Betreff: Hilfe, mein Depot spielte diese Woche verrückt!

Hilfe, mein Depot spielte diese Woche verrückt!
Hallo Friend,

was war das nur für eine Woche an der Börse. Am Montag hieß es endlich: BioNTech und Pfizer sind auf einem sehr guten Weg zu einem Corona-Impfstoff mit einer 90-prozentigen Wirksamkeit. Diese Nachricht sorgte für ein Kursfeuerwerk an den weltweiten Börsen.

Das Besondere an diesem Feuerwerk war aber, dass die bisherigen Pandemiegewinner heftige Kursverluste verzeichneten und die Pandemieverlierer extreme Kursgewinne verbuchen konnten. Einer der absoluten Krisengewinner, Zoom Video Communications, verlor diese Woche allein über 100 Dollar und sank von 519 USD auf 410 USD

Die mit am schwersten getroffene Aktie von Kreuzfahrtanbieter Carnival (u. a. Aida) machte dagegen einen ordentlichen Satz um 40 % nach oben. Andere krisengebeutelte Unternehmen wie Airbus, Fresenius oder BASF aus Deutschland sprangen auch gleich zweistellig nach oben.

Gewinner und Verlierer in meinem Depot

Wirkliche direkte Krisengewinner habe ich gar nicht in meinem Portfolio - sieht man mal von Paypal, Microsoft oder Apple ab. Die liefen aber vorher schon sehr gut. Dafür habe ich aber einige extrem heftige Verlieraktien, die Anfang der Woche ebenfalls ansprangen. Dazu gehörten vor allem meine Shopping-Center- und Hotel-REITs, die in der Krise bis zu 80 % ihres Wertes verloren. 

Auch meine Verlustbringer-Aktien vom deutschen Automobilzulieferer Elringklinger machten wieder einen gewaltigen Satz nach oben - hauptsächlich aber wegen ganz guter Zahlen im Vergleich zum letzten Quartal. 

Im April hatte Elringklinger nur noch einen Wert von knapp über 4 Euro. Am Freitag war sie wieder bei 11 Euro angelangt und liegt damit nur noch knapp unter meinen Einstiegskurs. Jetzt kann ich diesen Fehlkauf in Kürze endlich aus dem Depot schmeißen. Als ich den Wert Ende 2017 kaufte, war mein Investmentcase noch intakt. Damals stieg die Aktie nach dem Kauf um 40 %. Mittlerweile ist der Investmentcase nicht mehr vorhanden. 
So sieht mein Jahr im Performance-Diagramm von Portfolio Performance aus. Meine Vorsorgefonds (rosa) bleiben spitze, meine Aktien (blau) haben einen ordentlichen 10%-Satz nach oben gemacht und liegen nun ein Stück über meinen ETFs (gelb). Die Gesamtperformance (schwarz) liegt genau dazwischen.

Heißgelaufene Werte gelöscht

Ich habe die letzte Woche auch dazu genutzt, meine ganzen extrem heißgelaufenen Werte auf den Prüfstand zu stellen und teilweise zu verkaufen, um Gewinne mitzunehmen. Eine BYD-Aktie mit über 345 % Kurssteigerung in einem Jahr war jetzt einfach fällig. Ich habe mich mit dem Wert schlicht nicht mehr wohlgefühlt anhand der sehr starken Überbewertung. 

Auch andere Werte aus meinem Depot haben sich in den letzten Monaten verdoppelt, was angesichts der vor allem in den USA extrem ansteigenden Infektionszahlen etwas verwundert. 

Noch im März sind genau diese zyklischen Werte stark eingebrochen und liegen mittlerweile mehr als doppelt so hoch. Auch die USA werden über kurz oder lang um einen weiteren Lockdown, wie wir ihn gerade fast flächendeckend in Europa haben, nicht herumkommen. Wie der aussehen wird und ob dieser erst der neu gewählte Präsident Joe Biden im Januar durchsetzen kann, werden wir sehen.

