Subject: Urlaub vom Patriarchat – jetzt einsteigen!

Dein Ticket für den Feminismus-Express

Wir sind PINKSTINKS. Unser Ziel: ein gerechteres Leben für alle Geschlechter. Für uns als spendenfinanzierter Verein bedeutet der Sommer leider auch, dass weniger Menschen spenden. Unterstütze uns, indem du anderen von unserer Arbeit erzählst oder: Spende uns!

Liebe Freund*innen,


stellt euch vor, Sonnenstrahlen wärmen euer Gesicht, eine sanfte Brise streicht über eure Arme, Bäume rauschen, Wellen schwappen, Vögel zirpen. Und ihr sitzt da, euch ist nicht zu heiß und ihr tragt genau das, worauf ihr Bock habt – vielleicht kurze Shorts, ein kleines Oberteil – und ihr fühlt euch rundum wohl. Nicht einen Gedanken müsst ihr daran verschwenden, wie ihr ausseht, ob ihr den Bauch einziehen solltet, wo ihr hingeht und wer euch betrachtet. So muss sich Urlaub vom Patriarchat anfühlen! Hach! Unser gemeinsamer Traum! Und auch genau das, was wir bei PINKSTINKS mit unserer Arbeit erreichen wollen!

In unserem Urlaub vom Patriarchat würden alle, die sonst darunter leiden, gemeinsam in den glitzernd-flauschigen Feminismus-Express steigen und rausfahren. Sich gegenseitig sagen, wie toll sie sind, dass sie sich frei nehmen und die Beine baumeln lassen, dass sie stolz sind, was sie in der ersten Jahreshälfte geschafft haben oder dass es ok ist, wenn es weniger war. Alle Körper können mitfahren und zwar genauso angezogen, wie es sich für die Bewohnenden der Körper gut anfühlt. Nicht einsteigen dürfen Sexualisierung, ungesunde Konkurrenz, abwertende Beurteilung, ungefragte Kommentare zu Dingen, die nicht in fünf Minuten geändert werden können, Leistungsdruck, unreflektierte Erwartungen und Mücken.

Und dann ginge es ab an den Strand. An unserem Strand ist genug Platz für alle und niemand muss Eintritt zahlen oder sich erst einen »Beach body« zulegen. Es gibt genug barrierefreie, genderneutrale und kinderfreundliche Toiletten mit allen Hygieneprodukten, die nötig sind. Am Kiosk gibt es Eis, Pommes, Obst und spaßige Getränke gegen Spende und ohne schlechtes Gewissen und alle könnten genau das machen, was sie brauchen – in ihrem Urlaub vom Patriarchat!


Bis das erreicht ist, machen wir von PINKSTINKS weiter, kämpfen und klären auf. Damit wir das können, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Denn Sommer, Sonne und Urlaub bedeuten für einen durch Spenden finanzierten Verein wie uns alljährlich: Spendeneinbruch. Und der ist total verständlich: Wir sind auf unseren Kanälen weniger präsent, gleichzeitig sind viele im wohlverdienten Urlaub oder machen andere schöne Dinge.

Wenn du uns helfen willst, das Sommerloch auf unserem Konto zu verhindern und unsere Arbeit auch in der zweiten Jahreshälfte zu sichern, freuen wir uns superdoll über deine Unterstützung – damit unser gemeinsamer Urlaub vom Patriarchat für alle wahr werden kann.

In den nächsten Wochen wird es hier erstmal etwas ruhiger. Wir arbeiten über den Sommer im Hintergrund an neuen Vorhaben und Ideen und tanken selbst Kraft, um euch ab September mit voller Power viele großartige neue Projekte vorstellen zu können – die uns wieder ein Stück näher an den Urlaub vom Patriarchat bringen werden.


Bis dahin wünschen wir euch Erholung und unbeschwerte Momente – wenn schon noch nicht patriarchatsfrei, dann zumindest ohne Mücken!

Wir sehen uns am Bahnsteig für den Feminismus-Express!
Euer PINKSTINKS Team

PS: Objektivierung, Ozempic und Epstein: PINKSTINKS-Autor Nils Pickert schreibt dazu, was Körpernormen und Mode mit Macht zu tun haben. Und warum »Germany’s Next Topmodel« auch weiterhin ein problematisches Format bleibt. Seinen Text könnt ihr bei uns lesen: »Jung, dünn, verfügbar: Size Zero ist zurück«

In eigener Sache

Wir suchen Unterstützung! Vielleicht seid ihr genau die richtige Person für unsere Stelle als Art Direktor*in oder für unsere Werk-Studi-Stelle im Community Management? Oder ihr kennt eine Person, die für eins davon in Frage kommt? Mehr Infos findet ihr hinter diesem LinkWir freuen uns auf Bewerbungen von euch oder aus eurem Umfeld!

