Subject: Alltagsverhalten, das unsere mentale Gesundheit untergräbt

Alltagsverhalten, das unsere mentale Gesundheit untergräbt


Wir sprechen heute mehr über mentale Gesundheit. Das ist gut. Aber nicht jede stressige Monat führt in den Burnout. Nicht jede Trauer ist eine Depression.

Unser Gehirn ist belastbar.

 

Gewohnheiten, die uns täglich in Richtung Erschöpfung und schlechter Stimmung ziehen – oft unbewusst.

Hier sind neun davon:

1/ Morgens direkt aufs Handy schauen und herumscrollen. Noch vor dem ersten Kaffee: Nachrichten, Instagram, Tiktok, LinkedIn. Unser Gehirn wird sofort in Vergleichs- und Reaktionsmodus versetzt – noch bevor der Tag begonnen hat.

 

2/ Wir vergleichen uns ständig – oft ohne es überhaupt bewusst zu merken. Social Media verstärkt diesen Mechanismus enorm. Dort sehen wir die sorgfältig ausgewählten Highlights anderer Menschen: Erfolge, Reisen, perfekte Momente, scheinbar müheloses Glück. Was wir dabei leicht vergessen: Es ist kein vollständiges Bild, sondern eine kuratierte Momentaufnahme.

Unser Gehirn verarbeitet diese Ausschnitte jedoch nicht als Inszenierung, sondern als Realität. Es zieht Vergleiche, bewertet und ordnet ein – und zwar automatisch. Während wir unser eigenes Leben in seiner ganzen Komplexität kennen, mit Unsicherheiten, Rückschlägen und alltäglichen Momenten, sehen wir bei anderen nur die glänzenden Spitzen.

Das Ergebnis ist oft ein verzerrtes Selbstbild. Das eigene Leben wirkt plötzlich kleiner, weniger aufregend, weniger erfolgreich. Gedanken wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich hinke hinterher“ schleichen sich ein – nicht, weil sie objektiv wahr sind, sondern weil der Vergleich auf einer ungleichen Grundlage stattfindet.

Dieser ständige Vergleich kann langfristig das Selbstwertgefühl untergraben. Umso wichtiger ist es, sich bewusst zu machen: Was wir sehen, ist nicht die ganze Realität. Jeder Mensch hat auch die unsichtbaren Seiten – Zweifel, Schwierigkeiten, ganz normale Tage. Ein realistischer Blick darauf kann helfen, den inneren Druck zu reduzieren und den eigenen Weg wieder klarer zu sehen.

 

3/ Der mehrfache tägliche Konsum negativer Nachrichten hat einen messbaren Einfluss auf unser psychisches und physiologisches Gleichgewicht. Unser Gehirn ist evolutionsbedingt darauf ausgerichtet, potenzielle Gefahren besonders schnell zu erkennen und zu priorisieren – ein Mechanismus, der in früheren Zeiten überlebenswichtig war. Diese sogenannte Negativitätsverzerrung führt dazu, dass bedrohliche Informationen stärker gewichtet und länger verarbeitet werden als neutrale oder positive Reize.

 

Wenn wir uns nun wiederholt mit Krisenmeldungen, Katastrophen oder Konflikten konfrontieren, aktiviert dies kontinuierlich unser Stresssystem. Der Körper reagiert mit der Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin, selbst wenn keine reale unmittelbare Gefahr besteht. Erfolgt dieser Reiz mehrmals täglich, kann sich das Nervensystem zunehmend auf einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft einstellen.

 

Langfristig bedeutet das: Der Organismus „lernt“ Dauerstress. Dies kann sich in innerer Unruhe, erhöhter Reizbarkeit, Schlafstörungen oder sogar in Angstzuständen äußern. Gleichzeitig sinkt die Fähigkeit zur emotionalen Regulation und zur differenzierten Einordnung von Informationen. Die permanente Exposition gegenüber negativen Nachrichten verändert somit nicht nur unsere Wahrnehmung der Welt, sondern auch unser körperliches und psychisches Wohlbefinden.