Denn auch wenn ein Impfstoff in Kürze erhältlich sein sollte, heißt das ja noch lange nicht, dass alles so wie vorher wird. Mir spuken da noch andere Fragen im Kopf herum. Wie lange dauert es bis flächendeckend geimpft werden kann? Bekommen die einzelnen Länder auch genügend Impfdosen? Wie lange hält der Impfschutz überhaupt an? Wirkt die Impfung auch bei den mutierten Coronoviren, wie sie gerade in Dänemark wegen der Nerz-Farmen zu finden sind? Einen sehr lesenswerten Artikel dazu hat Bloggerkollege Michael Kissig in seiner neuen Kolumne "Kissigs Kloogschiterei" auf seinem Blog "Intelligent investieren" veröffentlicht. 

Immer wieder Disney

Ich kann leider nicht in die Zukunft schauen, aber diesen Aufschrei an den Börsen á la "Hurra, wir haben einen Impfstoff und alles wird gut" kann ich einfach nicht teilen. Auch wenn die Börsen immer die Zukunft widerspiegeln, ist da alles schon wieder überzogen euphorisch. 

Bestes Beispiel diese Woche: Disney präsentiert grottenschlechte Zahlen und die Kurse gehen nach oben als wäre nichts gewesen. Der Verlust im letzten Quartal betrug 710 Millionen Dollar, nachdem der Gewinn im Vorjahresquartal noch bei 777 Millionen Dollar lag. Die 74 Millionen Streaming-Kunden sind auf jeden Fall ein großer Erfolg, auch wenn die Abo-Dauer der Kunden noch deutlich niedriger ist als bei Netflix. Aber die sorgen jetzt nicht für sprudelnde Gewinne. Der Streamingdienst kostet die nächsten Jahre erstmal ordentlich Geld. 

Und bis auf die Star Wars-Serie "The Mandolorian" gibt es bisher keine anderen exklusiven Serien. Selbst Apple+ bietet da deutlich mehr exklusivere Inhalte, die auch noch extrem sehenswert sind (The Morning Show, Ted Lasso, Long way up). Und die Standards wie die Marvel- , Zeichentrick- oder Star Wars-Filme kennen die meisten schon. Mal abwarten wie sich das Ganze weiterhin entwickelt.

Jahresendspurt

Die verbleibenden sechs Wochen in dem über alle Ebenen extrem fordernden Jahr 2020 werden vermutlich genau so unvorhersehbar sein wie die vergangenen 11,5 Monate. Von den immer wiederkehrenden schlechten Nachrichten ist man mittlerweile schon ziemlich abgestumpft und kann sie auch einfach nicht mehr hören. 

Eigentlich wäre ich in zwei Wochen auf eine monatelange Reise gegangen, die schon vor 2 Jahren geplant wurde. Aufgrund der weltweiten Corona-Restriktionen ist das leider unmöglich. 

Anstatt dauerhaft Trübsal zu blasen, haben wir nach Jahren zuhause endlich unser Wohnzimmer aufgerüstet. Das hat Spaß gemacht und ist die sinnvollste Art, dem Lockdown etwas positives abzugewinnen. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die für Lichtblicke sorgen - auch wenn alles nur noch nervt. Mit dem Motto gehe ich jetzt einfach in den Jahresendspurt. 
In diesem Sinne wünsche ich dir einen entspannten Sonntag!
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So behältst du deine Investments im Blick!
Heute ist es ja einfacher denn je, sich mit wenigen Klicks sein eigenes Portfolio zusammenzustellen. Es hat lange genug gedauert, aber so langsam ist passives Investieren wirklich im Mainstream angekommen.

Nach der ersten Euphorie über das fertige DIY-Portfolio (vielleicht eines mit Gewichtung 70/30) folgt meist schnell die erste Verunsicherung. Die Kurse gehen hoch und runter und man stellt sich - vor allem als Anfänger - die Frage: Muss ich jetzt schon was verändern? Ist mein Portfolio noch passend diversifiziert oder habe ich schon ein Klumpenrisiko im Depot?

