Das Selbstkonzept als zentraler Bestandteil der Persönlichkeit
Maxwell Maltz und Carl Rogers prägten unabhängig voneinander die Idee, dass unser Selbstkonzept (Selbstbild) maßgeblich unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflusst. Anschaulich lässt sich dieses Selbstkonzept mit einem inneren Thermostat vergleichen: Es steuert, welches Leistungs- und Verhaltensniveau wir als „normal“ empfinden. Versuchen wir, dauerhaft über dieses innere Soll-Niveau hinauszugehen, neigen wir unbewusst dazu, zu vertrauten Mustern zurückzukehren. Erst wenn sich das Selbstkonzept verändert, werden nachhaltige Veränderungen möglich. Maltz beschrieb dies in seiner Theorie der Psycho-Cybernetics, während Rogers das Selbstkonzept als zentralen Bestandteil der Persönlichkeit und persönlichen Entwicklung verstand.
Wenn du dich als durchschnittlich, nicht wertvoll, wenig fähig, unsicher oder nicht erfolgreichkeitswürdig wahrnimmst, dann werden sich deine Gedanken und dein Verhalten genau daran orientieren. Selbst wenn du einmal etwas erreichst, das über dieses Selbstbild hinausgeht, wirst du dich früher oder später unbewusst selbst sabotieren und in deine gewohnte Komfortzone zurückkehren. So ist unser Gehirn und unser gesamtes System gewissermaßen programmiert.
Ist dein Selbstkonzept dagegen von Selbstvertrauen, Selbstwert, Zuversicht und Vertrauen geprägt, dann werden sich auch dein Denken, Fühlen und Handeln daran ausrichten.
Die Forschung zeigt außerdem, dass identitätsbasierte Gewohnheiten besonders nachhaltig sind und langfristig zu Erfolg führen. Der Grund: Du zwingst dich nicht einfach zu einem bestimmten Verhalten, sondern veränderst deine Identität – also die Person, die du sein und als die du auftreten möchtest.
Schaut man sich Spitzenathleten, herausragende Führungskräfte oder andere Top-Performer an, dann ist genau das einer ihrer Erfolgsfaktoren: Sie steuern ihr inneres Thermostat bewusst.
Wenn du dich wirklich weiterentwickeln möchtest, dann beginne mit einer entscheidenden Frage: Wer möchte ich sein? Wie soll mein Selbstbild aussehen?
Quellen:
Maltz, M. (1960). Psycho-Cybernetics. Prentice-Hall.
Carl Rogers (1951). Client-Centered Therapy. Houghton Mifflin.
Rogers, C. R. (1961). On Becoming a Person. Houghton Mifflin.