Subject: FLOW – Momente der Selbst- und Zeitvergessenheit

FLOW – Momente der Selbst- und Zeitvergessenheit


Flow ist jener magische Zustand, in dem Denken und Handeln eins werden und alles wie von selbst geschieht.
Ein Zustand tiefer Präsenz und zeitloser Selbstvergessenheit.

 

Doch was geschieht dabei in unserem Gehirn?

Forschung aus der Universität Ulm / Ulmer Psychiatrie zur Neurobiologie des Flow-Erlebens mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) liefert konkrete Hinweise darauf, wie dieser Zustand im Gehirn verankert ist. Die zentrale Erkenntnis aus mehreren empirischen Studien der Arbeitsgruppe um Georg Grön und Martin Ulrich ist, dass während des Flow-Zustands ein konsistentes Muster von Aktivierungen und Deaktivierungen in spezifischen Hirnregionen sichtbar wird. (Quelle: Thieme)

 

Während wir in einer Tätigkeit voll und ganz aufgehen – ob beim Klettern, Reiten, Skifahren, Musizieren, Garteln oder bei kreativen Herausforderungen – verändert sich unser neuronales Aktivitätsmuster deutlich:

Flow-Erlebnisse zeigen reduzierte Aktivität in:


  • Medialem präfrontalen Kortex (MPFC), zuständig für Selbsterleben und Innenschau,

  • Amygdala und

  • Posterior cingulärem Cortex.
    Diese Regionen sind typischerweise mit Selbstreflexion, emotionaler Bewertung und default-mode-Aktivität assoziiert. Ihre relative Hemmung im Flow-Zustand korreliert mit einem Verlust von selbstbezogener Aufmerksamkeit und emotionaler Bewertungsprozesse, wie sie für das „Aufgehen in der Tätigkeit“ charakteristisch sind.


Physiologisch messbar: Flow ist begleitet von erhöhter sympathischer Erregung, jedoch ohne Angst. Wir sind hochkonzentriert, aktiviert und doch zugleich angstfrei.
Unser subjektives Zeitempfinden verändert sich. Die Uhr tickt weiter, aber wir nehmen sie nicht mehr wahr.

 

Im Sport ist Flow das, was Athleten als „Zone“ oder "Tunnel" beschreiben: Wenn die Bewegung mühelos wird, der Körper übernimmt und das Denken schweigt. Flow ermöglicht außergewöhnliche Leistungen – nicht nur durch Anstrengung, sondern durch „Loslassen“ und effiziente Automatisierung.


Beispiele für einen “FLOW – Zustand”:

Ein Langstreckenläufer: „ Ich hatte wirklich alles im Griff, ich fühlte mich die ganze Zeit über einfach großartig und ich spürte die Schmerzen nicht, die man normalerweise bei solch einem Lauf verspürt. Ich genoss das Erlebnis zu laufen. Ich hatte alles unter Kontrolle.“ (Csikszentmihalyi, Susan A. Jackson, 2000, S. 12)

 

„… Es hat alles gepasst! Ich musste nur noch laufen!”

„… Es war meine Runde! Ich war optimal vorbereitet!”

„… Ich habe mein Ziel vor Augen gesehen und habe mich durch meine Gegner nicht aus der Ruhe bringen lassen!”

 

Flow kann entstehen bei der Steuerung eines komplexen, schnell ablaufenden Geschehens, im Bereich zwischen Überforderung (Angst) und Unterforderung (Langeweile). Der Flow-Zugang und das Flow-Erleben sind individuell.

