Subject: Das Märchen vom „schwierigen“ Menschen

Das Märchen vom „schwierigen“ Menschen

 

Im letzten Kadertraining ging es um einen schwierigen Reiter in der Stallgemeinschaft.

"Schwieriger Mensch", ein unsichtbares Etikett, das sofort prägt, was wir zu sehen glauben.

 

Das Etikett „schwieriger Mensch“ ist kein objektiver Befund, sondern eine Zuschreibung. Es beschreibt weniger eine Person an sich als vielmehr eine Interaktionsdynamik zwischen mindestens zwei Beteiligten.

In der Psychologie würde man sagen: Es handelt sich um eine Bewertung, die aus Wahrnehmung, Erwartung und Beziehungskontext entsteht.

 

Systemische und humanistische Ansätze: Menschen sind nicht „schwierig“, sondern zeigen Verhaltensweisen, die in bestimmten Kontexten als schwierig erlebt werden.

 

Im Alltag wird der Begriff meist verwendet für Personen, die:

  • stark von sozialen Erwartungen abweichen

  • intensive Emotionen zeigen

  • wenig kompromissbereit wirken

  • viel Kritik äußern

  • Nähe oder Distanz „ungewohnt“ regulieren

  • eigene Bedürfnisse deutlich priorisieren

 

Wichtig: Das sind Beschreibungen von Verhalten, keine Aussagen über den Wert eines Menschen.

 

Jemanden „schwierig“ zu nennen, ist bequem. Es lagert Verantwortung elegant aus.

Die Wahrheit: Es gibt keine schwierigen Menschen. Es gibt nur ungelöste Dynamiken.

 

Warum entsteht das Etikett?

 

Mehrere psychologische Mechanismen spielen eine Rolle:

 

1. Projektion: Eigene verdrängte Anteile werden im Gegenüber wahrgenommen („Was mich triggert, gehört oft auch zu mir“).

2. Erwartungsdissonanz: Wenn jemand nicht meinen impliziten sozialen Skripten entspricht, entsteht Irritation.

3. Bedürfnisinkongruenz: Zwei Personen haben unvereinbare Bedürfnisse (z. B. Nähe vs. Autonomie).

4. Kontrollverlust: Unberechenbarkeit erzeugt Stress – und wird als „schwierig“ etikettiert.

 

Meine Sichtweise: „Es gibt keine schwierigen Menschen“


Diese Haltung entspricht im Kern einem konstruktivistischen Menschenbild:

  • Wahrnehmung ist subjektiv.

  • Verhalten ist kontextabhängig.

  • Jeder Mensch verfügt über Ressourcen.

  • Problematische Muster sind oft Schutzstrategien.

 

Beispiel:

Ein kontrollierender Mensch hat möglicherweise gelernt, dass Kontrolle Sicherheit bedeutet.

Ein distanzierter Mensch schützt sich vielleicht vor Verletzung.

 

Das relativiert Verhalten, entschuldigt aber nicht automatisch destruktive Muster. Hier ist eine wichtige Differenz: Verstehen heißt nicht gutheißen.


Der entscheidende Punkt: Die „Brille“


„Durch welche Brille schaue ich?“

Diese Brille besteht aus: eigener Biografie, eigenen Verletzungen, eigenen Werten, eigenen Bedürfnissen, aktuellen Stressoren, ...

Was mich massiv nervt oder irritiert, sagt oft mehr über mich als über die andere Person aus.

Beispiel:

  • Wenn ich stark harmoniebedürftig bin, wirkt klare Direktheit schnell aggressiv.

  • Wenn ich autonom bin, wirkt Nähe schnell klammernd.


Meine Haltung – „jeder Mensch hat gute Seiten“ – entspricht einem ressourcenorientierten Blick. Er erweitert den Handlungsspielraum, weil er Neugier statt Abwertung ermöglicht.

Welche Brille haben Sie manchmal auf?

Ein freier Mensch - von Albert Schweizer

 

"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein.

Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann.

 

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten.

Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

 

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas zu sehnen und es zu verwirklichen, Schiffbruch zu erleiden oder Erfolg zu haben.

Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen.

 

Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges als die dumpfe Ruhe Utopiens.

 

Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben.

 

Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk:

Ich bin ein freier Mensch."

Kommende Veranstaltungen der Heimsoeth Academy


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- 15.04.2026 Gratis Live Webinar „Wie können Eltern junge Sportler im Sport mental stärken?

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- 20.04.2026 Interaktives Live Webinar Sportmentaltraining. Mehr Flow, mehr Selbstvertrauen, mehr Erfolg
- 20.04.2026 Kostenloser Live Online Infoabend zur Ausbildung zum Sport Mental Coach (ECA) & Sportmentaltrainer
- 23.04 – 25.04. & 15.05. – 17.05.2026 Online Ausbildung zum Mental Coach Basic

- 26.04.2026 Zertifizierte Weiterbildung „Redner werden – Sicher präsentieren“, Heimsoeth Academy, 83022 Rosenheim

- 20.05.2025 Modul Mental Health Coaching

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Falls Sie sich persönlich beraten lassen möchten oder noch Fragen zu Ausbildungen, Vorträgen, Online Vorträgen, zu Trainings für Führungskräfte oder den anderen Angeboten der Heimsoeth Academy haben, melden Sie sich gerne bei uns.

Ein erholsamer Abend

 

Es ist leicht zu glauben, dass jede freie Stunde sinnvoll genutzt werden sollte. Wenn der Arbeitstag endet, steht immer noch etwas auf der To-do-Liste. Es gibt immer etwas, das geputzt, beantwortet oder verbessert werden könnte. Sogar Erholung beginnt sich wie etwas anzufühlen, das man sich verdienen muss. Nach einer Weile vergisst dein Körper, wie es sich anfühlt, wirklich abzuschalten.

 

Ein Abend ohne Aufgaben ist auch mal notwendig. Wenn jede Minute verplant ist, bleiben der Geist und Kopf wachsam. Vielleicht sitzt du still, aber innerlich organisierst du und löst du weiterhin Probleme. Dieses ständige innere Vibrieren erschöpft dich mehr, als dir bewusst ist.

 

Sich bewusst dafür zu entscheiden, nichts zu tun, ist etwas anderes, als aufgrund von Erschöpfung abzuschalten. Es ist eine klare Entscheidung, dass für ein paar Stunden nichts erledigt wird.

 

Am Anfang mag sich das ungewohnt anfühlen. Vielleicht spürst du den Drang, produktiv zu sein, aber lass diesen Impuls vorüberziehen, ohne ihm nachzugeben. Das Ziel ist, die Zeit einfach existieren zu lassen, ohne etwas aus ihr herausholen zu wollen.

 

Wähle in dieser Woche einen Abend und schütze ihn. Wenn die Arbeit endet, zieh einen klaren Schlussstrich. Entscheide, dass keine weiteren Aufgaben begonnen werden. Ein „leerer“ Abend könnte genau das sein, was dich im Gleichgewicht hält.

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USt-IdNr.: DE254619547
Für den Inhalt verantwortlich: Antje Heimsoeth

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