Subject: Loslassen ist kein Scheitern – sondern manchmal die klügste unternehmerische Entscheidung

FOMO oder JOMO – was bestimmt deinen Alltag?

 

Nur mal kurz aufs Handy schauen. Was machen die anderen? Wo sind sie gerade? 

Was habe ich verpasst? Warum war ich nicht dabei?

 

FOMO – Fear of Missing Out – beschreibt die Angst, etwas zu verpassen.

 

Social Media verstärkt genau das. Wir bekommen permanent Einblicke in das Leben anderer Menschen. Und ob wir wollen oder nicht: Wir vergleichen.

Wo war sie im Urlaub? Auf welchem Event war er? Was machen die anderen gerade? Ist deren Leben vielleicht spannender als meines?

 

Diese Vergleiche können am Selbstwert nagen. Wir machen andere größer – und uns selbst gleichzeitig kleiner.

 

Dazu kommt die permanente Ablenkung. Beim Warten schnell aufs Handy. Beim Essen Nachrichten lesen. Beim Arbeiten „nur kurz“ online gehen.

Aus „nur mal kurz gucken“ wird schnell ein Zeitfresser.

 

Dabei gibt es eine wunderbare Gegenbewegung zu FOMO: JOMO – Joy of Missing Out.

Die Freude daran, ganz bewusst etwas zu verpassen.

 

Länger mit Freunden am See bleiben, statt zum nächsten Event zu hetzen. 

Nach Feierabend einen langen Spaziergang in der Natur machen, statt zum After-Work-Club zu gehen.

 

Nicht überall dabei sein müssen. Nicht alles wissen müssen. Nicht ständig erreichbar sein müssen.

 

Für mich bedeutet das auch: wieder mehr Fokus auf das eigene Leben.

 

Was macht mich aus? 

Was sind meine Stärken? 

Was habe ich bereits erreicht? 

Was ist mir wirklich wichtig?

 

Und vielleicht liegt genau darin eine Form von Freiheit: Nicht die Angst, etwas zu verpassen. 

Sondern die Freude, sich bewusst für etwas anderes zu entscheiden.

 

FOMO oder JOMO – was kennst du stärker aus deinem Alltag?

 

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Loslassen ist kein Scheitern – sondern manchmal die klügste unternehmerische Entscheidung

 

Heute habe ich meinen Seminarraum gekündigt.

Eine Entscheidung, die mir alles andere als leichtgefallen ist.

Ich war sehr gerne in diesen Räumen. Ich habe sie eingerichtet, gestaltet und mit Leben gefüllt. Hier fanden Seminare, Ausbildungen, Coachings und viele intensive Begegnungen statt.

Vor drei Jahren habe ich sogar eine neue Küche einbauen lassen.


Ich bin damals nicht eingezogen mit dem Gedanken: „Mal sehen, wie lange das funktioniert.“

Ich wollte bleiben. Doch manchmal entwickelt sich die Realität anders als der Plan, den wir im Kopf haben.

Die wirtschaftliche Situation in Deutschland ist sehr angespannt. Unternehmen achten stärker auf ihre Budgets, Aufträge werden verschoben oder gestrichen und auch bei Weiterbildungen und Ausbildungen wird genauer überlegt, wofür Geld ausgegeben wird.

Das spüre ich in meiner Branche deutlich.

Hinzu kommen hohe laufende (Neben-)Kosten. Ein Seminarraum, der unabhängig davon bezahlt werden muss, wie viele Veranstaltungen tatsächlich stattfinden, wird irgendwann von einem schönen Ort zu einer wirtschaftlichen Belastung.


Und irgendwann muss man sich eine unangenehme Frage stellen:

Halte ich an etwas fest, weil es wirtschaftlich sinnvoll ist – oder weil ich nicht loslassen möchte?


Ich habe lange überlegt. Denn eine Kündigung fühlt sich zunächst nicht nach Wachstum an. Sie fühlt sich ein bisschen nach Scheitern an.

