Subject: Mentale Stärke, Visualisierung und der Weg zum Erfolg

Taekwondo Europameisterschaft 2026: Mentale Stärke, Visualisierung und der Weg zum Erfolg


Am Donnerstag, 14. Mai 2026, war ich bei der Taekwondo-EM 2026 im BMW Park in München – und für mich war es eine Premiere: Zum ersten Mal war ich live bei einem Taekwondo-Wettkampf dabei.


Ich kann nur sagen: Es war unglaublich spannend! Wenn man eine Sportart im Fernsehen verfolgt, sieht man zwar die Aktionen und Ergebnisse. Aber wenn man live dabei ist, erlebt man die Dynamik, die Schnelligkeit und die Atmosphäre auf eine ganz andere Art. Erst vor Ort habe ich wirklich verstanden, wie anspruchsvoll dieser Sport ist und wie viel Präzision, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und mentale Stärke dahinterstecken.


Besonders beeindruckt hat mich die Stimmung in der Halle. Es waren unglaublich viele Fans da – Eltern, Bruder, Großeltern, Kollegen und Freunde, die Lorena Brandl mit lauten „Lo-re-na“-Rufen lautstark unterstützt haben. Ich litt am nächsten Tag unter Heiserkeit. Ein großer Lorena Fan hatte eine Riesentasche voller Fan-Utensilien wie Deutschland-Flaggen, Rasseln, Deutschland-Ketten, Hüte und weitere Fanartikel in Schwarz-Rot-Gold dabei und verteilte diese an uns alle. Die Stimmung war sehr emotional. Man spürte förmlich: Hier geht es um Leidenschaft, Zusammenhalt und echte Begeisterung.


Lorena Brandl schreibt Geschichte: Erste Doppel-Europameisterin im Taekwondo

Der Höhepunkt dieser Europameisterschaft war der Erfolg von Lorena Brandl, die ich seit 2019 als Mentaltrainerin begleite. Sie setzte ein beeindruckendes Ausrufezeichen und verteidigt ihren Europameistertitel – und schreibt so Geschichte. Bereits 2024 gewann sie ihren ersten Titel - nun gelang ihr etwas, das vor ihr niemand geschafft hatte: die erfolgreiche Titelverteidigung. Lorena ist die erste Frau, die sich im Taekwondo zur Doppel-Europameisterin krönt.


Visualisierung als Schlüssel zum Erfolg: Immer das große Ziel vor Augen

Was mich dabei besonders berührt hat: Hinter dem sportlichen Erfolg steckt weit mehr als körperliche Leistung. Im Bericht von Blickpunkt Sport wurde deutlich, wie wichtig mentale Stärke auf höchstem Niveau ist. Für mich ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie entscheidend die Arbeit mit inneren Bildern (Visualisierung) und mentalen Prozessen sein kann.

Mein Ansatz lautet: "Nur was du dir vorstellen kannst, das kannst du erreichen. Wenn du innerlich im Kopfkino bestimmte Bewegungen, Techniken oder Aktionen nicht hinbekommst, wird es ganz schwer, diese unter Druck im entscheidenden Moment abzurufen."

Genau das zeigte Lorena eindrucksvoll. Sie sprach davon, wie sie vor jedem Kampf klare Bilder im Kopf hatte: ihre Taktik, ihre Bewegungen, ihre Abläufe. Immer wieder ging sie ihre Sätze und ihren Plan durch.
Denn am Ende gilt: Der Kopf sagt dem Körper, was zu tun ist.

Mentale Stärke: Was Spitzensportler erfolgreich macht

Im Vorwort zu meinem Buch „Sportmentaltraining. Erfolg beginnt im Kopf“, geschrieben vor den Olympischen Spielen 2024, sagt Lorena: „Zwischen 2021 und 2024 habe ich im mentalen und im sportlichen Bereich einen Riesenschritt gemacht – dank Antje. Sie unterstützt mich bedingungslos. Die Erfahrung und die mentale Stärke sind manchmal der Schlüssel, warum wir einen Kampf gewinnen. Was man sich vorstellen kann, das kann man auch erreichen, machte mir Antje klar. Ich bereite mich schon jetzt mental auf Paris vor. Stelle mir vor, wie ich dort einlaufe und sehe mich mit einer Medaille um den Hals dort stehen. Ich habe fast alle Gegnerinnen, auf die ich dort treffen werde, bereits in anderen Wettkämpfen geschlagen. Mein Motivationsmotto lautet: Ein Ziel ist ein Traum mit Termin! Die Teilnahme an den Olympischen Spielen war immer mein Ziel. Für jeden Leistungssportler und jede Leistungssportlerin ist Olympia ein Traum – das letzte, was man erreichen kann. Mein Traum ist jetzt mein Ziel mit dem Termin 10. August 2024. Der Eiffelturm steht auf meinem Nachttisch und die Olympischen Ringe habe ich stets vor meinem geistigen Auge. So weiß ich immer, wo ich hin muss und will.“ Auch dieses Ziel hat sie erreicht. Lorena startete bei den Olympischen Spielen in Paris in den Wettkämpfen im Schwergewicht (über 67 kg).


