Was ist der beste Rat für ein Kind, das Schwierigkeiten mit seiner Abend- und Einschlafroutine hat?
Ein neunjähriges Kind möchte immer noch bei der Mutter schlafen. Das ist doch normal, oder? Diese Ängstlichkeit und der Wunsch, bei einem Elternteil zu sein?
Das ist für Eltern eine der schwierigsten Situationen. Je länger man verhindert, dass ein Kind lernt, allein zu schlafen, desto schwieriger wird es mit der Zeit.
Mit neun Jahren ist ein Kind alt genug, um zu verstehen, dass es nicht mehr im Bett der Eltern schlafen wird.
Man kann dabei schrittweise vorgehen. Man nennt das sukzessive Annäherung. Das Kind darf nicht mehr im Bett der Eltern schlafen, kann zunächst aber auf einer Matratze oder einem Schlafplatz auf dem Boden daneben schlafen.
Nach zwei Nächten wird dieser Schlafplatz beispielsweise ins Wohnzimmer verlegt. Dann wird er Schritt für Schritt weiter vom Elternschlafzimmer entfernt und schließlich zurück ins eigene Kinderzimmer verlegt.
Sobald das Kind wieder in seinem eigenen Zimmer schlafen soll, wird es wahrscheinlich deutlichen Protest geben.
Die Aufgabe der Eltern besteht dann darin, fürsorglich und verständnisvoll zu bleiben, das Kind aber nicht wieder ins eigene Bett zurückzulassen.
Ich weiß, das klingt hart. Aber man sollte sich bewusst machen: Das Kind lernt dadurch, sich selbst zu beruhigen und zu regulieren. Und diese Fähigkeit ist enorm wichtig.
Natürlich kennen Eltern ihr eigenes Kind am besten und können einschätzen, wie lange und in welcher Form sie diesen Prozess durchhalten können.
Und wenn es einmal nicht gelingt und man das Kind doch wieder ins Bett lässt, bedeutet das nicht, dass man etwas falsch gemacht hat.
Allerdings gilt: Je häufiger man nachgibt und das Kind wieder ins Elternbett lässt, desto schwieriger kann es werden, die neue Schlafroutine dauerhaft zu etablieren.