Frieden und Umwelt sind seine Themen, die Themen, die die Grünen der »Realpolitik« geopfert haben: den Realitäten der Politik, ja, aber auch unserem demokratischen Konsens. Über alle Parteigrenzen hinweg und weit in die Sphäre der Nichtwähler gilt als Konsens: Wir wollen unsere Komfortzone aus urbaner Lebensweise und bequemen Denkgebäuden nicht verlassen. Wer will sich davon ausnehmen?
Nein, auch ich habe mich eingewöhnt und kann meine Bemühungen, aus den eingefahrenen Mustern auszubrechen, nur als kläglich bezeichnen. Gut, ich beteilige mich an unserem Gemüseanbau und pflege den Obstgarten, bin oft mit den Pferden draußen und lasse ein Gutteil unseres Landes verwildern. Ebenso bin ich dabei, mein Denken zu »verwildern«: weniger vorgefertigten Denkmustern und mehr den inneren Eingebungen zu folgen.
Die Bücher, die ich veröffentliche, sind also stets auch eine Aufforderung an mich selbst: Schau auf deine Ideale, auf das, was dir am Herzen liegt. Dabei sind Ideale wie Sterne: Wir erreichen sie nie, aber wir können uns an ihnen orientieren. In diesem Sinne ist vieles von dem, was Satish Kumar schreibt und lebt ein Leitstern: Schönheit und Einfachheit, lebendiges kunstvolles Handwerk und Arbeit mit dem Boden, dabei gelebte Spiritualität in Gemeinschaft: in Gemeinschaft mit Menschen und mit der natürlichen nichtmenschlichen Welt.
Mit den Büchern von Satish Kumar können wir
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Beispielhafte Zitate:
Wir müssen erkennen, dass die Natur bewusst und intelligent ist.
Die Natur ist lebendig. Die Erde ist ein lebendiger Organismus. Sie ist Gaia , Anima Mundi. Meere, Wälder und Tiere sind unsere Vorfahren. Alle Arten, Menschen und andere, entstammen einer einzigen Quelle des Lebens. Wir alle haben denselben Ursprung.
Aus: Frieden mit der Natur
Einfach zu leben ist weder Faulheit noch Untätigkeit. Vielmehr ist es unser konsumorientierter Lebensstil, der uns faul, arbeitsscheu und untätig macht. Wir werden abhängig von der Mechanisierung, der Industrialisierung und der Massenproduktion. [Und von der Digitalisierung und KI. Anm. AL] Einfachheit konzentriert sich auf die Qualität des Lebens, nicht auf die Quantität des Besitzes.
Aus: Elegante Einfachheit
Mahatma Gandhi war ein Verfechter der radikalen Liebe. Für ihn sollte die Liebe jeden Aspekt unsere Lebens durchdringen. Alle menschlichen Aktivitäten sollten von der Liebe geprägt sind. Die Liebe sollte das organisierende Prinzip des individuellen Lebens wie auch der gesamten Gesellschaft sein.
Aus: Die Kraft der radikalen Liebe
Wenn du die Welt mit wohlwollenden Augen betrachtest, erwidert die Welt dies mit Wohlwollen.
Der Boden ist die Quelle allen Lebens, buchstäblich und im übertragenen Sinne.
Wenn mein äußerer Köper der Boden ist, dann ist mein inneres Wesen die Seele.
Indem ich mich um den Boden kümmere, bin ich Teil der Erdgemeinschaft, und indem ich mich um die Gesellschaft kümmere, bin ich Teil der menschlichen Gesellschaft.
Aus: Boden, Seele und Gesellschaft
Mehr lesen: Wir haben etwas für Euch ins Netz gestellt, zum Selberlesen und Teilen:
Fritjof Capra über Satish Kumars Leben
Der vollständige Beitrag in »Frieden mit der Natur«
PS: Statt persönlicher Geschenke freut sich Satish über Zuwendungen an eine seiner beiden Stiftungen, selbst wenn es nur kleine, eher symbolische Beträge sind:
Schumacher College and Resurgence Trust.