So gesehen, besitzen alle Lebewesen Intelligenz, ja sogar jede einzelne unserer Zellen, die uswählt, was sie hereinlässt, was sie abweist und was sie abgibt. Dasselbe gilt für Pflanzenwurzeln oder für Einzeller. Alles, was lebt, braucht diese Fähigkeit, richtig auszuwählen: zu unterscheiden, was ihrem Leben zuträglich ist und was nicht.
So gesehen ist Intelligenz keineswegs dem Menschen vorbehalten. Dass auch sonst einiges nicht stimmt mit unserer Selbsteinschätzung, zeigt unser Autor Predrag Slijepčević in seinem Buch »Biozivilisationen«, und er stellt die Frage, ob unsere Intelligenz ausreicht, unsere wahre Rolle im Zusammenspiel des Lebens zu erkennen und einzunehmen: Unser Überleben könnte davon abhängen.
Künstliche Intelligenz ist, anders als natürliche Intelligenz, nicht darauf angewiesen, richtig auszuwählen: Davon hängt ihr Überleben nicht ab. Sie lebt ja auch gar nicht, besteht lediglich aus komplexer Rechenleistung und wird uns kaum helfen, als Menschheit auf einem lebendigen Planeten zu überleben.
Hierfür ist eine Intelligenz gefragt, wie sie uns der Taoismus nahebringt: im Spiel der Gegensätze im Fluss zu bleiben, verbunden mit unserer inneren Weisheit. Genau das hat Alan Watts gelehrt, Religionsphilosoph und Autor von 25 Büchern. Mit der Zusammenstellung von einigen seiner Vorträge in »Die Weisheit des Wasserlaufs« möchten die Herausgeber die Bedeutung der taoistischen Weltsicht (mit ihrer lebendigen Intelligenz!) aufzeigen. Gerade für uns Heutige ist der Weg des Tao ein Schlüssel zur Bewältigung der multiplen Krisen.
Im Kleinen ist Kate Bradbury in ihrem Garten eben diese Krisen angegangen: die Klimazerrüttung und das Artensterben. Ihr Garten wurde Zuflucht für vielfältiges Leben. In »Ein Garten rettet eine ganze Welt« schreibt sie lebendig und einfühlsam von ihren beglückenden Erfahrungen mit der lebendigen Welt.
Dass Euch – abseits der Bücherwelt und der täglichen Herausforderungen – solche beglückenden Erfahrungen in der Natur zuteil werden, das wünscht Euch
von Herzen
Euer
Andreas Lentz