Potenziale erkennen, entwickeln und nutzen ⚽️
Drei inspirierende und intensive Tage liegen hinter mir: Vom 27. bis 29. Juli 2026 fand in Mainz der Internationale Trainerkongress des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer e. V. statt.
Rund 1.400 Fußball-Lehrer und Trainer mit A-Lizenz kamen zusammen – darunter zahlreiche Profitrainer, ehemalige Profis, Fachleute aus Nachwuchsleistungszentren sowie Trainer aus der 1., 2. und 3. Liga. Auf der Bühne standen unter anderem Rudi Völler, Matthias Sammer, Sebastian Hoeneß und Thomas Broich.
Interessante Vorträge, Workshops, Praxiseinheiten und Podiumsdiskussionen boten viele Gelegenheiten, zuzuhören, mitzudiskutieren, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen – unabhängig davon, auf welchem Niveau man arbeitet.
Dabei ging es um weit mehr als Fußball: Es ging darum, Menschen zu entwickeln, Potenziale zu erkennen, Stärken gezielt zu fördern und Verantwortung zu übernehmen – auf dem Platz, im Beruf und im Alltag.
Nachdenklich stimmt allerdings, dass sich unter den rund 1.400 Teilnehmenden lediglich 28 Frauen befanden. Hier gibt es weiterhin erhebliches Entwicklungspotenzial.
Drei intensive Tage, viele inspirierende Begegnungen und zahlreiche neue Impulse.
Vielen Dank an den Bund Deutscher Fußball-Lehrer für einen hervorragend organisierten Internationalen Trainerkongress 2026.
Mentale Stärke unter maximalem Druck
Internationaler Trainer-Kongress des BDFL v. 27.07. – 29.07.2026 in Mainz, top Organisation, top Referenten und viele Begegnungen mit Kollegen, Trainern, Teilnehmenden und Bekannten. Ca. 1400 Trainer, darunter leider nur 28 Frauen.
Beim Internationalen Trainer-Kongress führte Sky-Moderator Michael Leopold am ersten Tag des Kongresses ein 45-minütiges Interview mit Rudi Völler, Sportdirektor der deutschen A-Nationalmannschaft. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung der Nationalmannschaft, die besondere Verantwortung eines Bundestrainers, der Umgang mit öffentlicher Kritik, die Bedeutung von Widerstandsfähigkeit und die Frage, was eine erfolgreiche Mannschaft auszeichnet.
Das Gespräch bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für Trainerinnen und Trainer. Zugleich lassen sich viele der angesprochenen Prinzipien auf Führungskräfte, Unternehmer und andere High Performer übertragen. Der folgende Beitrag fasst zentrale Inhalte des Interviews mit meinen eigenen Worten zusammen und ordnet sie aus der Perspektive von mentaler Stärke, Selbstführung und High Performance ein.
Trainer müssen Entscheidungen treffen, die nicht allen gefallen können. Sie nominieren Spieler, bestimmen eine Aufstellung, wählen ein Spielsystem und entscheiden über Rollen innerhalb einer Mannschaft. Jede dieser Entscheidungen betrifft Menschen. Gleichzeitig wird sie von Medien, Fans, Experten und anderen Beteiligten bewertet.
Rudi Völler machte im Gespräch deutlich, dass gerade das Amt des Bundestrainers mit einer besonderen öffentlichen Aufmerksamkeit verbunden ist. Entscheidungen über Nominierungen, Aufstellungen und taktische Ausrichtungen lösen zwangsläufig unterschiedliche Reaktionen aus. Trainer können daher nicht erwarten, für jede Entscheidung allgemeine Zustimmung zu erhalten. Für Führungskräfte gilt etwas Vergleichbares. Auch sie müssen Prioritäten setzen, Aufgaben verteilen, Leistungen beurteilen und gelegentlich Entscheidungen treffen, die einzelne Mitarbeitende enttäuschen.
Mentale Stärke zeigt sich in solchen Situationen nicht darin, Kritik zu verhindern. Sie zeigt sich darin, unterschiedliche Sichtweisen auszuhalten und dennoch verantwortlich zu handeln.
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