Eine wichtige mentale Fähigkeit
Wenn Sie an die mentalen Fähigkeiten denken, die Menschen auszeichnen, woran denken Sie dann?
Vielleicht an Selbstvertrauen, Motivation, Resilienz, Selbstgespräche oder Visualisierung.
Eine weitere wichtige mentale Fähigkeit: Achtsamkeit
Ob auf dem Sportplatz, im Konferenzraum oder anderswo: Achtsamkeit ist ein wichtiger Faktor für bessere Leistungen. Achtsamkeit reduziert das Verletzungsrisiko im Sport und verbessert Stimmung und Energieniveau.
Es überrascht nicht, dass Depressionen, Angstzustände und Stress zu den fünf Faktoren mit den größten negativen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit zählen. Erfreulicherweise wirkt Achtsamkeit diesen Faktoren entgegen und steigert somit nicht nur die Leistung, sondern kompensiert auch deren negative Auswirkungen.
Was ist Achtsamkeit?
Achtsamkeit bedeutet, ganz im Hier und Jetzt zu sein und die gegenwärtige Erfahrung bewusst wahrzunehmen.
Wir können trainieren, im gegenwärtigen Moment zu sein, bewusst wahrzunehmen, was geschieht, und unsere Gedanken nicht zu bewerten oder darauf zu reagieren.
Je mehr man übt, desto besser wird man darin und desto leistungsfähiger wird das Gehirn (insbesondere der präfrontale Cortex). Es ist ein ähnlicher Prozess wie im Fitnessstudio: Je mehr Gewicht man hebt, desto stärker werden die Muskeln.
Was Achtsamkeit nicht ist:
Achtsamkeit hat manchmal einen schlechten Ruf, weil viele Menschen nicht verstehen, was diese Praxis wirklich bedeutet.
• Achtsamkeit ist keine Entspannungsübung – man kann sich zwar beim Üben manchmal entspannt fühlen, aber nicht immer, und manchmal kann das Üben extrem schwierig sein.
• Achtsamkeit bedeutet nicht, den Kopf von Gedanken zu befreien – der „Kopf“ ist eine unaufhörliche Gedanken- und Gefühlsmaschine.
Bei Achtsamkeit geht es darum, im Hier und Jetzt zu sein.
Leistung findet im gegenwärtigen Moment statt, daher ist es wichtig, zu erkennen, wenn wir nicht im gegenwärtigen Moment sind, und uns wieder dorthin zu versetzen.
Das gibt uns die beste Chance, so oft wie möglich Höchstleistungen zu erbringen.
Achtsamkeit im Alltag beginnen
Der einfachste Einstieg ist, alltägliche Tätigkeiten achtsam auszuführen. Beim Zähneputzen, Gehen oder Essen kann man bewusst wahrnehmen, was man sieht, hört, riecht oder fühlt. Schon wenige Minuten reichen aus, um mehr Präsenz zu entwickeln.
Atem als Anker nutzen
Der Atem ist eines der wichtigsten Werkzeuge in der Achtsamkeitspraxis. Mehrmals täglich kurz innezuhalten und einige Atemzüge bewusst wahrzunehmen, hilft, aus Gedankenspiralen auszusteigen. Es geht nicht darum, den Atem zu verändern, sondern ihn lediglich zu beobachten.
Gedanken und Gefühle beobachten
Ein zentraler Bestandteil von Achtsamkeit ist die innere Beobachterrolle. Gedanken und Emotionen werden wahrgenommen, ohne sie sofort zu bewerten oder verändern zu wollen. Mit der Zeit entsteht mehr Abstand zu inneren Reaktionen, was Gelassenheit und Klarheit fördert.