 

4/ Uns kaum bewegen. Bewegung ist einer der stärksten natürlichen Antidepressiva, die wir haben. Wer sich nicht bewegt, senkt aktiv seinen Serotonin- und Dopaminspiegel.

 

5/ Schlecht schlafen – und es ignorieren. Schlafmangel verändert die Aktivität im präfrontalen Kortex und der Amygdala. Schlafmangel schadet dem Körper, macht alt, dick, begünstigt Adipositas, macht krank, setzt die Aufmerksamkeit herab und beeinträchtigt kognitive Fähigkeiten. Ein gestörter Schlaf erhöht das Risiko für die Entstehung von körperlichen und psychischen Erkrankungen. Zu wenig Schlaf ist ein echtes Gesundheitsrisiko. Müdigkeit ist Gift für Erfolg.

 

6/ Soziale Kontakte vermeiden. Isolation verstärkt depressive Stimmung nachweislich. Mit emotionaler Entkoppelung durch mangelnde soziale Kontakte steigen Stressempfinden und Unzufriedenheit sowie das Gefühl von Einsamkeit.

 

7/ Keine Pausen machen. Wer durcharbeitet ohne echte Pausen, erschöpft sein Nervensystem.

 

8/ Gedanken im Kreis drehen lassen. Rumination – das immer wieder Durchkäuen von Problemen ohne Handlung – ist einer der stärksten Prädiktoren für depressive Episoden. Denken ohne Lösung kostet enorm Energie.

 

9/ Fehlendes Tageslicht hat weitreichende Auswirkungen auf unseren Körper und insbesondere auf unseren Hormonhaushalt. Licht ist ein zentraler Taktgeber für den zirkadianen Rhythmus, also unsere innere Uhr. Es beeinflusst maßgeblich die Ausschüttung von Cortisol und Melatonin – zwei Hormonen, die eng mit Wachheit, Schlaf und Energielevel verknüpft sind. Während Cortisol am Morgen aktiviert und uns leistungsfähig macht, sorgt Melatonin am Abend für Müdigkeit und Regeneration. Wer jedoch täglich kaum nach draußen geht und nur wenig natürliches Licht abbekommt, bringt dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht. Die Folge können Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und eine gedrückte Stimmung sein, da der Körper nicht mehr klar zwischen Tag- und Nachtphasen unterscheiden kann.

 

Die gute Nachricht: Keine dieser Gewohnheiten ist unveränderbar. Aber der erste Schritt ist immer derselbe: reflektieren und hinschauen.

Mentale Gesundheit ist ein Produktivitätsfaktor

 

Ein gestresstes Gehirn kann nicht leisten:

Wird das limbische System aktiviert, verliert der Frontalkortex an Leistungsfähigkeit – mit direkten Auswirkungen auf Fokus, Entscheidungsfähigkeit und Innovation.

 

Gleichzeitig wird klar:

Mentale Gesundheit ist ein wirtschaftlicher Faktor – nicht ein «Nice-to-have».

 

Besonders relevant ist der Einfluss von KI, die nicht nur Prozesse verändert, sondern auch unser Denken prägt und bestehende Muster verstärken kann.

 

Die Konsequenz für Unternehmen:

Leistung entsteht im richtigen Spannungsfeld – und braucht psychologische Sicherheit, Lernkultur und bewusste Erholung.

 

Zusammengefasst: Die Zukunft der Arbeit ist untrennbar mit der Gesundheit unseres Gehirns verbunden. Die Zukunft der Arbeit verlangt mehr denn je ein leistungsfähiges, anpassungsfähiges und gesundes Gehirn. Wer seine kognitive und mentale Gesundheit pflegt, sichert nicht nur sein persönliches Wohlbefinden, sondern auch seine berufliche Zukunftsfähigkeit.