Weiter schreibt Lorena im Vorwort: „Als ich Antje Heimsoeth im September 2019 begegnete, ahnte ich nicht, welchen Einfluss das auf mich nehmen wird. Antje ist eine sehr wichtige Person in meinem Leben geworden. Ich bin sehr froh und dankbar, dass sie mich auf meinem sportlichen Weg begleitet. Durch sie habe ich die Qualifikation für die diesjährigen Olympischen Spiele in Paris geschafft. Es war mein Trainer, der mir zu Mentaltraining riet – vor Wettkämpfen fiel es mir schwer, mich zu fokussieren, ich war nervös am Wettkampftag. Schon die ersten Übungen, die mir Antje zeigte, überraschten mich in ihrer Wirkung. Als ich zehn Stärken von mir notieren sollte, merkte ich nach den ersten vier oder fünf Stärken: Gar nicht so einfach wie man denkt. Doch sich meine Stärken vor Augen zu führen, half mir, daraus Sätze abzuleiten, die mich in der Wettkampfvorbereitung unterstützen. Gleichzeitig riet sie mir, negative Gedanken bewusst zu stoppen. Im hinteren Fach meiner ID-Karte, die jede Wettkampf-Teilnehmerin hat, steckt seitdem ein kleiner Zettel mit drei Sätzen: Ich bin stark. Ich bin die Beste. Die anderen haben Respekt vor mir. Und ein kleines Stoppschild. Es hilft mir, wenn mein Kopfkino in die falsche Richtung geht. Denn ich habe sofort Bilder im Kopf, wenn jemand vorm Wettkampf zu mir sagt: „Stell dir mal vor, deine Gegnerin…“ Bei hinderlichen Bildern oder Gedanken hilft es mir, laut „Stopp“ zu sagen, so dass mein Kopf und Körper ein klares Signal bekommen, das Gedankenkarussell oder Horrorszenarien zu unterbrechen.“


Gerade unter Druck entscheidet oft nicht allein die körperliche Fitness über Sieg oder Niederlage. Wenn die Beine müde werden, wenn nach mehreren Kämpfen die Energie nachlässt, wird die mentale Stärke zum entscheidenden Faktor.

Weiterlesen: Die Angst vor Fehlern und Scheitern im Sport überwinden: Mentale Stärke statt Versagensdruck


Besonders eindrucksvoll war das Halbfinale der Taekwondo-EM 2026. Nach einer verlorenen ersten Runde kämpfte sich Lorena zurück. Die Halle tobte. Man konnte die Energie förmlich spüren.


Der Kopf entscheidet oft mehr, als wir glauben.

Für mich war dieser Abend weit mehr als nur ein spannender Sportevent. Er war eine Erinnerung daran, dass Erfolg nicht allein aus Talent entsteht. Er entsteht aus harter Arbeit, konsequenter Vorbereitung, innerer Klarheit und dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Talente und Stärken.
Und ich habe an diesem Abend wieder erlebt: Der Kopf entscheidet oft mehr, als wir glauben.

Du kannst ein paar Szenen und Interviews mit Lorena und mit mir im Blickpunkt Sport – BR vom 17. Mai 2026 ansehen.


Zwischen Erfolg und Scheitern: Warum gerade die Niederlagen uns prägen

Lorena sagte in einem Interview: „Bei mir läuft es auch nicht immer rund. Ich hatte auch Niederlagen und Rückschläge en masse.“


Daher eine Erinnerung an alle: Das Leben verläuft selten geradlinig. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Wo Liebe ist, gibt es Liebeskummer. Wo Erfolg entsteht, gehört auch das Scheitern dazu.

Und trotzdem vergessen wir das oft – besonders dann, wenn wir auf andere schauen und glauben, sie hätten ihren Weg ohne Umwege, Rückschläge oder Zweifel gefunden.

 

Ich sage fast jeden Tag zu mir selbst: Ich möchte noch besser werden. Ich möchte wachsen. Ich möchte lernen. Gleichzeitig bin ich mein eigener härtester Kritiker. Denn wenn man in etwas wirklich großartig werden möchte, scheitert man meistens häufiger, als man Erfolg erlebt.

 

Mentale Stärke bedeutet nicht, immer stark zu sein


Die Dinge, die ich bis heute erreicht habe, sind nicht aus Leichtigkeit entstanden. Sie wurden begleitet von Aufstehen, Weitermachen, neuen Anläufen und manchmal auch von harten Kämpfen. Ohne Vitamin B, ohne besondere Vorteile durch gute Kontakte. Stattdessen mit Selbstzweifeln, Ängsten, anfangs viel Unsicherheit und gleichzeitig mit einer tiefen Überzeugung: Ich möchte die beste Version meiner selbst werden. Nicht die beste überhaupt. Sondern die beste, die meinen Möglichkeiten entspricht.