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Gewinnspiel:
Jeweils 1 Podcast-Maske und 1 Buch zu gewinnen
In dieser Ausgabe des Newsletters habe ich wieder ein Gewinnspiel für Dich. Dieses Mal gibt es jeweils ein Buch mit einer raren Finanzrocker- oder Mehr Mut zum Glück-Maske zu gewinnen. Von den Masken gibt es jeweils nur 10 Stück. 

Zu der Finanzrocker-Maske gibt es die zweite, aktualisierte Auflage vom lesenswerten Buch "So reich werden wie Norwegen"* von Clemens Bomsdorf. dazu. Die erste Auflage habe ich hier besprochen.

Zu der "Mehr Mut zum Glück"-Maske gibt es das Buch "Boarderlines - Fuck you Happiness"* von Andreas Brendt dazu. Andreas war in der vierten Folge von "Mehr Mut zum Glück" zu Gast und es war bisher die zweiterfolgreichste Episode des Podcasts. Die grüne Maske sticht nochmal ordentlich aus dem Masken-Allerlei heraus. Beide sind bequem zu tragen und hochwertig.

Wer eine der beiden Masken inkl. dem dazugehörigen Buch gewinnen möchte, schickt einfach bis zum Mittwoch, den 18.11.2020, um 15 Uhr eine E-Mail entweder mit dem Betreff "Finanzrocker-Maske" oder "MMzG-Maske" an gewinnspiel@finanzrocker.net.

Aus allen Einsendungen werde ich die beiden Gewinner/innen ziehen. Jede/r kann nur einmal mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 


Neue Folge: HGI meets Finanzrocker
Die IBM-Aktie kannte in den letzten Monaten nur den Weg nach unten. Über 20 Quartale in Folge sanken die Umsätze. Auch die sehr teure Übernahme von Red Hat verwunderte auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick sorgt aber gerade diese Übernahme für neue Möglichkeiten. Auch die ganzen Umstellungen von Neu-CEO Arvind Krishna scheinen ganz langsam zu fruchten.

Stefan Waldhauser und ich diskutieren in diesem Video, ob es sich bei der IBM-Aktie um eine Turnaroundstory handelt oder doch eher den langsamen Niedergang eines Dividendenaristokraten. Viel Spaß beim Anschauen.

Neue Artikel in den letzten 4 Wochen
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In dieser Folge spreche ich mit Dr. Henric Hungerhoff über das Thema Venture Capital. Als Geschäftsführer von APX ist Wagniskapital sein täglich Brot, denn die Firma investiert in unterschiedliche Start-ups. Wir sprechen über Chancen und Risiken von Venture Capital, die Erfolgsaussichten und die wichtige Rolle von Business Angels für Gründerinnen und Gründer.
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Die Corona-Pandemie sorgt gerade dafür, dass die Digitalisierung immer stärker voranschreitet. Das hat auch einen Einfluss auf Anlagestrategien wie “Buy and Hold” oder Dividendenstrategien. Darüber spreche ich in dieser Podcastfolge mit Stefan Waldhauser.
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Gibt es über Warren Buffett nicht schon genug Bücher? Diese Frage werden sich wahrscheinlich einige gestellt haben, als das Buch “Warren Buffet – Der Jahrhundertkapitalist” herauskam. Aber Gisela Baur hat sich nicht damit zufrieden gegeben, eine einfache Biographie zu schreiben, sondern die Lebensgeschichte in den historischen Kontext eingebettet, damit der Leser einige von Buffetts Entscheidungen noch besser versteht.
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Viereinhalb Jahre ist es mittlerweile her, seit wir ausführlich das Thema Anleihen bei “Der Finanzwesir rockt” besprochen haben. In der Zwischenzeit ist eine ganze Menge passiert und die Zinsen sind immer weiter nach unten gegangen. Da muss man auch die Frage stellen: Lohnen sich Anleihen überhaupt noch? Die Frage haben wir dem Finanz- und Anleiheexperten Peter-Thilo Hasler gestellt.
“Mutig zu sein wird oft mit Glück belohnt” – Interview mit Unterwasserfotograf Tobias Friedrich