Die richtige Balance zwischen Höchstleistung, Erholung und Regeneration ist enorm wichtig.

 

Denn wer die Schrauben seines Getriebes zu fest anzieht, überdreht sie. Das Gewinde geht kaputt. Mit anderen Worten: Wer nur den Dauerlauf im Hamsterrad kennt, erntet irgendwann massive Erschöpfung. Besonders die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt kontinuierlich, wie die Statistiken zeigen. Hinzu kommt: Mit zunehmendem Alter verlängert sich unsere Regenerationszeit. Ein achtsamer Umgang mit sich selbst wird immer wichtiger. Die Fechterin Britta Heidemann sagt: „Im Laufe der letzten Jahre habe ich immer deutlicher gemerkt, dass der Körper der Spiegel der Seele ist: Wenn ich aufgeregt bin oder nervös, zeigt mir das die Haut an, wenn es dem Geist zu viel wird mit den vielen Flugreisen, dann wird der Körper krank, und wenn ich müde bin, verletzte ich mich schneller.“

 

Zu den gesundheitsfördernden Elementen gehören ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, mentale Stärke und eine positive innere Haltung.

 

Spitzensportler verbringen die meiste Zeit damit, sich fit für Höchstleistungen zu machen. Sie richten den Fokus auf Aufbau, Erhalt und Erneuerung ihrer Energie, die sie für erfolgreiche Wettkämpfe benötigen. Sie werden erst durch Pausen richtig gut! Denn nur ein entspannter Körper ist abrufbereit für Höchstleistungen. Der Basketballspieler Dirk Nowitzki sagt: „Wenn man mental nicht bei der Sache ist, ist es schwierig, sich körperlich fit zu halten. Umgekehrt ist es genauso: Wenn man körperlich nicht fit ist, kann der Kopf noch so wollen, dann ist der Schritt einfach zu langsam. Körper und Kopf – beides spielt in unserem Beruf zusammen.“

 

Regeneration und Erholung von vorangegangenen Belastungen sind ein aktiver Prozess, bei dem man sich ausruht, um wieder zu Kräften zu kommen.

Doch viele Menschen vernachlässigen ihre Erholung von täglichen Ansprüchen, Problemen, Forderungen und Reizüberflutung – Smartphones und Tablets haben längst ihren Nutzer im eisernen Griff. Es gilt, wieder das Abschalten, zwischendurch und am Ende des Tages, zu lernen.

 

Jeder Spitzensportler weiß: Körperliche Ressourcen sind begrenzt. Deshalb folgt fast jeder Sportler einem Trainingsplan mit klar definierten Regenerationsphasen. Formel-1-Pilot Sebastian Vettel sagt: „Man muss sich auf jeden Fall auch genügend Zeit nehmen, zu entspannen. Das heißt: Ich trainiere zwei Einheiten am Tag, jeweils eine am Morgen und eine am Nachmittag. Dazwischen ruhe ich mich aus, manchmal mache ich auch ein Nickerchen.“

Für den Aufbau mentaler Stärke und den Erhalt Ihrer Gesundheit sollten auch Sie Entspannungsphasen in Ihren Alltag integrieren. Es gibt mehrere entscheidende Faktoren für unsere Entspannung, die ich im Folgenden erläutere.

 

Weiterlesen in meinem Buch „Mentale Stärke: Was wir von Spitzensportlern lernen können“.

Kommende Veranstaltungen der Heimsoeth Academy


Entdecken Sie unsere kommenden Ausbildungen & Seminare und sichern Sie sich die Chance, an Online- und Präsenzveranstaltungen mit Praxisbezug – aus der Praxis für die Praxis - und zur Selbstreflexion teilzunehmen.


- Über Ostern ist die Heimsoeth Academy ein paar Tage geschlossen.

