10 Millionen Menschen leiden an Depression.
Die Zahl ist beängstigend: Über 10 Millionen Menschen in Deutschland sind nach Ergebnissen des RKI depressiv.
Die Zahlen sind erschreckend. Das bedeutet, dass jeder von uns per Definition einen depressiven Menschen in seinem Bekanntenkreis hat.
Wenn Therapie Menschen dazu zu befähigen soll, weiter dasjenige zu tun, das zu ihrer Erkrankung geführt hat, ist Therapie Teil des Problems.
Wenn Therapie (und Coaching) Menschen befähigt, ihre Denk- und Verhaltensmuster so zu verändern, dass sie gesund bleiben, ist Therapie Teil der Lösung. Dann trägt sie dazu bei Resonanz, Bindung und Sinnhaftigkeit gesund zu gestalten.
Es wäre hilfreich differenziert über Wirkweisen und Wirkziele, über Ethos und Haltung zu diskutieren.
Was mich zudem umtreibt: Der laute Ruf nach strukturellen Lösungen wie der 4-Tage-Woche, bei gleichzeitig erstaunlich leisem Ruf nach Eigenverantwortung, etwa bei Social-Media-Hygiene.
Mit politischen Rezepten wie 4-Tage-Woche oder Grundeinkommen wäre ich jedoch eher zurückhaltend – mentale Gesundheit entsteht in meinen Augen aus Bindung, Sinn, guter Prävention und exzellenter Behandlung.
Entstigmatisierung heißt daher: weder Pathologisierung noch Romantisierung, sondern ein nüchterner, menschlicher und klinisch verantwortlicher Blick auf echtes Leiden.
Weniger Arbeitszeit hilft wenig, wenn Menschen die gewonnene Zeit nahtlos in permanente Reizüberflutung, Vergleich und Dauerverfügbarkeit investieren.
Mentale Gesundheit ist für mich immer beides: strukturelle Rahmenbedingungen und bewusste individuelle Grenzen.
Studie im Detail: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_4_Panel_Depression_Angst.pdf?__blob=publicationFile&v=4