Ihr kennt sicher Google-Maps und wisst, wie man mit einem Mausklick von Landkarte auf Luftbild wechseln kann. Beides sind natürlich nur Abbilder des Geländes, aber jedes Abbild eröffnet uns einen Blick. In ähnlicher Weise möchte ich das, was jeder einzelne Mensch von der Wirklichkeit sieht und versteht mit einer Landkarte vergleichen. Wir machen uns ständig ein Bild von unserer Wirklichkeit. Wir setzen unsere Wahrnehmungen und Folgerungen stets aufs Neue zu »Landkarten« zusammen, an denen wir uns orientieren: in unserem Umfeld, in unseren Beziehungen, in unseren politischen und weltanschaulichen Vorstellungen.
Das Schöne am Austausch mit anderen Menschen ist, dass wir von ihnen etwas über ihre »Landkarten« erfahren können, darüber, wie sie die Welt wahrnehmen und diese Wahrnehmungen einordnen, um dann in der Welt zu wirken.
Ein solcher Austausch findet sehr viel über Bücher statt. Ja, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als sei das »Gespräch« mit einem Buch sehr einseitig, so ist es für mich so: Ein gutes, anregendes Buch setzt einen inneren Dialog in Gang. Ich kann die »Landkarte« des Autors mit meiner eigenen abgleichen und so meine Wahrnehmung um neue Ebenen erweitern.
So ging es mir vor inzwischen mehr als 30 Jahren mit Dolores LaChapelle und ihrem Buch »Weisheit der Erde«. Das Spannende an ihrem Werk sind die vielen Facetten der Wirklichkeit, die sie auffächert: indigenes Wissen, Taoismus, die griechischen Philosophen, Martin Heidegger, Krishnamurti; das dreifältige Gehirn, die Stufen des menschlichen Lebens…
Dieses Buch erschließt ein weites Gelände der Wirklichkeit und viele Zusammenhänge, die uns helfen, uns in dieser Zeit in dieser Welt zu orientieren.
Viel Spaß und immer wieder neue Ausblicke und Einsichten beim Erkunden Eures Geländes wünscht
mit herzlichen Grüßen
Andreas Lentz