- 15.04.2026 Gratis Live Webinar „Wie können Eltern junge Sportler im Sport mental stärken?

- 18.04.2026 Online Seminar Sportmentaltraining. Erfolg beginnt im Kopf.

- 20.04.2026 Interaktives Live Webinar Sportmentaltraining. Mehr Flow, mehr Selbstvertrauen, mehr Erfolg
- 20.04.2026 Kostenloser Live Online Infoabend zur Ausbildung zum Sport Mental Coach (ECA) & Sportmentaltrainer
- 21.04.2026 Kostenloser Gratis Live Infoabend - Informiere dich über die Inhalte der Mental Coach Ausbildung
- 21.04.2026 Gratis Live Webinar „Frei von Angst reiten

- 23.04 – 25.04. & 15.05. – 17.05.2026 Online Ausbildung zum Mental Coach Basic

- 20.05.2025 Modul Mental Health Coaching

- 28.05.2025 Modul Stress- und Resilienzcoaching (Möglicher Abschluss: Trainer*in für mentale Gesundheit), Heimsoeth Academy, 83022 Rosenheim

Falls Sie sich persönlich beraten lassen möchten oder noch Fragen zu Ausbildungen, Vorträgen, Online Vorträgen, zu Trainings für Führungskräfte oder den anderen Angeboten der Heimsoeth Academy haben, melden Sie sich gerne bei uns.

NEU NEU NEU NEU NEUer Blogartikel

Tipps und Strategien, die Dir helfen können, mit ungefragter Kritik und Einmischung umzugehen

 

Ungefragte Kritik oder Einmischung kann verschiedene Ursachen haben: Hilfsbereitschaft, Kontrollbedürfnis, Unsicherheit oder schlicht mangelnde soziale Empfindsamkeit. Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass:

 

✅ Du nicht verpflichtet bist, Kritik bzw. Feedback anzunehmen oder dich zu rechtfertigen.

✅ Kritik oft mehr über den Kritiker aussagt als über dich. Der Versuch, die Gedanken oder Handlungen des Kritisierenden zu kontrollieren, raubt dir nur Energie – Energie, die du für dich selbst nutzen kannst.

Es war nicht einfach, diese Denkweise zu verinnerlichen. Ich lerne immer noch, Dinge loszulassen, die ich nicht ändern kann, und mich darauf zu konzentrieren, meinen inneren Frieden zu bewahren. Jeder kleine Schritt in diese Richtung fühlt sich für mich wie Freiheit an.

✅ Grenzen setzen ein Zeichen von Selbstrespekt und Klarheit ist.

 

👉 Weiterlesen: https://www.heimsoeth-academy.com/tipps-und-strategien-die-dir-helfen-koennen-mit-ungefragter-kritik-und-einmischung-umzugehen/

111 Mental Hacks

Einfache Techniken, die Ihre mentale Stärke und Positivität steigern


Das menschliche Gehirn ist „plastisch“, d.h. es ist in der Lage sich zu verändern. Die Hirnforscher nennen dies Neuroplastizität, was bedeutet, dass Sie Ihr Gehirn buchstäblich neu verdrahten können. Warum nicht die Arbeitsweise Ihres Gehirns nutzen?

Dieses mit vielen Grafiken und Abbildungen liefert dafür Erkenntnisse, Erfahrungen, effektive Techniken und einfach im Alltag anzuwendende Hacks.

Mentale Gesundheit: Wie wir entspannt unsere Leistungsfähigkeit erhalten

Was kann ich persönlich für mehr mentale Gesundheit tun? Fragen Sie sich also: Was kann ich ganz persönlich dagegen tun? Gegen die Erschöpfung, gegen die Kraftlosigkeit? Für sich selbst und für andere. Gerade Führungskräfte sind hier mehrfach gefragt: Wie können geschaffene Strukturen mein Team, meine Mitarbeiter schützen, um eben nicht auszubrennen? Stichwort Prävention. 

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