 

Mein Weg war lang. Es gab keine Landkarte, keine Garantie und keine Sicherheit, dass es mir gelingen würde. Ich habe vieles losgelassen und aufgegeben, um meinen eigenen Weg zu finden – einen ganz anderen Weg als den, mit dem ich aufgewachsen bin.

 

Es gibt Tage, an denen mein Kopf leer ist. Tage, an denen ich sehr müde bin. Aber mein Wille und mein innerer Antrieb haben mich immer wieder weitergehen lassen. Darauf kann ich sehr stolz sein.

Wenn ich scheitere, stehe ich wieder auf. Wenn ich ein Ziel nicht erreiche, setze ich mir ein neues.

 

Natürlich gibt es auch einen perfektionistischen Anteil in mir – meinen „Qualitätsmanager“ (Arbeit mit den inneren Anteilen nach Friedemann Schulz von Thun). Er fordert viel. Manchmal vielleicht zu viel.

Mehr zu der Arbeit mit inneren Anteilen im Mental Coach Advanced.

 

Resilienz entwickeln: Immer wieder aufstehen und weitermachen


Das Leben hat mir oft übel mitgespielt – 2020 Beginn der Corona Krise mit existenzgefährdenden Konsequenzen für Selbstständige, 2020 und 2023 zwei Tumorerkrankungen, 2025 und 2026 Angst- und Panikattacken unter anderen aufgrund des Verdachts, dass der Tumor streut. Trotzdem bleibt nur eine Richtung: weitermachen und mein Bestes geben.

 

Denn selbst Menschen, die von außen betrachtet ständig erfolgreich wirken, kennen Krisen, Niederlagen und Selbstzweifel (Impostor). Auch sie stehen irgendwann vor ihren eigenen Löchern und suchen einen Weg hinaus. So wie ich. Und zugegeben: Einfach ist das nicht immer.

 

Ich bin stolz auf mich, ich bin stolz auf jeden Menschen, der sich Tag für Tag aus seinen Tiefpunkten herauskämpft. Auf jeden, der wieder aufsteht. Auf jeden, der weitermacht – obwohl es gerade schwer ist.

 

Denn genau das ist mentale und emotionale Stärke.

Erfolg definiert sich nicht nur durch die Gipfel, die wir erreichen – sondern oft durch die Täler, die wir durchqueren.

 

© Ihre Antje Heimsoeth

Kommende Veranstaltungen der Heimsoeth Academy


Entdecken Sie unsere kommenden Ausbildungen & Seminare und sichern Sie sich die Chance, an Online- und Präsenzveranstaltungen mit Praxisbezug – aus der Praxis für die Praxis - und zur Selbstreflexion teilzunehmen.


- 28.05.2026 Modul Stress- und Resilienzcoaching (Möglicher Abschluss: Trainer*in für mentale Gesundheit), Heimsoeth Academy, 83022 Rosenheim

- 02.06.2026 Kostenloser Live Online Infoabend zur Ausbildung zum Sport Mental Coach (ECA) & Sportmentaltrainer

- 02.06.2026 Interaktives Live Webinar „Sportmentaltraining. Erfolg beginnt im Kopf
- 07.06.2026 Online Seminar „Mentaltraining für Reiter & Trainer“
- 09.06.2026 Gratis Live Webinar „Einführung in Mentaltraining für Reiter & Trainer“
- 09.06.2026 Live Webinar Resilienz: So aktivieren Sie den Resilienz-Booster im Job
- 13.06.2026 Online Seminar / Spezialblock „Sportmentaltraining. Erfolg und Leistung beginnen im Kopf“
- 16.06.2026 Live-Webinar: Lampenfieber und Redeangst mit mentalen Techniken überwinden!

- 16.06.2026 Gratis Live Infoabend zur Ausbildung zum Mental Coach (ECA)
- 19.06.2026 Modul Emotionscoaching, Heimsoeth Academy, 83022 Rosenheim
- 29.06.2026 Online Coaching Basis Seminar (5 Tage)

Falls Sie sich persönlich beraten lassen möchten oder noch Fragen zu Ausbildungen, Vorträgen, Online Vorträgen, zu Trainings für Führungskräfte oder den anderen Angeboten der Heimsoeth Academy haben, melden Sie sich gerne bei uns.

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Die Autorin gibt Einblicke in Themen wie Nervosität vor dem Start, Motivation, mentale Wettkampfvorbereitung, Umgang mit Niederlagen, Konzentration, Ziele setzen, Vorbilder, Umgang mit Stress und Druck.
Mit vielen Fallbeispielen, Best-Practices, Interviews mit Top Sportlern, mentale Tipps aus der Praxis für die Praxis.
3. stark überarbeitete Auflage.

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USt-IdNr.: DE254619547
Für den Inhalt verantwortlich: Antje Heimsoeth

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