das nicht im Finanzrocker-Podcast erscheinen wird. Der Kanal wird jetzt nach und nach zum Leben erweckt und mit Inhalten gefüllt, die nicht auf jedem anderen Kanal laufen.

Den nächsten Newsletter gibt es Ende August mit einer speziellen Verlosung wieder. Bis dahin wünsche ich Dir noch einen schönen Restsommer und alles Gute.  
Disclaimer: Vom Versender dieses Newsletters gehandelte Aktien, ETFs, P2P-Kredite, Anleihen und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge etc.) dienen allein der Bildung und der privaten Unterhaltung.

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Daniel Korth, Dornbreite 7n, 23556, Lübeck, Deutschland
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