Mein Lieblingssatz zu Männlichkeit im September kommt vom Co-Leiter OH BOY* Michael Koger: «Ich wünsche mir, dass Jungs ohne Stress sagen können: Ich habe keine Lust, vom 5-Meter-Turm zu springen. Es scheisst mich an, dort oben zu stehen und Angst zu haben – und darum mach ich es einfach nicht.»
Das Bild hat mich inspiriert. Wie viel leichter könnten wir atmen, wenn wir uns mehr erlauben würden nicht zu performen – und stattdessen zu unseren Gefühlen zu stehen? Die Beförderung, die mir eigentlich Bauchweh macht, ausschlagen. Nein sagen, wenn die Jungs mal wieder richtig auf den Putz hauen wollen, ich aber lieber nach Hause will. Antworten: «Ich komme im Moment grad nicht gut klar, aber die Therapie hilft», statt «Grad streng, aber es geht schon». Was ich bräuchte, um das häufiger zu tun: Das Selbstbewusstsein, mich dafür nicht zu schämen, sondern mit Wohlwollen auf meine nicht ganz ausreichenden Ressourcen zu schauen. Es ist Zeit für eine Performance-Pause. Ich will anfangen, mir die Pausen und die Hilfe, die ich brauche, auch zu gönnen.
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Thomas Neumeyer, männer.ch |