Filmtipp

„F1“ mit Brad Pitt als Formel 1 Pilot, der den Flow beschreibt als „Ich fliege…“. Kein wissenschaftlicher Film, aber schön anzusehen.😄

 

Quellen & Literatur
Ulrich M, Keller J, Grön G. Neural signatures of experimentally induced flow experiences identified in a typical fMRI block design with BOLD imaging. SCAN 2016 Ulrich M, Keller J, Grön G. Dorsal raphe nucleus down-regulates medial prefrontal cortex during experience of flow. Front Behav Neurosci 2016; 10: 169. doi: 10.3389/

fnbeh.2016.00169

Ulrich M, Keller J, Hoenig K et al. Neural correlates of experimentally induced flow experiences. Neuroimage 2014; Ulrich M, Niemann J, Boland M et al. The neural correlates of flow experience explored with transcranial direct current stimulation.

Experimental Brain Research 2018;

 

Kuhl (2001). Kuhl/Quirin (2025). Scheffer (2022). Eilers (2022). U.a.m.

Wie komme ich für einen Auftritt in den Flow

Mihaly Csikszentmihalyi (sprich „Tschick Sent Mihaji“) entwickelte das Konzept von Flow Mitte der 70er Jahre und leistet mit weiteren Untersuchungen auf diesem Gebiet Pionierarbeit. Csikszentmihalyi und Jackson (2000, S. 13) schreiben in „Flow im Sport“: „Flow [ist] ein Bewusstseinszustand, in dem man völlig in dem aufgeht, was man gerade tut, ohne irgendwelche anderen Gedanken oder Emotionen zu haben.“

Voll und ganz vertieft sein, tief aus dem Tun selbst heraus motiviert sein und „Aufgehen“ in einer Tätigkeit lässt sich besonders gut bei fasziniert spielenden Kindern beobachten, die alles um sich herum vergessen, die Welt um sich kaum noch wahrnehmen und sich nur noch auf ihr Spiel konzentrieren.

 

Ich gebe Ihnen in dieser Episode Tipps für die Nacht vor einem Auftritt und für den Tag, an dem Sie präsentieren, wie Sie in diesen Flow-Zustand kommen können.

Tonspur: https://www.heimsoeth-academy.com/wie-komme-ich-fuer-einen-auftritt-in-den-flow-sicher-praesentieren/

Zielsetzung

 

Zielsetzung umfasst unter anderem:

1. Große Ziele

2. Zwischen- oder Etappenziele

3. Tägliche Routinen, Strategien & Gewohnheiten

4. Nicht-Ziele

 

Große Ziele

Dies sind Ihre großen, ganzjährigen Ziele. Sie sollten ambitioniert und groß gedacht sein.

Wenn Sie diese großen Ziele nicht ein wenig abschrecken, ermutige ich Sie, noch größer zu denken.

Die großen Ziele sind der Gipfel des Berges. Sie motivieren auf der Makroebene, sind aber zu weit entfernt und einschüchternd, um auf der Mikroebene des Alltags zu motivieren.

 

Anti-Ziele setzen

Anti-Ziele (auch Nicht-Ziele) beschreiben Zustände, Ergebnisse oder Verhaltensweisen, die du auf dem Weg dorthin nicht opfern willst.

Während klassische Ziele eine positive Richtung vorgeben („Ich will X erreichen“), setzen Anti-Ziele klare Grenzen („Ich will nicht Y“).


Beispiele

• Beruflich

- Kein Job, der dauerhaft Wochenendarbeit erfordert

- Keine Führungsrolle ohne echte Entscheidungskompetenz

• Unternehmerisch

- Kein Wachstum auf Kosten der Produktqualität

- Keine Abhängigkeit von nur einem Großkunden

• Persönlich

- Kein Lebensstil mit chronischem Zeitdruck

- Nie mehr als 200 Nächte von der Familie getrennt verbringen

- Die Gesundheit nie durch ständiges Reisen und Distress zu ruinieren


Beispiel:

Ziel: Eine Beförderung in eine Führungsrolle verdienen.

Anti-Goal: Die Arbeitsanforderungen verbrauchen nie so viel Zeit, dass ich den Kontakt zu meiner Familie und meiner Gesundheit verliere.