Tobias Friedrich ist von Hause aus Anwendungsentwickler. Schon als Kind faszinierten ihn aber die Geschichten von Jaques Costeau und das Leben unter Wasser. Als er vor einigen Jahren schwer erkrankte, verschoben sich aber seine Prioritäten. Während des Heilungsprozesses bewies er seinen Mut zum Glück und wurde zum hauptberuflichen Unterwasserfotograf. Die ganze Geschichte hörst du in Folge 8.
Wochenrückblick
Gruppenfoto mit ordentlichem Abstand nach dem Fincamp (Foto Credits: Paul Hiller)
Die letzten Wochen waren ein Wechselbad der Gefühle. Erst ging es für das Fincamp vom Finanzwesir nach München-Aschheim. Mit einem Inzidenzwert von knapp über 50 im Landkreis München bin ich in Lübeck gestartet. Am Samstag lag der Wert schon bei über 60 und Sonntag ging es dann bis auf über 100. Das war tatsächlich eine Punktlandung, denn mit einem Inzidenzwert von über 100 am Samstag hätten einige Teilnehmerinnen oder Teilnehmer wieder nach Hause gemusst, da dann maximal 50 Leute hätten teilnehmen dürfen. Und kurz darauf folgte dann auch noch der neue Lockdown.

Es war also eine Zitterpartie, die aber vor Ort ausgesprochen gut funktioniert hat. Ein ausgeklügeltes Hygienekonzept und eine ganztägige Maskenpflicht - außer beim Essen und Vortragen - sorgten dafür, dass man nach und nach immer entspannter wurde. Und die Veranstaltung war fast ausverkauft und hat trotz der ganzen Restriktionen allen Teilnehmern und Referenten viel Spaß gemacht. 

Für uns 5 Referenten war es natürlich extrem anstrengend mit jeweils einem Hauptbühnenvortrag, einer Podiumsdiskussion, 3 einstündigen Vorträgen am Stück, einer Frage und Antwort-Runde zum Ende und abschließend einem 3-stündigen Abendessen mit wechselnden Gesprächspartnern. Dazu kamen noch 15 Stunden An- und Abfahrt. 

Hinterher kann ich aber sagen, dass es sich trotz der ganzen Umstände und dem unguten Gefühl im Vorfeld absolut gelohnt hat. Wenn ich ganz ehrlich bin, war es wirklich nötig mal wieder eine Präsenzveranstaltung mitzumachen, von zuhause wegzukommen und nicht immer nur online mit anderen Menschen zu sprechen. Eine schöne Zusammenfassung vom Fincamp findest Du hier.  
Haupbühnenvortrag auf dem Fincamp (Foto Credits: Paul Hiller)
Kurz vor dem Fincamp bin ich podcasttechnisch fremdgegangen. Ich war im Musikpodcast "Hotline Bling" zu Gast. Da ging es zwar auch am Rande um Finanzen, aber hauptsächlich um Musik, meiner Vorliebe für Bon Jovi und aufwändige Konzertreisen. Das war echt mal eine schöne Abwechslung. 

Danach standen dann einige Interviews für die unterschiedlichen Podcasts an. Ein Handvoll neuer Folgen gibt es in diesem Jahr noch zu hören. Nächsten Mittwoch kommt erstmal eine ziemlich lange Finanzrocker-Podcast-Folge, die mit Sicherheit gut ankommen wird und ETFs, Einzelaktien und die ersparte Frührente behandelt. In meiner Podcastplanung bin ich mittlerweile schon im Februar angekommen. 

Der nächste Newsletter kommt Mitte Dezember. Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute!
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Daniel Korth, Dornbreite 7n, 23556, Lübeck, Deutschland
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