DIE FEMINSTISCHE SPRECHSTUNDE

Da ist sie auch schon, die nächste Folge der »Feministischen Sprechstunde«Gemeinsam mit der Feminist Law Clinic erklären wir in dieser Ausgabe, wie und wo ihr euch finanzielle Unterstützung bei Prozesskosten holen könnt. Denn Recht bekommen ist in Deutschland eine teure Angelegenheit. Und es kann nicht sein, dass Betroffene von sexualisierter Gewalt, Diskriminierung und Sorgeentrechtung von ihrem Kontostand abhängig machen müssen, ob sie Anzeigen erstatten, ihr Recht einklagen und Prozesse führen können. Hier könnt ihr die Folge anschauen – und auch ganz einfach weiterleiten!

Gemeinsam stark: Schritte gegen rechts

Tipp No. 17: Austausch im Alltag

Manchmal hilft es, bei einem Nachbar*innenschaftsfest oder im Sportverein das Thema Zusammenhalt anzusprechen. Es geht darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich rechtsextreme Parolen gar nicht erst ausbreiten können. Denn wer freundlich auf neue Nachbar*innen zugeht und sie kennt, kann Vorurteile minimieren oder abbauen. Kleine Gesten der Offenheit bilden das stärkste Bollwerk gegen Spaltung. Wie wäre es mit einem Fest im Hinterhof oder einer Treppenhaus-Bücherei? Vielleicht habt ihr eine Pinnwand im Hausflur? Das könnt ihr zum Beispiel für positive Botschaften oder Hinweise nutzen. Kleine Aushänge fördern den Zusammenhalt in der Nachbar*innenschaft. Und starke lokale Gemeinschaften sind weniger anfällig für spaltende Ideologien.

 

💜 Den nächsten Tipp gibt's nach unserer Sommerpause! 💜

Was wir euch außerdem ans Herz legen möchten:

Protest mit Wirkung! Der Bundesrat hat sich für die Neuregelung des Sexualstrafrechts ausgesprochen und zwar nach dem Prinzip »Nur ja heißt ja« (Meldung). Jetzt MUSS sich die Bundesregierung damit beschäftigen. Und der Protest geht weiter, klar! Daniela Sepehri hat einen lesenswerten und hoffnungmachenden Kommentar in der »taz« dazu geschrieben.

CN: Geschlechtsspezifische Gewalt


Die Frauenhauskoordinierung e.V. hat ihre Statistik für 2025 vorgestellt und zieht eine erschütternde Bilanz: Es fehlen weiterhin knapp 12.000 Frauenhausplätze. Für die Zukunft könnte es noch schlimmer werden, weil die Bundesregierung für das zuständige Ministerium 1 Milliarde weniger Geld ausgeben will, also umfangreiche Kürzungen anstehen. Auch das Hilfetelefon »Gewalt gegen Frauen« hat einen traurigen Rekord erreicht: Durchschnittlich 190 Mal am Tag klingelte es im vergangenen Jahr, berichtet die »taz«. Macht 70.000 Anrufe in 2025.

CN: Tod


Sommerrisiko Männlichkeit: Wenn es heiß wird, steigt das Bedürfnis nach einer Abkühlung beim Baden in Seen, Flüssen und anderen Gewässern. Immer wieder verunglücken dabei Menschen, vor allem, weil sie ihre Fähigkeiten überschätzen. Die Opfer sind fast ausnahmslos Männer, wie der »Spiegel« berichtet.

Es gibt viele Gender Gaps - dank KI gesellt sich eine neue dazu. Während Männer eifrig automatisieren, bleiben Frauen skeptisch und zurückhaltend, wie eine neue Studie zeigt. Das birgt neue Ungleichheiten, vor allem im Job.

CN: Geschlechtsspezifische Gewalt


Lesetipp

Huch! Unser PINKSTINKS-Urgestein Nils Pickert fragt sich im »Standard«, warum viele immer wieder überrascht reagieren bei Fällen von sexualisierter Gewalt – und sucht ein Wort für diese Form von gesamtgesellschaftlicher Mittäterschaft.

Hörtipp I

Der großartige Publizist und Aktivist Fikri Anıl Altıntaş – mit dem wir bereits mehrfach zusammengearbeitet haben und der unser FEMIFEST* unterzeichnet hat – hat im Deutschlandfunk-Podcast »Der Tag« über Männlichkeit, männliche Vorbilder und seine Bildungsarbeit mit Jungen gesprochen. Anlass für das Interview war das Manifest von Grünen-Politiker*innen zum modernen Männerbild. Anıl hat so viele tolle Sachen gesagt, die wir sofort unterschreiben würden! Ab Minute 20:14 könnt ihr das Gespräch mit ihm hören.

Hörtipp II

Philosophin Eva von Redecker schreibt über den Zusammenhang von Faschismus und Kapitalismus und wie dieser Gewalt an Frauen und der Natur begünstigt – und das unfassbar klug und zugänglich. Im März war sie im Rahmen der Leipziger Buchmesse zu Gast im philosophischen Radiosendung »Sein und Streit«. Unbedingte Hörempfehlung!

Veranstaltungstipp

»Her mit dem ganzen Leben!« fordert die Rosa-Luxemburg-Stiftung in ihrer zweiten »Feminist futures«-Konferenz im September. Vom 25.-27.9. dreht sich in Bochum alles um das Thema »feministisch vergesellschaften«. Die Veranstaltung ist kostenlos, hier geht es zu mehr Infos und zur Anmeldung.

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