 

Warum Anti-Ziele nützlich sind


  • Sie schaffen Klarheit, was inakzeptabel ist

  • Sie dienen als Korrektur und Frühwarnsystem bei Entscheidungen

  • Sie reduzieren das Risiko von Zielkonflikten

  • Sie unterstützen Priorisierung, besonders in komplexen Situationen.


Wenn du dir dein nächstes großes Ziel setzt, denke nicht nur darüber nach, wohin du gehen möchtest. Denke darüber nach, wo du nicht enden willst.

 

Setze dir deine Ziele. Definiere Deine Anti-Ziele. Und baue Schritt für Schritt ein Leben auf, in dem du dich freust, jeden Tag zu tun, was du liebst.

 

Auf Deinen Erfolg,

Antje

NEU NEU NEU NEUe Podcastfolge

Gründe für mangelndes Selbstvertrauen

 

1) Deinem inneren Kritiker zu viel Raum geben

Wir denken weitaus mehr als wir sagen, jeder von uns. In Gedanken führen wir bereits Dialoge, lange bevor wir sie mit anderen nach außen beginnen. Die besten Gespräche führt man mit sich selbst, behauptet lakonisch der Volksmund. Aber stimmt das eigentlich? Wer seinen inneren Dialog aufmerksam verfolgt, wird feststellen, dass negative Dialoginhalte in Form von Ungeduld, überzogener Selbstkritik, Überheblichkeit etc. die positiven wie Vertrauen, Respekt, Verständnis und Geduld bei Weitem überwiegen. Das ist fatal, denn, was du denkst und innerlich zu dir sagst, hat erheblichen Einfluss auf deine Gefühle, deinen Körper, deine Leistung, dein Allgemeinbefinden und deine Gesundheit. Wie wir mit uns selbst kommunizieren, wirkt sich aus.

Lösung: Akzeptanz, Pause, Fokus verändern

2) Umgang mit Kritik

3) Selbstwert und Selbstvertrauen sind abhängig von Gewinn, Sieg, Ergebnissen und Erfolgen

5) Mangelnde Vorbereitung von Gesprächen und Auftritten

6) Nicht ins Tun, nicht in die Umsetzung kommen. Nichts ändern.

7) Sich mit seinem früheren Ich oder anderen vergleichen.

 

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🎧 Tonspur: https://www.heimsoeth-academy.com/gruende-fuer-mangelndes-selbstvertrauen/

Kommende Veranstaltungen der Heimsoeth Academy


Entdecken Sie unsere kommenden Ausbildungen & Seminare und sichern Sie sich die Chance, an Online- und Präsenzveranstaltungen mit Praxisbezug – aus der Praxis für die Praxis - und zur Selbstreflexion teilzunehmen.


- 09.02.2026 Kostenloser Live Online Infoabend zur Ausbildung zum Sport Mental Coach (ECA) & Sportmentaltrainer
- 09.02.2026 Interaktives Live Webinar Sportmentaltraining. Mehr Flow, mehr Selbstvertrauen, mehr Erfolg.

- 13.02.2026 Online Coaching Basis Seminar, Coaching Grundlagen (2 Wochenenden)

- 23.02.2026 Gratis Live Infoabend zur Ausbildung zum Mental Coach (ECA)
- Durchführung garantiert: 25.02.2026 Online Modul Emotionscoaching

- 09.03.2026 Basis Ausbildung zum Mental Coach (6 Tage), Heimsoeth Academy, 83022 Rosenheim
- 19.03.2026 Online Modul Mental Health Coaching (4 Tage)
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Ich freue mich auf einen intensiven Austausch und Lernen mit Ihnen!


Falls Sie sich persönlich beraten lassen möchten oder noch Fragen zu Ausbildungen, Vorträgen, Online Vorträgen, zu Trainings für Führungskräfte oder den anderen Angeboten der Heimsoeth Academy haben, melden Sie sich gerne bei uns.

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Für den Inhalt verantwortlich: Antje Heimsoeth

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