„Brief an dich selbst“
Der „Brief an dich selbst“ ist eine Selbstreflexions- und Schreibübung, die häufig in Coaching, Psychotherapie, persönlicher Weiterentwicklung und bei der Arbeit mit negativen Glaubenssätzen eingesetzt wird.
Worum es geht
Selbstreflexion: Du hältst inne und denkst über dein Leben, deine Gefühle, Erlebnisse oder Ziele nach.
Zukunft oder Vergangenheit: Du kannst aus der Sicht deiner Zukunft oder Vergangenheit schreiben.
Brief an dein zukünftiges Ich: Motivieren, erinnern, Ziele setzen.
Brief an dein vergangenes Ich: Verständnis, Trost, Erklärungen geben.
Emotionale Verarbeitung: Ein Brief an dich selbst kann helfen, Gefühle wie Trauer, Angst, Freude oder Dankbarkeit zu sortieren.
Ziele & Motivation: Du kannst dir selbst Mut zusprechen oder konkrete Vorsätze formulieren.
Warum hilft das bei negativen Glaubenssätzen?
Negative Glaubenssätze wie
„Ich bin nicht gut genug“, „Ich darf keine Fehler machen“, „Ich bin wertlos“
werden oft unbewusst wiederholt. Beim Schreiben eines Briefs an dich selbst passiert Folgendes:
Du externalisierst den Glaubenssatz
→ Er wirkt weniger absolut, mehr wie eine Meinung.
Du wechselst in eine unterstützende Perspektive
→ Du schreibst so, wie eine liebevolle, verständnisvolle Person mit dir sprechen würde.
Du trainierst eine innere Gegenstimme
→ Ein „innerer Coach“, der dem destruktiven Glaubenssatz widerspricht.
Du stärkst Selbstmitgefühl
→ Was ein zentraler Mechanismus ist, um negative Glaubenssätze nachhaltig zu verändern.
Wie sieht ein solcher Brief typischerweise aus?
Du kannst den Brief frei gestalten, aber diese Punkte helfen oft:
Anrede: Z. B. „Liebe/r …“, „Mein liebes jüngeres Ich …“
Begrüßung: Z. B. „Lieber Ich“ oder „Hallo zukünftiges Ich“.
Reflexion: Schreibe, was dich gerade beschäftigt, worauf du stolz bist oder was schwerfällt.
Gefühle & Gedanken: Teile ehrlich mit, was du fühlst oder wovor du Angst hast.
Ratschläge & Motivation: Gib dir selbst Tipps, Zuspruch oder erinnere dich an wichtige Werte/Ziele.
Ausblick: Formuliere Wünsche, Hoffnungen oder konkrete Ziele für die Zukunft.
Abschluss: Ein herzlicher Abschluss, z. B. „Alles Liebe, dein Ich“
Empathie und Verständnis
„Es ist völlig nachvollziehbar, dass du dich so fühlst …“
Korrektur des negativen Glaubenssatzes
„Auch wenn du glaubst, dass du nicht genug bist, möchte ich dir sagen …“
Ermutigung / Ressourcen aktivieren
„Du hast schon geschafft … Du kannst …“
Zukunftsausrichtung
„Ich wünsche dir, dass du erkennst …“
Fazit
Der „Brief an dich selbst“ ist ein wirksames Werkzeug, um Abstand zu negativen Glaubenssätzen zu gewinnen, Selbstmitgefühl aufzubauen und neue, hilfreichere innere Überzeugungen zu etablieren.