Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist Anfang September. So viele, viele tolle Menschen engagieren sich gerade rund um die Uhr, um ein hohes Ergebnis der AfD zu verhindern. Wir haben ein paar Möglichkeiten zusammengetragen, wie ihr euch von außerhalb einbringen könnt. | Mal vorbeikommen! Macht einen Wochenend-Ausflug oder nehmt euch Urlaub, um als Teilnehmende Veranstaltungen zu besuchen oder als Ehrenamtliche zu unterstützen. Es ist gerade Pride Month: Besucht doch zum Beispiel einen CSD in einer kleineren Stadt, dieses Jahr werden sehr viele stattfinden. (Hier findet ihr eine Auflistung der Orte und Termine und auch Kontaktdaten). Gerade im ländlichen Raum wird jede Unterstützung gebraucht! Die heiße Phase für die Wahl hat jetzt begonnen. Oder wenn ihr Autor*innen oder andere Künstler*innen seid: Soli-Auftritte anbieten. Und wenn ihr Künstler*innen kennt: Fragt sie, ob sie zu einem Pro-Bono-Auftritt bereit wären und vermittelt sie dann entsprechend an Organisationen in ländlichen Regionen – zum Beispiel an das soziokulturelle Zentrum in Halberstadt, Zora e.V. Einbringen aus der Ferne könnt ihr euch natürlich auch.Spenden und Fördermitgliedschaften werden überall gebraucht. Was ebenfalls unterstützt: Wenn ihr die Inhalte der örtlichen Vereine und Organisationen teilt – auf Social Media, im Familienchat, in der Freund*innengruppe. In beiden Fällen hilft es, wenn ihr ein paar liebe Worte dazu schreibt. Also, eine Spende ist toll, aber noch toller ist eine Spende plus einer wertschätzenden Nachricht: »Eure Arbeit ist so wichtig, danke!! ♥️« Das gleiche gilt beim Teilen von Veranstaltungen oder Inhalten: Schreibt einen Kommentar dazu, schickt eine Mail, zum Beispiel »Habe gerade eure wichtige Veranstaltung mit meinen Kolleg*innen geteilt. Danke für eure großartige Arbeit!« Und wenn ihr mehr Ressourcen habt: Nehmt Kontakt auf mit Organisationen vor Ort, fragt sie, was sie brauchen und bietet eure Fähigkeiten remote an. Hier ist wichtig: Nichts überstülpen wollen, die Aktivist*innen und Ehrenamtlichen wissen selbst am besten, was sie brauchen. Lasst uns gemeinsam den Fokus der Aufmerksamkeit verschieben: Statt über die AfD zu reden, sollten wir den Aktivist*innen, den Künstler*innen, den Bündnissen, den Vereinen und auch bestimmten Kommunalpolitiker*innen Sichtbarkeit geben. Lasst uns über die reden, die gerade die krasse Arbeit vor Ort machen! Und zum Schluss noch ein Tipp: Informiert euch nicht nur über überregionale Medien, sondern auch über journalistische Angebote vor Ort. Ein guter Einstieg ist da der Podcast »Kipppunkt Ost«
| 💜 Den nächsten Tipp gibt's in einem der nächsten Newsletter. Danke für euer Engagement! 💜 | | Was wir euch außerdem ans Herz legen möchten: | | CN: sexualisierte Gewalt Claudia Wuttke hat etwas erlebt, das an den Pelicot-Fall erinnert. Und wäre das Erlebte nicht schon grausam genug: In ihrem Fall versagt der deutsche Rechtsstaat. Denn eine Gesetzesänderung von 2016 hat dazu geführt, dass diese Art der Vergewaltigung schon nach fünf Jahren verjährt. WHAT THE ACTUAL FUCK?!?!? Die deutsche Politik ist ja ohnehin nicht für guten Opferschutz und Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt (wir sagen nur: Istanbul Konvention!) bekannt, aber das ist wirklich … Wir sind sprachlos. Volle Solidarität mit Claudia Wuttke! Wir stehen fest an ihrer Seite und unterstützen ihre wichtigen Forderungen. »Der Spiegel« (€) hat den Fall recherchiert, eine gute Einordnung gibt’s auch bei »euronews«. Der »Brigitte« hat Claudia Wuttke ein Interview gegeben. | Diese gute Nachricht wollten wir euch nicht vorenthalten: Frankreich hat endlich ein seit mehreren Jahren versprochenes Gesetz verabschiedet, durch das junge Französinnen kostenlos Periodenprodukte bekommen. Davon können wir in Deutschland derzeit nur träumen. Die ganze Meldung. | CN: sexualisierte Gewalt Eine neue Studie im Auftrag des Bündnis »Gemeinsam gegen Sexismus« (dem PINKSTINKS auch angehört) zeigt: 70 Prozent der erwerbstätigen Frauen in Deutschland und sogar 81 Prozent der trans*, inter und nicht-binären Personen haben im Laufe ihres Berufslebens Sexismus am Arbeitsplatz erlebt. Was die Studie außerdem zeigt: Die meisten Übergriffe werden nicht gemeldet, nur ganz selten werden formelle Beschwerdewege genutzt. Es bleibt also noch viel zu tun! Die ganze Studie gibt’s hier als PDF, außerdem berichtet »Das Handelsblatt« darüber. | | Podcast-Tipp Technologie ist nie neutral – und Kathe, Emma und Carla beweisen das immer wieder aufs Neue. In ihrem Podcast »Queere FeTe« werfen sie einen queerfeministisch-intersektionalen Blick auf digitale Teilhabe, Datenschutz und Machtstrukturen in der Tech-Welt. Politisch, praktisch, zugänglich – und nebenbei lernt man wirklich cute Menschen kennen. Einfach hier reinhören. | Fortbildungstipp Was wir euch besonders ans Herz legen möchten, ist das neu gegründete »Institut für Digitale Selbstverteidigung«. Hier lernt ihr in geschützten, achtsam gestalteten Rahmen, euch online besser zu orientieren, Worte für eure Erfahrungen zu finden und euch mit technischem Know-how und sozialen Skills zu stärken, ganz praktisch und zum Ausprobieren. Ob Workshops ab 14, individuelle Fortbildungen oder Formate wie »Gossipkompetenz«: Digitale Selbstverteidigung wird hier verständlich, solidarisch und Schritt für Schritt machbar. | Lesetipp Die US-Soziologin Cynthia Miller-Idriss ist eine der führenden Extremismusforscher*innen. »an.schläge« hat mit ihr ein lesenswertes Interview geführt: Über den Zusammenhang von rechtsextremer Politik und Frauenhass, warum Misogynie die Demokratie gefährdet und wie es sich anfühlt, in einem Land zu leben, in dem das Frauenwahlrecht plötzlich offen in Frage gestellt wird. »Die größte Gefahr ist das Schweigen« | Veranstaltungstipp Menstruationsblut ist das einzige Blut, das fließt, ohne dass jemand verletzt wird. Und doch ist es ein Tabu. Die Ausstellung »Blut ohne Gewalt« bringt das Tabu in eine Galerie. 47 Künstlerinnen präsentieren Arbeiten zur Menstruation und Körperpolitik und öffnen den Raum für Stärke und Widerstand – initiiert vom Band-Kollektiv Menstruationsmassaker. Vom 13. bis 19. Juni in Berlin in der Galerie Newman. |
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