Gerade wenn man Unternehmerin ist und gewohnt ist, Lösungen zu finden, Dinge weiterzuentwickeln und anzupacken.


Aber genau hier beginnt für mich mentale Stärke.

Nicht darin, um jeden Preis an einer einmal gefassten Entscheidung festzuhalten. Sondern darin, die Realität wahrzunehmen, sie anzunehmen und Konsequenzen daraus zu ziehen.

Das bedeutet nicht, aufzugeben. Es bedeutet, sich anzupassen.


Meine Seminare und Ausbildungen wird es weiterhin geben. Künftig werde ich für die jeweiligen Veranstaltungen passende Seminarräume anmieten.

Weniger Fixkosten. Mehr Flexibilität. Mehr unternehmerischer Handlungsspielraum.


Vielleicht ist genau das eine der schwierigsten Fähigkeiten im Leben und im Unternehmertum: Zu unterscheiden, wann Durchhalten richtig ist – und wann Loslassen klüger ist.

Ambition bedeutet, ein Ziel zu verfolgen.

Anpassungsfähigkeit bedeutet, sich von der Vorstellung lösen zu können, dass es nur einen einzigen Weg zu diesem Ziel gibt.

Das Ziel bleibt. Der Weg verändert sich.

Und manchmal muss man etwas loslassen, damit wieder Raum für Neues entstehen kann.

Erfolg bestimmt nicht deinen Wert


Viele leistungsorientierte Menschen verknüpfen ihren persönlichen Wert mit dem, was sie tun: mit Titeln, Erfolgen, Beförderungen, Meilensteinen, Anerkennung oder damit, wie sehr andere sie brauchen.


Das erlebe ich immer wieder bei leistungsstarken Menschen, mit denen ich arbeite. Und ich kenne es aus eigener Erfahrung, als ich meinen früheren Job aufgegeben habe.


Wenn ein großer Teil der eigenen Identität darauf basiert, etwas zu erreichen, beizutragen und erfolgreich zu sein, fällt es schwer, zwischen zwei Dingen zu unterscheiden:

Was ich leiste.
Und wer ich bin.

Genau diese Trennung ist entscheidend.


Der nächste Titel, die nächste Beförderung, der nächste berufliche Meilenstein, das nächste Buch oder die nächste besondere Leistung können zeigen, wozu ein Mensch fähig ist. Sie bestimmen aber nicht seinen Wert.


Gerade für sehr ehrgeizige und leistungsstarke Menschen kann deshalb eine Erkenntnis besonders herausfordernd sein: Ich bin auch dann genug, wenn ich gerade nichts erreiche.


Unsere Existenz reicht weit über Jobtitel, Zertifikate und berufliche Rollen hinaus. Wer den eigenen Wert ausschließlich an Leistung koppelt, macht sich abhängig von zukünftigen Ergebnissen und äußerer Anerkennung.


Selbstwert sollte deshalb nicht die Belohnung am Ende eines erfolgreichen Weges sein. Er ist die Grundlage, von der aus dieser Weg gegangen wird. Das verändert auch Selbstvertrauen. Es muss nicht permanent durch den nächsten Erfolg bestätigt werden. Es zeigt sich vielmehr darin, wie wir handeln, wie wir mit Entwicklung umgehen und wie wir auf schwierige Phasen reagieren.


Erfolg schafft deinen Wert nicht.
Er kann sichtbar machen, welche Stärken, welcher Charakter und welche Widerstandskraft bereits vorhanden sind.


Groß zu denken, sich weiterzuentwickeln und ambitionierte Ziele zu verfolgen, steht dazu nicht im Widerspruch.


Entscheidend ist nur, den eigenen Wert nicht an das Erreichen dieser Ziele zu knüpfen.


Du musst nicht erst ankommen, um genug zu sein.

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USt-IdNr.: DE254619547
Für den Inhalt verantwortlich: Antje Heimsoeth

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